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Jens Spahn konnte sich mit seinem Vorstoß zur Organspende nicht durchsetzen. Bild: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

"Wie konservativ ist Deutschland": So reagiert das Netz auf die Organspenden-Entscheidung

Der Bundestag hat am Donnerstag entschieden: Eine radikale Reform der Organspenden-Regelung kommt nicht. Statt der von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) und weiteren Abgeordneten favorisierten doppelten Widerspruchslösung kommt die Entscheidungslösung.

Damit bleiben Organspenden in Deutschland auch nur mit ausdrücklich erklärter Zustimmung erlaubt. Spahns Vorschlag hätte dagegen jeden Toten zum potenziellen Organspender gemacht – es sei denn, er oder sie hätte zu Lebzeiten ausdrücklich Widerspruch eingelegt.

Wie finden die Menschen in Deutschland das?

Ob der Bundestag damit im Sinne der in Deutschland lebenden Menschen entschieden hat, lässt sich nicht ganz eindeutig sagen. Umfragen hatten vor der Abstimmung ein widersprüchliches Bild gezeigt. Die meisten Befragungen sprechen allerdings dafür, dass eine mehr oder weniger große Mehrheit die Widerspruchslösung präferiert hätte.

Im Netz gibt es eine klare Tendenz

Im Netz ist die Stimmungslage dagegen eindeutiger. Auf Twitter überwiegen die negativen Kommentare zur Entscheidung bei weitem.

Dieser WDR-Journalist verweist auf andere europäische Länder:

Er sieht Moralvorstellungen von Vorgestern am Werk:

"Chance vertan", kommentiert dieser Nutzer:

Diese Journalistin ist richtig sauer:

"Wie konservativ ist Deutschland?"

Dieses Meme darf auch nicht fehlen:

Nichts verbessert, aber gutes Gefühl

Was spricht dagegen?

Es gibt auch andere Stimmen, die die Entscheidungslösung begrüßen. Es sind im Vergleich aber deutlich weniger.

Was bedeutet die Zustimmungslösung?

Nach der nun beschlossenen Lösung sollen alle Bürger mindestens alle zehn Jahre direkt angesprochen werden. Wer ab dem Alter von 16 Jahren einen Personalausweis beantragt, ihn verlängert oder sich einen Pass besorgt, soll auf dem Amt Informationsmaterial zu Organspenden bekommen. Beim Abholen soll man sich dann vor Ort oder auch später zu Hause in ein neues Online-Register eintragen können – mit Ja oder Nein.

Dieses Grünen-Mitglied sieht einen Sieg für die Selbstbestimmung:

Sie ebenfalls:

Marko Preuß von der SPD Neukölln stört der Tonfall der Debatte:

Eine dritte Gruppe entscheidet sich für einen pragmatischen Ansatz. Die Entscheidung sei gefallen – jetzt gelte es, das Beste daraus zu machen, lautet ihr Motto.

"Informiert euch!", sagt dieser Journalist:

(om)

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