Deutschland
Bild

Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz wurde am Samstagabend geräumt. Bild: dpa

Deine Fragen - unsere Antworten

Innensenator zum Breitscheidplatz: "Räumung war richtige Entscheidung"

Eure Fragen unsere Antworten

Bild: watson

Die Polizei hat am Samstagabend den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz vorübergehend geräumt. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Was ist passiert?

Auslöser für die Räumung waren zwei Männer, deren Verhalten Polizeibeamten auffiel. Sie hätten sich sehr zügig vom Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz entfernt und dabei andere Besucher angerempelt und beiseite gedrängt, berichtet die Polizei am Sonntag.

Als die Polizei beide Personen überprüfte, habe sich bei einem Mann eine Differenz zwischen Pass und Aufenthaltstitel ergeben. Anschließend wurde der Breitscheidplatz geräumt, die Polizei suchte nach einem gefährlichen Gegenstand – fand aber nichts.

Alle Besucher hätten den Weihnachtsmarkt ruhig und besonnen verlassen, teilte die Polizei mit. Außerdem habe eine Veranstaltung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vorzeitig beendet werden müssen.

Wer sind die beiden Männer?

Beide Männer seien über einen längeren Zeitraum festgehalten worden. Eine Festnahme gab es aber nicht.

Die ursprüngliche Angabe der Polizei, gegen einen der Männer laufe eine Fahndung, wurde später von den Beamten korrigiert. Demnach führte eine Namensähnlichkeit zu einer Verwechslung.

Am Sonntag bestätigte aber ein Polizeisprecher: Beide Männer gehören der salafistischen Szene an. Ob sie damit auch als islamistische "Gefährder" eingestuft werden, denen ein Anschlag zugetraut wird, sagte der Sprecher nicht.

Waren die Verdächtigen der Polizei bekannt?

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, wurden sie auf dem Weihnachtsmarkt observiert. Die Polizei bestritt dies jedoch.

Was sagt der Innensenator zur Räumung?

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat die Entscheidung der Polizei, den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz am Samstagabend zu räumen, als richtig bezeichnet. Der Einsatz zeige, dass sich die Sicherheitsbehörden "nicht im Routinemodus befinden und weiter wachsam sind", betonte der SPD-Politiker am Sonntag. Die Polizei sei sensibilisiert, präsent und zum Schutz in der Stadt unterwegs. Dafür bedanke er sich ausdrücklich. Eines sei auch klar: "Ein Fehlalarm ist am Ende immer die bessere Nachricht", sagte Geisel.

Der Anschlag 2016 auf dem Breitscheidplatz

Der islamistische Attentäter Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem gekaperten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gerast. Er hatte zuvor den Lastwagenfahrer erschossen und tötete dann mit dem Lkw elf Besucherinnen und Besucher des Marktes. Dutzende Menschen wurden verletzt. Amri wurde später auf der Flucht in Italien erschossen.

Mehrere parlamentarische Untersuchungsausschüsse versuchen seitdem, Fehler und Versäumnisse von Behörden aufzuarbeiten.

(ll/pcl/lin/mit dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Analyse

"An Haaren herbeigezogen": Expertin mahnt zu Vorsicht bei Fall Yves R.

Lydia Benecke ist Kriminalpsychologin. In einem Gastbeitrag für watson erklärt sie das irrationale Handeln des Oppenau-Täters. Dabei rät sie zur Vorsicht in der Beurteilung des Falls – viele Aussagen darüber seien an den Haaren herbeigezogen.

Yves R. hatte am Sonntag vier Polizisten in Oppenau im Schwarzwald bedroht und ihnen ihre Waffen abgenommen. Der 31-Jährige ohne festen Wohnsitz war nach der Tat in den Wald geflüchtet. Mit einem Großaufgebot durchkämmte die Polizei am Montag und …

Artikel lesen
Link zum Artikel