Deutschland

Die Zentren verwandeln sich in Verfahren: Die GroKo hat ein Asylpaket hinbekommen

Olaf Scholz (SPD) kann sich die kleine verbale Ohrfeige nicht verkneifen.

Der Vizekanzler sagt:

"Man darf hoffen, dass das Sommertheater jetzt zu Ende ist“

Am Donnerstagabend tritt er zusammen mit SPD-Chefin Andrea Nahles als erstes vor die Kameras. Die Botschaften der Beiden sind eindeutig: Es gibt ihn endlich, den Kompromiss zwischen CDU, CSU und SPD bei der Asylpolitik. Und: Die SPD hat ihre Interessen durchgesetzt.

Nahles sagte:

"Wir haben die wichtigsten Essentials aus unserem Fünf-Punkte-Plan im neuen Abkommen untergebracht“

Was steht also drin?

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt.

Seehofer sagt am Donnerstagabend:

"Das ist von A bis Z so, wie man es sich als Innenminister wünscht."

"Wir fühlen uns mit unseren Anliegen bestätigt", ergänzt der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe Alexander Dobrindt.

Gleichzeitig kann auch Seehofer sich gleich zwei verbale Ohrfeigen nicht verkneifen.

Bei einer adhoc-Pressekonferenz vor dem Bundestag am Donnerstagabend betont er gegenüber Journalisten immer wieder: "Das heißt jetzt nicht mehr Asylzentrum, sondern Verfahren."

Das ist eine Spitze gegen die SPD und soll sagen: Auch wenn man jetzt von Asylverfahren spricht, steckt noch immer der alte CSU-Plan darin.

In Richtung der Bundeskanzlerin wiederholte Seehofer eine Aussage, die ihm schon am Morgen im Bundestag als Angriff auf Angela Merkel ausgelegt wurde.

Die Verhandlungen um Rücknahmeverträge, so sagte Seehofer, seien am Schluss des Tages Chefsache. Falls er selbst also keine Fortschritte mit italien und Spanien bei den Abkommen erzielen könne, müsse das von der Kanzlerin geklärt werden.

An Kritiker der  Asylverfahren/zentren gerichtet, sagte Seehfoer: "Es war immer Unrecht, davon zu reden, dass jemand in Haft genommen wird." Die Asylsuchenden müssten auch nicht im Polizeigebäude bleiben, sondern ihnen stünde es jederzeit frei, in jedes andere Land weiterzureisen.

Exklusiv

"Die junge Generation braucht im Bundestag eine noch stärkere Stimme": So viele junge Menschen kandidieren 2021 für den Bundestag

Euphorie bei der Grünen Jugend, Frust bei der Linksjugend, Zuversicht bei der Jungen Union: Wie viele Menschen bis 35 sich bei den demokratischen Parteien bisher auf den Weg ins Parlament machen – und welche bekannten Gesichter darunter sind.

Weiße, Männer, Akademiker: Im 2017 gewählten Deutschen Bundestag sind manche soziale Gruppen deutlich stärker vertreten als in der Gesamtbevölkerung. Andere dagegen sind unterrepräsentiert: Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte – und junge Erwachsene. Die "Süddeutsche Zeitung" hat diese Unterschiede zwischen Gesamtbevölkerung und Abgeordneten einmal herausgearbeitet: Nur 8,5 Prozent der Bundestagsabgeordneten waren zu Beginn der Legislaturperiode zwischen 18 und 35 Jahre alt. Ihr …

Artikel lesen
Link zum Artikel