Greta Thunberg
Bild

Greta Thunberg macht auch während der Corona-Krise mit ihrem Klimastreik weiter. Bild: imago images / Hans Lucas

Greta Thunberg über ihre Berühmtheit: "Auf eine gewisse Weise bin ich sehr schwach"

Der Klimastreik geht weiter: Während das Coronavirus das öffentliche Leben weltweit lahmlegt, macht die schwedische Aktivistin Greta Thunberg weiter auf ihr Anliegen aufmerksam.

Am Freitag teilte sie auf Twitter ein Foto von sich mit einem Klimastreik-Plakat. "Fridays for Future" setzen ihren Protest online fort.

Greta Thunberg scheint es gut zu gehen. Nach eigenen Angaben in dieser Woche hatte sie sich "sehr wahrscheinlich" mit dem Coronavirus infiziert.

Nach einer Europareise habe sie mehrere typische Symptome bekommen, berichtete die 17-Jährige am Dienstag auf Instagram. "Ich habe mich erschöpft gefühlt, hatte Schüttelfrost und Halsschmerzen und ich hustete." Nach zehn Tagen in Quarantäne zusammen mit ihrem Vater habe sie sich inzwischen aber wieder erholt.

Auch der Medienrummel um die Schwedin reißt nicht ab.

Greta auf dem Cover des "Rolling Stone"

Greta ist auf dem Cover der April-Ausgabe des US-Magazins "Rolling Stone" zu sehen. Ein Reporter traf die Aktivistin mehrmals – und verarbeitete sein schlechtes Gewissen wegen der Langstreckenflüge auf seiner Reise zu Greta Thunberg in seinem Artikel.

Der Text widmet sich aber vor allem der Frage, wie ein Teenager zur mächtigen Anführerin einer mittlerweile einflussreichen Umwelt-Bewegung wurde.

"Es ist kein Zufall, dass ihr Aufstieg unmittelbar nach der Wahl von Trump erfolgte", heißt es in dem Porträt des "Rolling Stone". "Es ist unmöglich, sich ein Greta-ähnliches Phänomen vorzustellen, das während des von Obama angetriebenen Vorlaufs zu den Pariser Klima-Gesprächen aufgetreten wäre." Damals sah es immerhin noch so aus, als ob die Welt gemeinsam gegen den Klimawandel kämpfen würde.

Aber der Reporter macht auch Gretas Autismus, ihre äußerliche Emotionslosigkeit, für ihre Berühmtheit verantwortlich. "Thunbergs vermeintliche psychologische Schwäche wurde zu ihrer Superkraft", heißt es im "Rolling Stone". "Ihre flache, affektlose, stumpfe Stimme war der perfekte Kontrapunkt zu dem bürokratischen Schwachsinn der Klimaverhandler."

Greta: "Ich bin in gewisser Weise sehr schwach..."

Und auch Greta sieht ihre vermeintliche Schwäche als Stärke. Das entsprechende Zitat dazu teilte sie am Samstag auch auf Instagram und Twitter:

"Ich bin in gewisser Weise sehr schwach. Ich bin sehr winzig und sehr emotional, und das ist etwas, das man normalerweise nicht mit Stärke in Verbindung bringt. Ich denke, Schwäche kann in gewisser Weise auch nötig sein, weil wir nicht die Lautesten sein müssen, nicht den meisten Platz einnehmen und nicht das meiste Geld verdienen müssen."

quelle: "Rolling stone"

Es komme nicht darauf an, die meiste Aufmerksamkeit zu bekommen. "Wir müssen uns nur...", sagte Greta dem "Rolling Stone". "Wir müssen uns nur mehr umeinander kümmern."

(ll)

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ingrid Götzken 29.03.2020 13:02
    Highlight Highlight Der ganze Hype um Gretel geht den meisten doch gerade jetzt gewaltig auf die Nerven und wenn sie sonst nichts mehr zu melden hat, dann hatte sie "wahrscheinlich" Corona und alle hauen diesen Blödsinn auch noch raus.
    10 Tage zu Hause, Husten und Schnupfen und zack ist Corona überwunden, sträflicher Leichtsinn.
    Ich möchten den sehen der glaubt sich mit einer Krankheit infiziert zu haben, die tödlich verlaufen kann, der geht nicht zum Arzt und lässt das nicht abklären ?
    So bekloppt ist doch keiner und bei Verdacht wird auch in Schweden getestet, nur nicht bei einer Erkältung, bei uns auch nicht

Interview

Expertin warnt vor selbem Fehler wie 2008 und fordert: Lufthansa-Hilfe nur unter Bedingung

Umweltökonomin Claudia Kemfert fordert, Finanzhilfen für Fluggesellschaften an Bedingungen zu koppeln. Sonst drohe eine Wiederholung der Fehler aus der Finanzkrise 2008, als Rettungsgelder wahllos ausgeschüttet worden seien, ohne auf Klimaverträglichkeit zu achten. Für die Zeit nach Corona möchte sie einen nachhaltigen Wiederaufbau der Wirtschaft.

Die ganze Welt befindet sich dank Corona-Pandemie im künstlichen Koma. Flugzeuge bleiben am Boden und die Wirtschaft ist in großen Teilen zum Erliegen gekommen. Einen Vorteil hat die aktuelle Situation jedoch: Die CO2-Bilanz profitiert. Experten rechnen mit bis zu 100 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid, alleine für Deutschland. Aber wird die Krise auch nachhaltig für ein Umdenken in Sachen Klimaschutz sorgen?

Claudia Kemfert beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Frage, wie man …

Artikel lesen
Link zum Artikel