Deutschland
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Ein Mann mit Ambitionen: Jens Spahn. Bild: imago/watson-montage

Jens Spahns gewagte Krebs-Prognose – ein Versprechen in 3 Akten

Jens Spahn backt keine kleinen Brötchen. Er mag es visionär. Im alten Jahr musste er viel Kritik dafür einstecken, als er die umstrittene Hartz-IV-Reform verteidigte.

Jetzt hagelte es erneut Kritik, weil der Gesundheitsminister vergangene Woche mit der Prognose für Aufsehen sorgte, dass er Krebs in zehn bis 20 Jahren für besiegbar halte. Experten äußerten erhebliche Zweifel und warnten davor, falsche Hoffnungen zu wecken.

Allein in Deutschland erkranken fast 500.000 Menschen jedes Jahr neu an Krebs, rund 220.000 sterben daran. Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen damit die zweithäufigste Todesursache.

Das hat Jens Spahn gesagt

"Es gibt gute Chancen, dass wir in zehn bis 20 Jahren den Krebs besiegt haben."

Das sagte Jens Spahn am Freitag der "Rheinischen Post".

Der medizinische Fortschritt sei immens, die Forschung vielversprechend. "Es gibt Fortschritte bei der Krebserkennung, bei der Prävention", so Spahn.

Er twitterte:

Immerhin ein Fünftel der Krebserkrankungen ließe sich aufs Rauchen zurückführen, fügte Spahn hinzu. Eine weitere Ursache seien schlechte Ess- und Lebensgewohnheiten, die sich durch Aufklärung stärker in den Griff bekommen ließe. Der Gesundheitsminister sieht zudem bei der Vorsorge erhebliche Fortschritte.

Auf Spahns Aussagen folgte Kritik – vor allem von Ärzten.

So reagieren Ärzte

Und so reagierte Jens Spahn auf die Kritik

"Ja, es ist ambitioniert", twitterte Jens Spahn als Reaktion auf die Kritik an seiner Krebs-Prognose.

Ambitioniert sein.

Auch in der "Rhein-Neckar-Zeitung" verteidigte er seinen Vorstoß: "Wir wollen den Krebs besiegen, indem wir ihn beherrschen. Das wird nicht leicht. Aber gerade deshalb müssen wir es mutig und ambitioniert versuchen", sagte er. Er verwies darauf, dass Vorsorge, Früherkennung, Therapie und Forschung große Fortschritte machten. Spahn zog Parallelen zum Kampf gegen Aids: "Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass die Lebenserwartung mit einer gut behandelten HIV-Infektion so hoch sein kann wie ohne Infektion?" Dank erfolgreicher Präventionsarbeit gehört Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten weltweit. "Das gibt doch Zuversicht, dass wir einen Unterschied machen können."

Große Ziele setzen.

Gleichzeitig nahm er im "Bayerischen Rundfunk" zum Vorwurf Stellung, Hoffnungen zu wecken: Er wolle "überhaupt keine Illusionen wecken, aber ich finde schon, wir sollten uns ambitionierte Ziele stecken". "Es geht nicht darum, dass überhaupt kein Krebs mehr entsteht", sagte Spahn. "Aber es geht darum, dem Krebs so weit es geht den Schrecken zu nehmen, weil es eben bessere Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, bessere Früherkennung und Prävention gibt."

(ts/afp/dpa)

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