Deutschland
 10. AFD Bundesparteitag in Braunschweig Georg Pazderski, Braunschweig Deutschland Volkswagenhalle Braunschweig *** 10 AFD Federal Party Congress in Braunschweig Georg Pazderski, Braunschweig Germany Volkswagenhalle Braunschweig

Ein Facebook-Post könnte für Georg Pazderski Konsequenzen haben. Bild: www.imago-images.de / Sammy Minkoff

Hilfsorganisation Sea-Eye erstattet Anzeige gegen AfD-Politiker

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat bei der Polizei Strafanzeige gegen den AfD-Politiker Georg Pazderski erstattet. Anlass sei eine Mitteilung des Berliner Politikers bei Facebook, teilte die Organisation mit Sitz in Regensburg am Samstagabend mit. Pazderski hatte in einem Post angedeutet, dass die Besatzung des Rettungsschiffes "Alan Kurdi" eine Mitverantwortung für den Tod der Terroropfer von Nizza trage.

Schiff Alan Kurdi Seenotrettungsschiff Alan Kurdi der Hilfsorganisation Sea-Eye im Hafen von Burriana Spanien, Anfang Februar 2020. *** Ship Alan Kurdi Alan Kurdi of the Sea Eye aid organisation in the port of Burriana Spain, beginning of February 2020

Das Schiff "Alan Kurdi" der Hilfsorganisation Sea-Eye. Bild: www.imago-images.de / Tim Wagner

Pazderski verbreite "die Unwahrheit, um die Trauer und Betroffenheit der Menschen zu missbrauchen und sie gegen Seenotretter aufzuhetzen", erklärte Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye. Der AfD-Politiker habe sich auf Facebook auf angebliche Recherchen bezogen und ein Bild mit der Schlagzeile "Deutsche 'Alan Kurdi' brachte Nizza-Attentäter nach Europa" veröffentlicht, ohne konkrete Quellen für seine Behauptung zu benennen.

Sea-Eye: Nizza-Attentäter war nicht an Board der "Alan Kurdi"

Der Attentäter von Nizza sei nicht an Bord der "Alan Kurdi" nach Frankreich gelangt, erklärte Sea-Eye. Seit der Erklärung Pazderskis auf Facebook erreichten den Verein jedoch verstärkt Anschuldigungen, Beleidigungen und schwere Vorwürfe. "Hier versucht ein Rechtspopulist auf schändlichste Weise das Leid der Opfer und deren Angehörige sowie die Betroffenheit der Menschen für seine eigene politische Agenda auszunutzen", kritisierte der Sea-Eye-Vorstand. "Diese Attacke muss Konsequenzen haben", forderte er.

 December 21, 2019, Palermo, Italy: Volunteers and crew members pose for a photo on the the Alan Kurdi rescue ship during the rescue simulation on the Port of Palermo..Sea-Eye s Alan Kurdi rescue ship patrols off the Libyan coast in an attempt to save lives at the sea. More than 19,000 refugees and migrants have died since 2014 trying to cross the Mediterranean. Palermo Italy PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAs197 20191221zabs197119 Copyright: xSallyxHaydenx

Besatzungsmitglieder der "Alan Kurdi" an der Küste Italiens im Dezember 2019. Bild: www.imago-images.de / Sally Hayden

Seit der Gründung des Vereins im Jahr 2015 habe Sea-Eye über 15.000 Menschenleben gerettet. Die Organisation stehe für das Leben, für die Menschenrechte und für ziviles Engagement. "Wir waren alle schrecklich entsetzt über diesen Terroranschlag und verurteilen ihn aufs Schärfste", erklärte Isler.

Bei dem mutmaßlichen Attentäter von Nizza handelt es sich nach Angaben der Ermittler um einen 21-jährigen Tunesier namens Brahim Issaoui. Nach derzeitigem Ermittlungsstand traf er erst einen oder zwei Tage vor der Tat in Frankreich ein, er war über Italien ins Land gekommen.

Er hatte hatte am Donnerstag in der Basilika Notre-Dame im südfranzösischen Nizza zunächst einen Mann und eine Frau getötet; eine verletzte Frau konnte in eine Bar flüchten, erlag dort aber ihren Verletzungen. 

(lau/afp)

Analyse

Experte zu Beobachtung durch Verfassungsschutz: "Fatale Konsequenzen für AfD"

Der Nationalsozialismus sei ein "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte, Geflüchtete "Fachkräfte für Messerattacken" und wenn man an die Macht komme, werde endlich "aufgeräumt".

Das sind Zitate und rechte Parolen, die von AfD-Politikern stimmen. Mitglieder machten Schlagzeilen, weil sie sich Hitler-Bilder hin- und herschickten oder Fotos von Objekten aus der NS-Zeit posteten. Und die AfD feierte lange trotz – oder vielleicht auch wegen – solcher Provokationen einen Wahlerfolg nach dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel