Planet Earth viewed from space with city lights in Europe. World with sunrise. Conceptual image for global business or European communication technology, elements from NASA

Der World Earth Day wird inzwischen in 175 Ländern der Welt gefeiert. Bild: iStockphoto / NicoElNino

Nachhaltig

World Earth Day: 11 Zahlen, die zeigen, wie es um unseren Planeten steht

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist es offensichtlich: Unserem Planeten geht es schlecht. Umweltverschmutzung, Rodungen, Artensterben, Klimawandel und ein gigantisches Müllproblem stellen unser Ökosystem vor große Herausforderungen. Zeit, einmal das eigene Konsumverhalten zu überdenken – und so die Wertschätzung für die Umwelt zu stärken. Aus diesem Grund wird seit rund 50 Jahren am 22. April der World Earth Day gefeiert – mittlerweile in über 175 Ländern.

In diesem Jahr steht der World Earth Day unter dem Motto "Restore our Earth". In Deutschland steht insbesondere nachhaltige Ernährung im Mittelpunkt – schließlich kann hier jeder seinen Beitrag leisten. "Die Erde und Klima brauchen Zeit, um sich von rücksichtsloser Ausbeutung zu erholen. Jeder Bissen zählt, damit sich die Erde erholen kann", erklärt Earth Day Präsident Thomas Dannenmann. Das Motto deshalb: "Jeder Bissen zählt. Schütze was du isst – schütze unsere Erde."

Aber wie steht es eigentlich um den Schutz der Erde – und deren Zerstörung? Watson hat zum Überblick 11 Zahlen und Fakten zusammengetragen.

1,6

Die Menschheit verbraucht mehr natürliche Ressourcen, als die, die sich jährlich erneuern. Laut dem Living Planet Report lebt die Menschheit zur Zeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Der Earth Overshoot Day zeigt jedes Jahr an, wann die Menschheit ihre Ressourcen für das Jahr eigentlich aufgebraucht hat. 1987 fiel er noch auf den 19. Dezember, im vergangenen Jahr schon auf den 22. August – trotz Corona-Lockdown. Übrigens: Hätte die Weltbevölkerung den ökologischen Fußabdruck des Durchschnitts-US-Amerikaners bräuchte man sogar ganze vier Planeten, bei unserem Umweltverbrauch in Deutschland würden wir eigentlich 2,5 Planeten benötigen. Würden wir alle so leben wie die Menschen in Indonesien, würden wir nur 70 Prozent der weltweiten Ressourcen benötigen.

1.000.000.000

Viele Ressourcen braucht vor allem die Viehzucht. Inzwischen haben allerdings weltweit etwa eine Milliarde Menschen Fleisch komplett von ihrem Speiseplan gestrichen – sie ernähren sich vegetarisch oder vegan. Mit 38 Prozent Vegetariern liegt Indien an der Spitze, Israel hat mit fünf Prozent die meisten Veganer. In Europa hinken wir da noch deutlich hinterher. Die Spitzenplätze innerhalb des Kontinents nehmen Österreich, Deutschland und Großbritannien mit jeweils 9 bis 10 Prozent Vegetariern ein.

60

60 Kilogramm Fleisch: So viel isst jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Das ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern auch ungesund – wir essen zwei bis viermal so viel, wie gesundheitlich empfohlen wird. Allerdings steigt die Zahl der Flexitarier: Mehr als die Hälfte der Deutschen isst inzwischen seltener und bewusster Fleisch.

30

Viele Menschen essen aber nicht nur weniger Fleisch, sondern achten auch generell mehr auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. 30 Prozent der Deutschen gaben in einer Umfrage an, seit der Corona-Pandemie mehr Bio-Lebensmittel zu kaufen. Der Boom hat auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft: Der Umfang der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland stieg nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums allein im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent auf rund 1,6 Millionen Hektar. Damit wird inzwischen rund ein Zehntel der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet.

50

Auch die urbanen Gebiete werden größer: 50 Prozent der Weltbevölkerung lebt schon jetzt in Städten, und die Zahl der Städter nimmt weiter zu: 2050 sollen Berechnungen zufolge zwei von drei Menschen im urbanen Raum leben. Das hat Folgen auf den ökologischen Fußabdruck. Dieser ist bei einem Bewohner von Peking beispielsweise fast dreimal so groß wie bei einem durchschnittlichen Chinesen.

38,5

Fast 40 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder Deutsche im Jahr. Damit sind wir deutlich sparsamer als die Iren, die rund 58 Kilo Kunststoffmüll verursachen, produzieren aber noch immer 15 Kilo Plastikmüll mehr als die Schweden. Das weltweite Abfallaufkommen liegt insgesamt bei etwa zwei Milliarden Tonnen im Jahr.

450

Plastik ist nicht per se schlecht. Aber warum Plastikmüll, wenn er nicht recycelt wird und stattdessen in der Natur landet, so dramatisch ist, zeigt aber eine weitere Zahl: Eine PET-Flasche braucht ganze 450 Jahre, bis sie sich zersetzt hat, eine Angelschnur sogar 60 Jahre. Landen sie im Meer, sind sie für Meerestiere eine Bedrohung – und wabern danach noch immer als Mikroplastik durch die Ozeane.

24.000

Nicht nur Plastikmüll bedroht die Wildtiere, sondern auch Rodungen, Wilderei und der Klimawandel. Auf der Liste der bedrohten Tierarten stehen mittlerweile rund 83.000 Arten, etwa 24.000 von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Darunter ist etwa der Berggorilla.

1,5

Um 1,5 Grad hat sich die Temperatur in Deutschland bereits seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 erwärmt. Würde der Klimawandel überall auf der Welt so schnell voranschreiten, hätten wir die Marke, unter der wir zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens bleiben müssen, also schon erreicht. Global betrachtet hat sich das Klima bisher aber erst um ein Grad erwärmt – weil sich beispielsweise die Luft über den Ozeanen langsamer erwärmt als über Land.

300.000

Eine Waldfläche fast so groß wie Deutschland – rund 300.000 Quadratkilometer – wird jedes Jahr weltweit abgeholzt oder abgebrannt. Gut die Hälfte davon wird in tropischen Ländern gerodet, in Brasilien etwa, in der Demokratischen Republik Kongo oder Indonesien. Hauptursachen: Brandrodung, um Äcker für die Landwirtschaft und Rinderweiden zu schaffen und die Umwandlung von Wäldern in Ölpalm-, Soja-, Bananen- oder Kaffeeplantagen.

45,5

Gute Nachrichten gibt es allerdings aus dem Energiesektor: Der Anteil der erneuerbaren Energien an unserem Strom steigt, in Deutschland liegt er mittlerweile bei 45,5 Prozent. Damit haben die erneuerbaren Energieträger erstmals die fossilen überholt. Der Anstieg kommt durch die Zunahme an Photovoltaikanlagen zustande – und durch die günstigen klimatischen Bedingungen im vergangenen Jahr mit viel Sonne und Wind.

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