10.06.2020, Bayern, München: Polizisten stehen nahe der Stelle, an der am Nachmittag ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen gefahren ist. Drei Menschen wurden verletzt, ob durch die Kollision mit dem Auto oder durch die nachfolgende Prügelei, war zunächst unklar. Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am Mittwoch war in München ein Transporter auf offener Straße in eine Menschengruppe gefahren. Bild: dpa / Matthias Balk

Festnahmen nach Auto-Attacke in München: Spur führt in Rocker-Milieu

Nach der mutmaßlich mit der Rockerszene in Verbindung stehenden Attacke auf eine Menschengruppe in München hat die Polizei fünf Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Vier davon wurden bis zum Donnerstagnachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt, wie die Polizei in der bayerischen Landeshauptstadt mitteilte. Die Ermittlungen zu einer möglichen Tatbeteiligung dauern an. Unterdessen verdichteten sich die Hinweise auf einen Bezug zum Rockermilieu.

Am Mittwoch war in München ein Transporter auf offener Straße in eine Menschengruppe gefahren. Nach Polizeiangaben stiegen die Insassen des Autos nach dem Vorfall aus, prügelten auf die umstehenden Menschen ein und flohen dann. Täter und Opfer sollen sich gekannt haben. Drei Männer im Alter von 42, 45 und 56 Jahren wurden verletzt, aber nicht lebensbedrohlich.

Nach bisherigen Ermittlungen wurde zunächst ein 45-Jähriger auf der Straße von zwei Verdächtigen mit einem Stichwerkzeug angegriffen. Während zwei Bekannte dem am Boden liegenden Mann zu Hilfe eilten, fuhr zeitgleich ein schwarzer Transporter auf die drei Männer zu, die dann außerdem erneut attackiert wurden. Sowohl die Angreifer als auch die Insassen des Transporters flüchteten anschließend.

Die Polizei leitete eine Großfahndung ein und fand den Transporter im Münchner Stadtteil Am Hart. Die Ermittlungen führten zudem auf die Spur der fünf im Großraum München vorläufig Festgenommenen. Die Ermittlungen hinsichtlich einer möglichen Tatbeteiligung oder Zugehörigkeit zu entsprechenden Gruppierungen dauerten an, teilte die Polizei mit. Es würden weiter Spuren, Hinweise und Zeugenaussagen ausgewertet.

(hau/afp)

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