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Der Auftritt Nora Illis bei Anne Will sorgte für Irritationen. Bild: Screenshot ARD/Youtube

Nora Illi stirbt mit 35 Jahren: Berühmteste Niqab-Trägerin der Schweiz ist tot

Nora Illi, Mitbegründerin des Islamistischen Zentralrats der Schweiz (IZRS), ist im Alter von 35 Jahren gestorben. Sie erlag am Montagabend einer langjährigen Krankheit, wie der IZRS am Dienstag bei Twitter mitteilte. Die Schweizerin litt an Brustkrebs.

Illi war 2003 zum Islam konvertiert und sorgte in den vergangenen Jahren mit ihren Auftritten in Niqab im Fernsehen und bei öffentlichen Veranstaltungen im In- und Ausland regelmäßig für Aufsehen. So ging sie am Tag, an dem das Burkaverbot im Tessin in Kraft trat, in Locarno medienwirksam mit einem blauen Niqab bekleidet zur Stadtpolizei, um sich bestrafen zu lassen.

Ihr Auftritt bei "Anne Will" in der ARD sorgte für viel Empörung und wurde vom Rundfunkrat des Senders NDR heftig kritisiert.

Bei "Anne Will" vertrat sie unter anderem diese Ansicht:

"Ich persönlich habe mich für diese normative Option des Niqabs entschieden. Für mich bedeutet das erstens Selbstbestimmung und zweitens auch Freiheit, weil es nach meiner Auslegung bedeutet, dass ich aktiv an der Gesellschaft teilhaben kann."

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) zeigte sich damals "irritiert" über den Auftritt und die Plattform, die dem IZRS damit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen geboten wurde. Illi war zuvor auch schon bei Sandra Maischberger zu Gast gewesen.

Einsatz für ultra-orthodoxen Islam

Auch in der SRF-Talkshow "Arena" setzte sich Illi wiederholt für das Recht auf die Verschleierung und einen ultra-orthodoxen, salafistischen Islam ein. Nach Angaben des IZRS widerlegte sie mit ihren Auftritten "die Auffassung, eine orthodox-religiöse Lebensweise lasse sich nicht mit einem mondänen Dasein in der europäischen Gesellschaft vereinbaren".

Seit 2010 war Illi beim IZRS für das "Departement für Frauenangelegenheiten" verantwortlich. Sie hinterlässt sechs Kinder und ihren Ehemann. Offiziell war Nora Illi seit 2012 von IZRS-Vorstandsmitglied Abdel Azziz Qaasim Illi geschieden. Gegen diesen läuft seit 2017 ein Verfahren in der Schweiz, wegen Verstößen gegen das Bundesgesetz.

Ihm wird vorgeworfen, durch die Veröffentlichung von Propaganda-Videos einem Al-Kaida-Anführer eine Plattform gegeben zu haben, um seine Person und die Ideologie der von ihm vertretenen Al-Kaida vorteilhaft darzustellen und zu propagieren. Ein Mitangeklagter wurde bereits schuldig gesprochen.

(pcl)

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