Angela Merkel
19.01.2021, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht w

Angela Merkel hat in einer Videokonferenz von einer sehr ernsten Situation gesprochen. Bild: dpa / Hannibal Hanschke

Merkel mahnt zu größter Vorsicht selbst bei 50er-Corona-Inzidenz

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat größte Vorsicht im Umgang mit der Corona-Pandemie selbst für den Fall angemahnt, dass wie angestrebt ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche erreicht werden sollte. Man solle "bitte nicht denken, dass, wenn wir bei 50 sind, das Leben des Sommers sofort wieder da ist. Dann sind wir sofort wieder im exponentiellen Wachstum", warnte Merkel am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor Teilnehmern in einer Video-Konferenz der Unionsfraktion im Bundestag. Dort informierte sie die Abgeordneten über die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Vorabend.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwoch bei 123,5 – als Zielwert gelten 50.

Noch kein Spielraum für Öffnungen

Merkel sagte, die Gesundheitsämter müssten ertüchtigt werden, bei den Infektionen wieder die Kontaktnachverfolgung zu schaffen. Sie wurde mit den Worten zitiert: "Ansonsten kriegen wir keinen Spielraum für Öffnungen." Wenn etwa in Nachbarländern bei einer Inzidenz von 100 oder 120 geöffnet worden sei, habe es dort zwei, drei Wochen gedauert, bis man wieder im exponentiellen Wachstum gewesen sei. Dann gebe es wieder Beschränkungen, worauf die Infektionszahlen wieder sänken. Je nach Strenge des Lockdowns könne man beobachten, ob die Kurven etwas steiler oder weniger steil seien. Sie würden sich aber wiederholen.

Daher sei es Ansatz der Bundesregierung, darauf zu dringen, die Marke 50 zu schaffen oder darunter zu gehen, betonte Merkel nach diesen Informationen. Auch eine Inzidenz von 50 sei "noch ganz schön wackelig". Mit ertüchtigten Gesundheitsämtern habe man dann aber "eine faire Chance, ein paar, aber sehr sequenzierte und gut durchdachte Lockerungen zu machen". Für die Eindämmung der Verbreitung des mutierten Coronavirus seien die Themen Homeoffice und Kontaktbeschränkungen von entscheidender Bedeutung, sagte die Kanzlerin.

Merkel sprach demnach von einer sehr ernsten Situation in einer ansonsten sehr hoffnungsfrohen Zeit, nachdem die Inzidenz nach Weihnachten gesunken sei und man einen Impfstoff habe. Nun müsse darauf geachtet werden, dass man in Deutschland ganz kurz vor der "Endstrecke der Pandemie" nicht nochmal einen großen Ausbruch des Virus bekomme.

(pas/dpa)

Neuer Plan der Bundesregierung: Corona-Impfung ab April beim Hausarzt

Die Bundesregierung arbeitet an einer Strategie, wie Impfstoff an die bundesweit rund 100.000 Arztpraxen verteilt werden kann. Die Bevölkerung soll dann künftig dort geimpft werden. Das erfuhr das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ aus Regierungskreisen. Damit sollen die bundesweit rund 400 Impfzentren schrittweise aufgelöst werden. Bereits ab April, wenn deutlich mehr Impfstoff vorhanden sein soll, könnten sich Impfwillige bei ihrem Hausarzt melden, so der Plan.

Über die Hausärzte wären …

Artikel lesen
Link zum Artikel