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Boris Palmer kritisiert Fotos der Bahn – so wehrt er sich gegen den folgenden Shitstorm

Boris Palmer ist der wohl am häufigsten provozierende Bürgermeister Deutschlands.

An diesem Dienstag hat der Oberbürgermeister Tübingens seinem Ruf wieder einmal alle Ehre gemacht. Der Grünen-Politiker hatte auf einer Webseite der Deutschen Bahn einige Fotos entdeckt, die er – wie er selbst schrieb – nicht "nachvollziehbar" fand.

Die Fotos finden sich direkt auf der Webseite der Bahn über der Reiseauskunft. Sie sollen wohl darstellen, wer alles mit der Bahn fährt. Männer, Frauen, Kinder sind zu sehen. Palmer aber fragte sich bei den Fotos: "Welche Gesellschaft soll das abbilden?"

Was Palmer damit meinte? Seht selbst:

"Der shitstorm wird nicht vermeidbar sein", prophezeite er selbst noch. Und die Reaktionen kamen. Jedoch um einiges kreativer und lustiger, als Palmer das selbst wohl erwartet hatte.

Die besten Reaktionen auf Palmer:

Die Satire-Sendung Extra3 präsentierte auf ihrem Twitter-Account, wie Palmer mit der Bahn-Seite zufrieden gewesen wäre. Es wurde sehr Palmer-lastig:

Ähnliches hatte auch die Satire-Seite "Der Gazetteur" im Sinn – und photoshoppte den pöbelenden Hutbürger aus Dresden in die Webseite der Bahn:

Der "Titanic"-Redakteur Moritz Hörtgen witzelte (zynisch):

Die härtesten Reaktionen auf Palmer:

Es hagelte aber auch etwas ernsthafter formulierte Kritik.

Die Türkische Gemeinde Deutschland antwortete über Twitter auf die Frage Palmers, welche Gesellschaft da abgebildet sei:

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Johannes Vogel schrieb:

Auch die Bahn selbst antwortete schließlich. Und erklärte, dass es sich bei den abgebildeten Personen (immerhin Nico Rosberg, Nazan Eckes und Nelson Müller) um "positive und repräsentative Identifikationsfiguren" handele.

Palmer erklärte sich nach einiger Zeit und ergänzte seinen ursprünglichen Facebook-Post um zwei Absätze. Er schrieb:

"Alle, die mich jetzt fragen, warum ich dieses Thema aufgreife, frage ich zurück: Wenn die Auswahl dieser Bilder vollkommen belanglos, normal, unbedeutend ist, warum regt ihr euch dann so auf?"

Der Oberbürgermeister fügte auch noch hinzu: "Was wir hier diskutieren, ist Identitätspolitik."

"Die einen sagen, man wisse nicht mehr, in welchem Land man lebt, die anderen bekämpfen alte weiße Männer. Und gemeinsam haben die Identitätspolitiker es ziemlich weit damit gebracht, uns zu spalten."

Palmer selbst sah seinen Betrag offenbar nicht als "spaltend" an.

Update: Palmer verfasste dann am Mittwoch noch einen langen Facebook-Post und nahm zu den Rassismus-Vorwürfen Stellung. "Es ist nicht rassistisch, die Frage nach der Hautfarbe zu beachten, sondern ein geforderter Standard.Ich habe übrigens die Themen Herkunft und Hautfarbe gar nicht angesprochen. Das waren meine empörten Kritiker", schrieb er.

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