Im Berliner Kippa-Prozess hat der Angreifer Berufung eingelegt – wie es nun weitergeht

Der Fall der Gürtel-Attacke auf einen Kippa-Träger in Berlin kommt nicht zur Ruhe: Nun hat die Verteidigung des 19-jährigen Syrers, der Mitte April mit einem Gürtel auf einen 21-jährigen Israel eingeschlagen hatte, Berufung gegen das Urteil eines Berliner Jugendgerichts eingelegt.

Das teilte eine Gerichtssprecherin am Samstag mit. Der Fall geht damit vor das Berliner Landgericht.

Nach der Attacke kam es zu Protesten: 

Video: watson/Felix Huesmann, Leon Krenz, Lia Haubner

Der nicht jüdische Israeli hatte die Schläge gefilmt und die Aufnahme ins Netz gestellt. Zu sehen ist, wie ein Mann wütend und hasserfüllt auf den Filmenden einschlägt und auf arabisch "Jude" ruft.

Die Attacke hatte über Deutschland hinaus Bestürzung und zugleich eine Welle der Solidarität ausgelöst.

Der Verurteilte saß rund fünf Wochen in Untersuchungshaft, dafür bekam er keine Entschädigung. Gegen diese Entscheidung hatte seine Anwältin bereits am Freitag Beschwere eingelegt.

Der Syrer hatte die Schläge mit dem Gürtel zugegeben, eine von der Anklage angenommene Hasskriminalität aber bestritten. Er habe sich im Recht gefühlt, weil er zuerst beschimpft worden sei. Zudem habe er unter Einfluss von Drogen gestanden. Das Gericht sah hingegen antisemitische Motive.

(pb/dpa)

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