Deutschland

Tatverdächtiger nach Angriff auf Syrer in Wismar festgenommen

Die Vorfälle in Chemnitz haben hohe Wellen geschlagen. Doch brutale Angriffe auf Migranten gibt es deutschlandweit. Die Polizei ermittelt nach zwei brutalen Übergriffen in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Schockierender Einblick in die Geschehnisse in Chemnitz:

Der NDR berichtete, es handele sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen polizeibekannten Mann, der nun vernommen werde. Die Polizei ermittelt demnach wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Die Hintergründe des Vorfalls sind nach wie vor unklar. Da laut Staatsanwaltschaft ein fremdenfeindliches Motiv vermutet wird, sei der Staatsschutz eingeschaltet worden. Ein Haftantrag wurde zunächst noch geprüft.

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) reagierte entsetzt, wie der NDR weiter berichtet. Er sei "total wütend" und bezeichnete die Täter als "Brandstifter". Diese Tat sei Ausdruck der "Pogromstimmung" in Deutschland, diese schwappe nun auch auf Wismar über, sagte er in einem Radiointerview mit dem Sender.

Wismar: Es war wohl eine fremdenfeindliche Attacke

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte, ein fremdenfeindlicher Hintergrund sei wahrscheinlich. Er kündigte an, dass das Polizeipräsidium Rostock eine Sonderkommission ins Leben rufen werde: "Die Landespolizei wird alles daran setzen, alle Täter zu ermitteln und der Justiz zuzuführen."

In Sondershausen sollen laut Polizei auch ausländerfeindliche Parolen gerufen worden sein. Es sei zunächst nur klar, dass es eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalität am Mittwochabend gegeben habe. Darunter seien auch Deutsche gewesen. Das Opfer soll wegen Körperverletzung bereits polizeibekannt gewesen sein und Zeugenberichten zufolge selbst provoziert haben, hieß es von der Polizei.

(pb/dpa)

Interview

Was hilft gegen Rechtsextremismus bei der Polizei, Herr Fiedler?

Immer wieder sind in diesem Jahr rassistische Vorfälle in der Polizei bekannt geworden. Vor ein paar Wochen kam die Meldung: in NRW und Berlin sind neue rassistische Chats aufgetaucht. Was lässt sich tun gegen Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden? Und wie können sie verlorenes Vertrauen zurückgewinnen?

Eine Chatgruppe mit 29 Mitgliedern, in der Hitler-Bilder und menschenverachtende Witze geteilt werden. Ein Leipziger Polizeikommissar, der rassistische Äußerungen in Chats gemacht haben soll. Rechtsextremen Chats voller rassistischer Inhalte auch Verfassungsschutz in NRW und offenbar auch bei der Polizei Berlin.

Zuletzt sind erneut Fälle von Rechtsextremismus in der Polizei bekannt geworden, 350 Verdachtsfälle in den Sicherheitsbehörden meldet das Bundesamt für Verfassungsschutz.

Was kann getan …

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