Deutschland
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Curry 36: ein Kult-Imbiss in Berlin. Bild: imago images / Rolf Kremming

"Winterwurst" statt "Weihnachtswurst": Kult-Imbiss trollt Rechte

Zwei Dinge sind den Deutschen heilig: Weihnachten und die Wurst. An Heiligabend wird die Wurst aufgetischt. Und gut is! Das haltet ihr für übertrieben? Dann sucht mal im Supermarkt eures Vertrauen nach der "Deutschländer".

Nun aber hat das Imbissunternehmen Curry 36 die wurstselige Adventszeit treu-deutscher Wurstesser gestört. Auf Facebook teilte das Unternehmen am Mittwoch mit: Die "Weihnachtswurst" werde künftig "Winterwurst" heißen.

Skandal! Die Islamisierung reicht jetzt bis zur Würstchenbude, hackten wütende Wurstbürger in die Kommentarspalte.

Winterwurst? Wirklich? Achtung!

Unter dem Post sammelte sich die Wut der Menschen, die an einen vermeintlichen Kulturkampf um Weihnachten glauben. "Ich würde sagen, dann fresst sie alleine, ich kaufe keine Winterwurst", schreibt eine Frau.

Den Gipfel der Alman-Wut erreichten unsere Freunde von der rechte Hetzseite "Journalistenwatch": "Die 'Erfinderin' der Currywurst, Herta Heuwer, würde sich bestimmt im Grab umdrehen und den linksradikalen Erbschleichern ihre Wurst vor die Füße spucken."

Dumm nur: Bei Curry 36, einer Kult-Currywurstbude, gab es nie eine "Weihnachtswurst". Der Facebook-Post ist ein Scherz, wie die "Berliner Morgenpost" zuerst berichtete.

Man hätte auch darauf kommen können...

Viele Facebook-Nutzer durchschauten den Marketing-Gag auch. Die Moderatoren der Facebook-Seite von Curry 36 gaben auch Hinweise auf ihre Intention. "Hast du denn immer unsere Weihnachtswurst gekauft?", fragen sie einen erzürnten Nutzer.

Immer wieder gibt es zur Oster- oder Weihnachtszeit Aufregung bei Rechten und vermeintlich besorgten Bürgern vor einer vermeintlichen Islamisierung. Der Osterhase heißt jetzt Schmunzelhase? Unfassbar. Der Weihnachtsstern heißt jetzt Herbststern? Danke, Merkel. Die rechte Wut ist fast schon eine Feiertagstradition.

(ll)

"Ich bin es leid": Virologin Brinkmann mit leidenschaftlichem Appell

Auf der Bundespressekonferenz am Dienstag sprachen unter anderem Jens Spahn und der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Lars Schaade. Spahn sprach im Zusammenhang mit Corona von einer "Mammutaufgabe" für Regierung und Gesellschaft.

Zu Gast auf der Bundespressekonferenz war auch Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Sie kam erstmal einige Minuten zu spät, weil ihr Zug Verspätung hatte. Dafür legte sie dann umso vehementer los.

"Ich habe kein Skript …

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