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President Donald Trump answers a question about the shutdown saying, “Nothing new on the shutdown. We need more border security,” in answer to a reporter's question as he and first lady Melania Trump each spoke on the phone sharing updates to track Santa's movements from the North American Aerospace Defense Command (NORAD) Santa Tracker on Christmas Eve, Monday, Dec. 24, 2018. (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Bild: AP

Die Börsen gehen auf Talfahrt – und entzaubern Donald Trump 

Hier sitzen alle unter Weihnachtsbaum und packen Geschenke. Und in Japan und den USA schmieren die Börsen ab. Die New Yorker Börse erlebt den schlimmsten Absturz in einem Dezember seit 1931!

Was ist da los? Muss mich die Talfahrt umtreiben? Und was hat das mit Donald Trump zu tun?

4 Fragen und Antworten sowie 1 klassische Börsen-Regel.

Aktien? Was ist den überhaupt los an den Börsen?

Die Börse in Tokio endete über die Feiertage auf unter 20.000 Punkten, der tiefste Stand seit September 2017. Händler berichteten von Panikverkäufen. Der US-Aktienindex Dow Jones verlor seit September 7 Billionen Dollar an Wert (eine 7 mit 12 Nullen).

Genährt wurden die Befürchtungen von 

Steigende Zinsen? Fallende Aktienkurse? 😕

Das Kapital ist mobil. Wer Geld hat, will es möglichst gewinnbringend anlegen. Eine Möglichkeit: Zinsen. Das Geld liegt bei der Bank, die verleiht es als Kredit und gibt dem Sparer ein bisserl was als Zinsen ab. Problem: Im Zuge der Wirtschaftskrise 2008 fielen die Zinsen nahezu auf 0. Spareinlagen oder Staatsanleihen brachten nix mehr ein. Also wurde umgeswitched und in Aktien investiert. Nun, da die Zinsen durch die US-Notenbank Fed in den USA wieder angehoben werden (und die Wirtschaft an Schwung verlieren könnte) ,ziehen die Anleger ihr Geld aus den Aktien ab. Die Folge: fallende Kurse

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Und warum hat auch das schon wieder mit Donald Trump zu tun?

Donald Trump ließ sich bis Herbst als König der Börsen feiern.  Seit seinem Amtsantritt im Januar 2016 war der wichtige S&P-Index um 37 Prozent gestiegen.

Schließlich will er ein Mann der Wirtschaft sein und ein Macher. Nun läuft der Trend gegen ihn. Der Zollstreit mit China verschreckt die Weltwirtschaft, der Etatstreit mit dem US-Kongress wegen des Baus einer Mauer an der Grenze zu Mexiko lähmt den Politikbetrieb, die Abgänge aus seiner Regierung sorgen für weitere Unruhe. Panisch telefonierte sein Finanzminister Steve Mnuchin am Wochenende mit den Chefs der wichtigsten US-Banken. 

Die andere Weihnachtsüberraschung

Haben nicht alle gerade noch den Trump-Aufschwung der US-Wirtschaft gelobt?

Richtig. Die US-Wirtschaft wächst derzeit um 3,4 Prozent, mehr als im Durchschnitt seit 1945. Die US-Arbeitslosenrate ist mit 3,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1969. 

Das Problem: Der Aufschwung beruht im Wesentlichen auf Steuererleichterungen von 1.500 Milliarden Dollar. Diese Ausgaben sind aber nicht gegenfinanziert. Und so wächst die Furcht vor einem Abschwung. Wie heißt ein altes US-Sprichwort: 

"Was hoch geht, muss auch wieder runterkommen."

Zudem halten sich die Anleger in Krisenzeiten mit Aktienkäufen zurück. 

Börsenweisheit I

"Greife nie in ein fallendes Messer."

Und warum ist das alles gefährlich?

Die USA sind der wichtigste Exportmarkt der Welt. Krisen dort wirken sich unweigerlich auf andere Länder aus. Fällt der Börsenkurs in drei Monaten um mehr als 20 Prozent, sprechen Ökonomen von einem Bärenmarkt.

Schöne Bescherung

Der letzte sogenannte Bärenmarkt war 2008 in der Finankrise. Von den 14 Bärenmärkten, die Ökonomen seit 1940 registrierten, endeten 7 in einer Rezession. 

Die gute Nachricht: Die Chancen, dass die Weltwirtschaft, aus dem Trump-Chaos gut rauskommt, liegt also bei 50 Prozent.

(dpa, per)

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