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Die Sportmatten sind zu 100 % recycelbar. bild: land&sea

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Upcycling: Start-up macht Sportmatten aus alten Neoprenanzügen

Wer als Kind mit dem Surfen oder Tauchen anfängt, sammelt im Laufe der Jahre viele Neoprenanzüge an, ohne die es im Wasser einfach zu kalt wäre. Diese Anzüge sind leider nicht biologisch abbaubar und werden in der Regel, dann wenn sie nicht mehr passen, weggeworfen oder verstauben im Keller.

Damit die Neoprenanzüge, abgekürzt Neos, ein zweites Leben bekommen, haben Sophie Schlünsen und Dorothea Swane "Land&Sea" gegründet. Das Start-up recycelt die Neos zu Sportmatten und bringt sie so zurück in den Kreislauf.

Neopren wird auch Polychloropren oder Chloropren-Kautschuk genannt. Es wurde in den 1930er Jahren entwickelt und wird bis heute hauptsächlich synthetisch hergestellt. Für die Produktion des Plastik- bzw. Gummimaterials wird größtenteils fossiles Erdöl verwendet, es ist eine energieintensive Herstellung, bei der viel CO2 entsteht. Das ist alles andere als nachhaltig und die Suche nach alternativen, umweltfreundlichen Stoffen für die "Wet Suits" läuft. Beispielsweise Patagonia verwendet seit 2016 nur noch Naturkautschuk für seine Anzüge. Da aber momentan noch viele Neopren-Anzüge im Umlauf sind, wollen Sophie und Dorothea sie wenigstens recyceln.

1113 Neoprenanzüge wurden den Gründerinnen nach eigenen Angaben von Surfern bisher schon geschenkt. Auf ihrer Website rechnen sie: "Es gibt 4.5 Millionen Surfer*innen in Europa. Wenn jeder dieser Surfer*innen 2-3 alte Neoprenanzüge zuhause rumfliegen hat, wären das zwischen 9 und 13 Millionen alte, unbenutzte Neoprenanzüge allein in Europa." Dagegen möchten Sophie und Dorothea etwas tun und sammeln an acht Standorten im Norden Deutschlands die abgenutzten Neos in Spendenboxen ein.

Was danach mit den Neos passiert, haben die beiden Gründerinnen aus Kiel in einer Infografik zusammengefasst. Zuerst wird der Neoprenanzug von Reißverschlüssen befreit, dann zerkleinert und anschließend zu einer Sportmatte gepresst. Auf der fertigen Matte lassen sich zum Beispiel Yoga oder andere Fitnessübungen machen. Wenn sie irgendwann kaputtgeht, kann sie erneut zerkleinert und zu einer neuen Matte recycelt werden.

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So sieht der Kreislauf aus, den das Neopren durchläuft. bild: land&sea

Teurer als andere Sportmatten ist die "Land&Sea"-Matte mit einem Preis von 109 Euro auf jeden Fall. Sie besteht jedoch zu 98 % aus Neopren und ist zu 100 % recycelbar. Momentan sind die Matten nur vorbestellbar, ab Mitte des Jahres werden sie dann ausgeliefert.

(sb)

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