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Momo

Bild: knowyourmeme.com

"Momo ist nicht das einzige Problem": So reagiert eine Berliner Schule

Ein Gespenst geht um in WhatsApp: Seit dem Sommer 2018 treibt die Gruselfigur "Momo" ihr Unwesen in der beliebten Messaging-App. Mit weit aufgerissenen Augen und erschreckend verzerrten Lächeln taucht sie plötzlich unerwünscht in der Kontaktliste auf, warnt vor ihrem mitternächtlichen Erscheinen oder fordert zu selbstverletzendem Verhalten auf.

Auch vor besonders jungen Usern macht das Internet-Phänomen keinen Halt: Jüngst wurde ein Fall aus München bekannt, bei dem eine 13-Jährige sich so stark von Momos Erpressungsversuchen verstört fühlte, dass sie sich in eine lebensbedrohliche Lage brachte.

Nach München treibt Momo nun in Berlin sein Unwesen

Nun scheint Momo auch an Berliner Grundschulen aufzutauchen und selbst besonders junge Schüler dazu aufzufordern, Kettenbriefe mit angsteinflößendem Inhalt an ihre Kontakte zu verschicken.

Dr. Thomas Albrecht, Schulleiter der Paul-Simmel-Grundschule in Berlin, warnt allerdings, dass Momo nicht das einzige Phänomen ist, auf das Eltern achten sollten.

Erst vor Kurzem wandte sich Albrecht mit einem Infobrief an die Eltern seiner Schüler. Darin möchte er Mütter und Väter vor allem darauf hinweisen, ihre Kinder Smartphones nicht unkontrolliert nutzen zu lassen.

Im Gespräch mit watson sagt Albrecht:

"Momo ist nicht das alleinige Problem. Es sind auch letztes Jahr schon Fälle einer App bekannt geworden, die Kindern vorgemacht hat, sie würden beobachtet werden."

Wenn Eltern sich entscheiden, ihren Kindern ein Smartphone zu geben, sollten sie deswegen den Umgang mit digitalen Medien auch kontrollieren, meint Albrecht.

Gerade WhatsApp ist ein heikles Thema bei Kindern – denn eigentlich darf die App erst im Alter von 16 Jahren genutzt werden. Eine Altersbarriere, die jüngere User von der Nutzung ausschließt, gibt es bislang nicht.

Kinder fürchten sich vor dem WhatsApp-Phänomen

Kinder haben Angst vor Momo – das haben laut Albrecht auch Erzieher an seiner Schule feststellen müssen, denen Schüler ihre Sorgen mitgeteilt haben. Deswegen suchen Lehrer auch im Unterricht das Gespräch über Schreckensfiguren wie Momo und einen sicheren Umgang mit dem Internet – in altersgerechter Form, selbstverständlich. Das Thema soll keine unnötige negative Aufmerksamkeit erfahren, sagt Albrecht:

"Kinder haben eine rege Fantasie – sie könnten sich Sachen einbilden, weil das Thema sie nun mal auch bewegt."

Deswegen ist nicht nur Vorsicht geboten bei Trends wie Momo an sich – sondern auch der Art und Weise, wie wir darüber kommunizieren.

#FridaysForFuture: Schüler erklären, warum sie demonstrieren

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So geht es dem Twitter-User @YasharAli. Der Grund: Er ist krank. Wie etwa zwei bis sechs Prozent der Bevölkerung hat er ADHS. Weil er aber keine Lust mehr auf Vorurteile und Halbwissen von Kollegen, Bekannten, Freunden und Familie hat, begann er bei Twitter, von seinem Leben mit ADHS zu erzählen.

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(hd)

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