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Women, owener of small business packing product in boxes, preparing it for delivery.

Die Nachfrage nach Second-Hand-Ware steigt – das hat Zalando bemerkt. Bild: E+ / svetikd

Zweite Chance für Fehlkäufe: Bei Zalando gibt es nun Second-Hand-Kleidung

Online sah das Kleid super aus, bei der Anprobe passte es perfekt – doch dann hängt es monatelang im Schrank, ohne auch nur einmal getragen zu werden. Bei Zalando können solche Fehlgriffe nun wieder als Second-Hand-Ware verkauft werden. Neuwertige gebrauchte Jeans, Blusen oder Mäntel können dort ab sofort zurückgegeben und gegen eine Gutschrift für den nächsten Einkauf getauscht werden – oder gegen eine Spende an das Deutsche Rote Kreuz oder WeForest.

Gleichzeitig haben Kunden auf Zalando die Möglichkeit, Second-Hand-Ware zu einem günstigeren Preis zu erstehen. Das Projekt mit dem Namen pre-owned gibt es ab sofort in Deutschland und Spanien, im Oktober sollen Frankreich, Belgien, die Niederlande und Polen folgen.

Wer Kleidung verkaufen möchte, muss diese fotografieren und das Bild mit Angaben zu Größe und Marke hochladen. Anschließend wird ein Preis angezeigt, der akzeptiert oder abgelehnt werden kann. Dann wird die Kleidung eingeschickt, geprüft, und der Verkäufer entscheidet sich für Gutschein oder Spende. Um akzeptiert zu werden, müssen alle re-owned Artikel "wie neu" sein, schreibt Zalando, also ohne sichtbare Defekte oder Gebrauchsspuren aufzuweisen.

Zalando verspricht ein "qualitätsgeprüftes, tagesaktuelles Sortiment für den Fashion-Store" für Millionen von Kunden in Europa. Tatsächlich gibt es Second-Hand-Einzelstücke, die deutlich günstiger zu haben sind als die neue Ware: Ein pre-owned Michael-Kors-Strickpulli wird beispielsweise für 29 Euro angeboten, während ein ähnlicher neuer Pullover für 189 Euro gelistet ist. Wer das günstigere Teil kaufen möchte, muss allerdings die Farbe pink mögen und in Größe XS passen – so ist das bei Einzelstücken eben. Für den Versand der Second-Hand-Kleidung testet der Konzern den Einsatz von recyceltem Papier.

Nicht alles, was Second-Hand ist, kann getauscht werden

"Das Interesse für pre-owned Mode ist hoch und steigt kontinuierlich, besonders unter Millennials", erklärte der zuständige Zalando-Manager Torben Hansen. Zalando wolle "müheloses Eintauschen von neuwertiger gebrauchter Mode und ein hochwertiges Einkaufserlebnis in diesem Segment" bieten.

Das pre-owned-Konzept wird vermutlich allerdings nur auf einen Bruchteil der Second-Hand-Ware anwendbar sein. Viele Kleider, die ihr Dasein im Schrank fristen, haben wir wohl zumindest ab und zu getragen, deswegen sind sie dementsprechend nicht mehr völlig neuwertig. Neue Kleidung, die doch nicht gefällt, kann bei Zalando ohnehin 100 Tage zurückgegeben werden. Wahllos neue Kleidung zu kaufen in dem Wissen, sie schon irgendwann zurückschicken zu können, ist jedenfalls sicherlich nicht der richtige Ansatz.

Zalando ist nach eigenen Angaben Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle: Bekleidung, Schuhe, Accessoires und Kosmetik. Das Unternehmen wurde 2008 in Berlin gegründet und hat heute mehr als 34 Millionen aktive Kunden. Ziel von Zalando ist, "zur ersten Anlaufstelle für Mode zu werden". Einen großen Gewinn verspricht sich Zalando durch das pre-owned-Konzept übrigens erst einmal nicht – vom Imagegewinn einmal abgesehen.

(ftk/dpa)

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