Deutschland
German Health Minister Jens Spahn visits a warehouse of logistics company Fiede in Apfelstaedt near Erfurt, Germany, April 3, 2020, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues.   Martin Schutt/Pool via REUTERS

Gesundheitsminister Spahn bevorzugt bei der Schutzkleidung chinesische Masken Bild: reuters / POOL

Deutsche Händler blieben auf Masken sitzen: Warum Spahn in China kauft

In der Bekämpfung des Coronavirus setzt das Gesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) auf den weltweit größten Produzenten einfacher medizinischer Schutzausrüstung: China. Das ist ein wenig verwunderlich, weil die Abhängigkeit von der Volksrepublik in der Krise auch gefährlich sein kann.

Außerdem: Wie bereits bekannt geworden war, wandten sich auch einige heimischen Textilhersteller direkt an das Gesundheitsministerium, mit dem Angebot, Masken liefern zu können. Mit dem Verweis auf die Vertragsbeziehungen nach Asien wurden diese jedoch immer abgelehnt.

Warum?

Das sagt das Gesundheitsministerium

Der FDP-Abgeordnete Alexander Müller wollte genau das vom Gesundheitsministerium wissen. Die Antwort des Ministeriums, die der "Welt" vorliegt, lautet:

"Vor allem die Beschaffung vor Ort in China zeigt kurzfristig Wirkung. Sie erlaubt den Zugriff auf sehr große Kapazitäten der bisher überwiegend dort angesiedelten Hersteller."

Antwort des Gesundheitsministeriums quelle "Welt"

Aber es würden durch "liefer- und produktionsintensivierende Maßnahmen" auch Anreize für deutsche Unternehmen gesetzt, "in Deutschland persönliche Schutzausrüstung zu produzieren".

Kritik an Spahn

Für FDP-Politiker Müller ist diese Antwort nicht nachvollziehbar. "Die Bundesregierung ist nicht darauf eingegangen, warum man deutschen Herstellern grundsätzliche Ablehnschreiben zuschickt", zitiert die "Welt" den FDP-Politiker.

Er betont außerdem:

"Ich gehe davon aus, dass man ziemlich kaltschnäuzig schlicht weiter in China einkauft, statt deutschen Herstellern auch eine Chance zu geben und die Umstellung der Produktion hierzulande zu honorieren."

Alexander Müller quelle: welt

Ob am Ende der Preis für den Einkauf von chinesischen Masken ausschlaggebend ist, geht aus der Antwort des Ministeriums nicht hervor. Dem "RND" aber hatte Spahn Anfang April gesagt: "Von den Arbeitskosten her haben wir hier andere Voraussetzungen als in China, doch dafür finden sich sicherlich Lösungen."

(lau)

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    Alle Leser-Kommentare
  • RoLo43 26.04.2020 16:55
    Highlight Highlight Nur eine kleine erkenntnistheoretische Kurzlektion:

    Ethik und Ökonomie gehören ganz einfach nicht zusammen. Wer da versucht eine Verbindung herzustellen, erleidet gnadenlos Schiffbruch. Vernunft kann mit gutem Willen eventuell zwischen Humanismus und Wirtschaft eine Brücke bauen. Aber auch da ist immer Skepsis angebracht.
  • Dorian 26.04.2020 09:21
    Highlight Highlight Spahn gehört meiner Meinung nach mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Zuerst verharmlost er alles, dann kriegt er die große Panik, jetzt will er wieder alles öffnen, (um der Pandemie eine neue Chance zur 2. Welle zu geben) angeblich um die deutsche Wirtschaft zu retten, dann kauft der Schlaumeier aber die Schutzmasken in China! Der weis doch nicht, wieviel 1+1 ist!! Dummheit pur!
    • Apollo 26.04.2020 13:56
      Highlight Highlight Würde ich auch so sehen ...... einfach unfassbar..... möchte nur anmerken, dass hätten Sie mal im Welt-Forum schreiben sollen, da hätte es sofort eine Verwarnung gegeben.....habe Mal meinen Unmut über Fr.Merkel kund gegeben, sowas ist nicht erwünscht......wie es hier ist, weiß ich nicht......sollen sie doch gleich alle mit Maulkorb versehen.
  • Maria65 25.04.2020 21:51
    Highlight Highlight Zum Thema Mundschutzmasken möchte ich folgendes anmerken: Noch vor 6 Monaten kosteten 50 Stück Einmal-Mund-/Nasenschutzmasken 4,99 Euro + MWSt. Mittlerweile kosten 50 Stück vergleichbare Mundschutzmasken ab 54,25 (!!) Euro, bzw. 64,55 Euro mit MWST, aufwärts. Mir ist klar -Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis- doch diese immense Preiserhöhung ist mehr als unverschämt.

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