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A man wearing a protective mask walks past a mural of George Floyd, in the aftermath of his death in Minneapolis police custody,  in Chicago, Illinois, U.S., July 27, 2020.  REUTERS/Shannon Stapleton

Ein Mann läuft an einem Wandgemälde vorbei, das George Floyd zeigt. Floyd starb am 25. Mai 2020. Sein Tod löste weltweit Proteste aus. Bild: reuters / SHANNON STAPLETON

Andere Perspektive: Video zeigt George Floyds Flehen kurz vor seinem Tod

Der Tod des Schwarzen George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hat die USA erschüttert, weltweit Debatten über (strukturellen) Rassismus ausgelöst und wütende Proteste neu entfacht. Floyd starb, weil ein weißer Polizist sein Knie minutenlang in dessen Nacken gedrückt hatte und umstehende Kollegen nichts unternahmen, um der Gewalt Einhalt zu gebieten. Floyds Flehen "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen!") wurde zum Fanal, es steht sinnbildlich für die Situation unterdrückter Bevölkerungsteile weltweit.

Nun sind Videoaufnahmen des tödlichen Einsatzes an die Medien geleakt worden, die das Geschehen kurz vor Floyds Tod aus einer neuen Perspektive zeigen. Die Aufnahmen, die zuerst die britische "Daily Mail" verbreitet hatte, machen einmal mehr deutlich, wie George Floyd während des gesamten Polizeieinsatzes Angst vor den Polizisten – und Angst um sein Leben – hatte.

"Bitte, Herr Polizist, erschießen Sie mich nicht"

In den Videos, deren Transkripte bereits Mitte Juli veröffentlicht worden waren, ist etwa zu sehen und zu hören, wie ein völlig verängstigter George Floyd fleht: "Bitte, Herr Polizist, erschießen Sie mich nicht. Ich bitte Sie!" Einer der Polizisten hatte eine Waffe auf den zu diesem Zeitpunkt in seinem Auto sitzenden Floyd gerichtet.

Dann sagt Floyd: "Ich habe gerade erst meine Mutter beerdigt." Ebenfalls deutlich in dem Video zu sehen ist, wie dem schluchzenden Floyd Handschellen angelegt werden, bevor er offenbar kurz zu Boden gestoßen wird. Mehrfach bittet Floyd während des gesamten Einsatzes um Verzeihung.

Als die Polizisten Floyd dann schließlich in ihr Einsatzfahrzeug verfrachten wollten, weist Floyd sie darauf hin, dass er klaustrophobisch sei. Er wird auf den Boden gelegt, dann drückt ihm ein Polizist acht Minuten und 46 Sekunden lang sein Knie ins Genick. Floyd verlor das Bewusstsein und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Wiederbelebungsversuche scheiterten, um 21.25 Uhr wurde er für tot erklärt.

Alle vier beteiligten Polizisten verloren in der Folge ihren Job, gegen sie wird wegen eines Tötungsdelikts und Beihilfe zur Tötung ermittelt.

Anwalt spricht bittere Wahrheit aus

Ben Crump, der Anwalt von Floyds Familie, sagte laut CNN in einem Statement, dass Video zeige, dass von Floyd keinerlei Bedrohung für die Beamten ausgegangen sei. Für ihn zeugen die Videos von einer bitteren Wahrheit: "Die Polizisten näherten sich Floyd mit gezogener Waffe, einfach nur, weil er ein Schwarzer Mann war", stellte Crump fest. "Ohne diese Aufnahmen hätte die Welt vielleicht nie von dem Unrecht erfahren, dass George Floyd widerfahren ist."

(pcl)

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