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President Donald Trump speaks with reporters before departing on Marine One from the South Lawn of the White House, Thursday, Sept. 12, 2019, in Washington. Trump is en route to Baltimore. (AP Photo/Patrick Semansky)

Bild: Patrick Semansky/AP

Trump blockiert alle Ermittlungen gegen ihn – wie es jetzt weitergeht

In der Ukraine-Affäre versucht es US-Präsident Donald Trump nun mit einer Total-Blockade: Das Weiße Haus verweigert kategorisch jede Kooperation mit dem Kongress bei Zeugenaussagen oder der Herausgabe von Dokumenten.

Warum ermitteln die Demokraten gegen Trump?

Die Demokraten treiben im Repräsentantenhaus, wo sie die Mehrheit stellen, mit aller Kraft Untersuchungen für ein etwaiges Amtsenthebungsverfahren gegen den republikanischen Präsidenten voran – für ein sogenanntes Impeachment. Trump wird beschuldigt, die Macht seines Amtes missbraucht zu haben, damit sich die ukrainische Regierung zu seinen Gunsten in den Wahlkampf einmischt.

Warum ist Trumps Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten so brisant?

Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat Ende Juli zu Ermittlungen gegen Joe Biden und dessen Sohn Hunter ermuntert. Biden bewirbt sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bei der Wahl 2020, zu der auch Trump antritt.

Der Inhalt des Gesprächs mit Selenskyj kam an die Öffentlichkeit, nachdem ein anonymer Geheimdienstmitarbeiter Beschwerde bei einem internen Kontrollgremium eingereicht hatte. Den Demokraten zufolge nutzte Trump zeitweise blockierte Militärhilfe für die Ukraine als Druckmittel in der Frage.

Wieso eskaliert jetzt der Streit zwischen Trump und den Demokraten?

Die Demokraten forderten in den vergangenen Wochen unter Strafanordnung zahlreiche Dokumente an – unter anderem vom Weißen Haus, dem Außenministerium, dem Vizepräsidenten und dem Verteidigungsministerium.

Erst am Dienstag blockierte die Trump-Regierung die Aussage eines Top-Diplomaten – Gordon Sondland, US-Botschafter bei der EU – vor dem Kongress, was bei Demokraten Empörung auslöste. Es war ein Vorgeschmack auf den späteren Rundumschlag aus dem Weißen Haus.

Mit dem Schreiben an das Repräsentantenhauses macht die Regierungszentrale nun klar, dass sie nicht gedenkt, in der Ukraine-Affäre überhaupt noch Unterlagen herauszugeben oder Zeugenaussagen zuzulassen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter sprach von einem "vollständigen Stopp" bei der Zusammenarbeit mit den ermittelnden Ausschüssen im Repräsentantenhaus. Keine Mitarbeiter der Regierung würden aussagen, keine Dokumente würden ausgehändigt – auch nicht mit einer sogenannten Subpoena, also unter Strafandrohung.

Warum ist Trumps Verweigerung so brisant?

Schon bei vorherigen Untersuchungen gegen den Präsidenten und dessen Umfeld – etwa in der Russland-Affäre oder mit Blick auf Trumps Finanzen – hat das Weiße Haus immer wieder einzelne Zeugenaussagen verhindert oder Dokumente zurückgehalten.

Doch diese Ansage hat eine neue Dimension: Es ist ein kategorisches Nein zu allen bisherigen und künftigen Anfragen aus der Kongresskammer in der Ukraine-Affäre, eine Komplett-Blockade und Rundum-Verweigerung.

Die "New York Times" spricht von einer "Kriegserklärung" des Präsidenten gegen die Impeachment-Vorermittlungen im Repräsentantenhaus. Dabei sieht die Verfassung der USA vor, dass die Kongresskammer die alleinige Macht über die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens hat. Der Senat wiederum hat dann die alleinige Macht, ein solches Verfahren zu führen – quasi als Gericht. Trump will aber wohl mit aller Macht verhindern, dass ein mögliches Impeachment-Verfahren überhaupt den Senat erreicht, auch wenn seine Republikaner dort die Mehrheit haben und eine Amtsenthebung so verhindern könnten.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Regierungszentrale wich Nachfragen aus, unter welchen Bedingungen sie ihre Blockade-Politik wieder ändern würde – ob es etwa eine Kooperation geben könne, wenn das Plenum des Repräsentantenhauses Impeachment-Vorermittlungen per Mehrheitsvotum absegnen würde.

"Ich will nicht darüber spekulieren, was in verschiedenen hypothetischen Situationen geschehen würde", sagte der hochrangige Regierungsvertreter. Wenn das Repräsentantenhaus den derzeitigen Kurs ändere, werde das neu bewertet. Vermutlich wird dieser Kampf nun vor Gericht ausgetragen.

(pb/dpa)

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