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Niemand macht beim Klimaschutz so vieles falsch wie die USA

Die neuste Ausgabe des Klimaschutz-Index bringt ans Licht, wer sich um den Klimaschutz bemüht. Wer schafft's aufs Podest? Niemand – keine Nation erhält die Bewertung "sehr gut", deshalb bleiben die drei ersten Plätze leer.

Lea Senn / watson.ch

Die Gewinner

Immer mehr Länder und Organisationen setzen sich weltweit für den Klimaschutz ein. Der am Dienstag präsentierte Klimaschutz-Index untersucht die Fortschritte laufend. Zwar erreichte kein Land in allen untersuchten Kategorien die Bewertung "sehr gut", einen Sieger (entsprechend auf Platz 4) gibt es trotzdem: Am besten schnitt Schweden ab. Das Heimatland von Klimaaktivistin Greta Thunberg führt das Ranking nach zwei erfolgreichen Jahren erneut an.

Dänemark kletterte um 10 Plätze nach oben und holte sich damit die zweitbeste Bewertung. Danach folgt der letztjährige Silbergewinner Marokko. Inklusive diesen drei gibt es ingesamt 14 Staaten, die die Bewertung "gut" erhielten.

Die Verlierer

Die USA haben bereits in den letzten Jahren einige Plätze eingebüßt, dieses Jahr landen sie sogar am Ende. Sie bilden hinter Saudi-Arabien und Taiwan das Schlusslicht.

Die Experten erteilen den USA in allen geprüften Kategorien die Bewertung "sehr schlecht". Sie bezeichnen die US-amerikanische Klimapolitik als höchstproblematisch. Es gäbe weder ein Ziel noch politische Rahmenbedingungen, um die sehr hohen Treibhausgase zu reduzieren.

Auch das öffentliche Verkehrssystem der USA sei schlecht ausgebaut. Die nationale Klimapolitik habe sich unter Präsident Trumps Regierung verschlechtert – und er bremse auch die internationalen Bemühungen, den Zielen des Pariser Klimaabkommens nachzukommen.

Und was macht Deutschland?

Deutschland schnitt in diesem Jahr etwas besser ab, bleibt in seiner Gesamtbewertung aber bei der Beurteilung "mäßig". Dank des Kohleausstiegs-Kompromiss, dem Klimapaket und seinem internationalem Einsatz machte Deutschland im Klimaschutz-Index in diesem Jahr vier Plätze gut und landete auf Rang 23.

Mit dieser Platzierung liegt Deutschland dennoch hinter Ländern wie der Ukraine, Indien und Brasilien. Die Forscher, die den Klimaschutz-Index erstellt haben, kritisieren Deutschland dafür, dass der Treibhausgas-Ausstoß und der Energieverbrauch pro Kopf hierzulande auf einem "vergleichsweise hohen Niveau" liege.

Weiter stellten die Forscher fest: Weder die Ziele noch die geplanten Maßnahmen seien ausreichend, um Deutschlands Anteil daran zu erbringen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Das ist das Ziel des Pariser Klimaabkommens.

Datenquelle

Seit 2005 nimmt der Klimaschutz-Index jährlich die Bemühungen der Länder in Bezug auf Klimaschutz unter die Lupe. Er betrachtet für jeden Staat die vier Bereiche Treibhausgas-Emissionen (40% der Gesamtwertung), Erneuerbare Energien (20%), Energieverbrauch (20%) und Klimapolitik (20%).

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    Alle Leser-Kommentare
  • sveno 11.12.2019 09:44
    Highlight Highlight So eine unsinnige Analyse. Natürlich stimme ich zu, dass die USA zu wenig tun oder auch vieles falsch machen. Aber wenn auf der Karte China als mäßig und Indien als gut bezeichnet werden, verliere ich den Glauben an die Seriosität.

    Indien ist massiv Smog-geplagt, ein Staat, der an seinem Wachstum leidet. Der einzige Grund liegt nicht an kluger Umwelt-Politik, sondern an dem niedrigen Quotienten aufgrund Millionen Menschen.

    Die USA sind ein abschreckendes Beispiel, Deutschland und die gesamte EU müssen viel mehr tun. Aber es liegt an Indien, China, Brasilien hier zu folgen.

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