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United States President Donald J. Trump, interrupts Senior Advisor Jared Kushner as he speaks at a Coronavirus briefing at the White House on Thursday, April 2, 2020 in Washington, DC. Due to the COVID-19 pandemic, at least 5,700 people have died in the United States with more than 200,000 infected. More than 10 million people have lost their jobs in the U.S. in the past two weeks. PUBLICATIONxNOTxINxUSA Copyright: xKevinxDietschx

Jared Kushner (l.) und Donald Trump (r.) auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Bild: imago images / MediaPunch

"New York Times" über Trumps Schwiegersohn: "Er wird uns alle umbringen"

Jared Kushner hat in der Coronavirus-Bekämpfung eine führende Rolle übernommen. Dabei meint er, alles besser zu wissen als alle anderen.

Corsin Manser / watson.ch

Jared Kushner ist der Schwiegersohn vom US-Präsidenten Donald Trump. Seit 2009 ist er mit Ivanka Trump verheiratet. Zusammen haben sie drei Kinder. Kushners Job: Leitender Berater des Präsidenten.

Der 39-Jährige kümmert sich in der Trump-Administration um wichtige Belange wie etwa der Nahost-Politik. Neuerdings auch um die Bekämpfung des Coronavirus. Dort laufen die Dinge allerdings derart aus dem Ruder, dass die "New York Times", notabene eine der renommiertesten Zeitungen der Welt, den wohl mächtigsten Schwiegersohn der Welt komplett auseinander genommen hat. Die Autorin Michelle Goldberg bezeichnete Kushner in einem Meinungs-Stück als Soziopathen, der "uns alle umbringen wird".

"Jared Kushner wird uns alle umbringen": Das schrieb die "New York Times" so auch prominent in ihre Überschrift, wie hier nachzulesen ist. Mittlerweile wurde diese geändert. "Jared Kushner die Verantwortung zu übertragen, ist völliger Wahnsinn", steht nun dort. Im Text indes sind die Aussagen dieselben geblieben.

So begründet die Autorin ihre scharfe Kushner-These:

Kushner, so Goldberg, sei genau drei Mal erfolgreich gewesen in seinem Leben. "Er wurde von den richtigen Eltern geboren, heiratete gut und er hat gelernt, wie er seinen Schwiegervater beeinflussen kann." Alles andere habe er in den Sand gesetzt. Seine Immobilengeschäfte, sein Versuch im Medienbusiness Fuß zu fassen und der Friedensplan zwischen Israel und Palästina.

Kushner habe damit angegeben, 25 Bücher über Israel und Palästina gelesen zu haben, doch sein Friedensplan habe den Traum einer Zweistaatenlösung quasi begraben. Ein renommierter Zentrumspolitiker aus Israel habe ihn sogar als die "Monthy-Python-Version eines palästinensisch-israelischen Friedens bezeichnet".

Kushner sei schon immer damit aufgefallen, dass er immer glaubte, alles besser zu können als alle anderen, schreibt Goldberg, die sich bei ihrer Argumentation auf diverse Schriftsteller und Autoren bezieht, welche die Präsidentenfamilie eng begleiten. Man könne dabei fast nicht übertreiben, in welchem Maße dieses Selbstvertrauen unverdient sei.

NEW DELHI, INDIA - FEBRUARY 25: Daughter and advisor to the US President Ivanka Trump and her husband and US White House Senior Advisor Jared Kushner arrive to attend the joint statement by US President Donald Trump and Prime Minister Narendra Modi, at Hyderabad House, on February 25, 2020 in New Delhi, India. Photo by Mohd Zakir/Hindustan Times US President Donald Trump And Prime Minister Narendra Modi Deliver Joint Press Statement PUBLICATIONxNOTxINxIND

An Selbstvertrauen mangelt es ihm nicht: Jared Kushner und seine Ehefrau Ivanka Trump. bild: imago images / Hindustan Times

Nachdem er eigentlich bei allem, was er in seinem Leben gemacht habe, gescheitert sei, treffe Kushner jetzt, "in unserer Stunde des existenziellen Horrors, Entscheidungen über Leben und Tod von allen Amerikanern."

Kushner habe sich schon früh in die Corona-Krise eingemischt. Er habe Trump gesagt, die Medien würden mit der Bedrohung übertreiben. Zudem habe er den Präsidenten von einer Website überzeugt, welche bei den Virus-Tests helfe.

Die Website gehörte unter anderem Kushners Bruder und verschwand plötzlich im Nirgendwo des Internets. Trump war offenbar außer sich vor Wut über das Webseiten-Debakel, doch Kushner blieb dran am Coronavirus.

Kushner übernimmt führende Rolle

Mehr noch: Wie das Magazin "Politico" berichtete, habe er "die Verantwortung über die wichtigsten Herausforderungen" übernommen. Dabei habe er ein Team zusammengestellt aus früheren Zimmergenossen und McKinsey-Experten.

Ein hochrangiger Beamter bezeichnete die Gruppe als "Studentenverbindung, die aus einem UFO ausgestiegen und in die Regierung einmarschiert ist".

Wie Goldberg unter Berufung auf einen Krisenmanager aus der Obama-Regierung weiter schreibt, wäre eine klare Kommandostruktur in der aktuellen Lage essentiell. Nun würden jedoch Donald Trump, Mike Pence und die Gruppe um Jared Kushner alle ihr eigenes Süppchen kochen.

Goldberg zitiert erneut Politico: "Die Projekte sind derart dezentralisiert, dass ein Team oftmals keine Ahnung hat, was die anderen machen – und Bericht erstatten sie alle Jared Kushner."

Kushner soll auch entschieden haben, dass der Bundesstaat New York keine 30.000 Beatmungsgeräte brauche und überzeugte den Präsidenten davon. Diese Zahl nannte der zuständige Gouverneur Andrew Cuomo, worauf ein wüster Streit zwischen dem Weißen Haus und New York entbrannte.

Bei seinem Coronavirus-Pressekonferenz-Debüt meinte Kushner am Donnerstag: "Viele Leute verlangen Produkte und Lieferungen basierend auf Prognosen, die nicht realistisch sind."

Jared Kushner lässt sich in der PK über Senatoren aus

Goldberg schreibt dazu: "Es ist schwer zu glauben, dass jemand mit so wenig Expertise so arrogant sein kann." Kushner habe jetzt eine führende Rolle in der Bekämpfung einer epochalen Gesundheitskrise übernommen. "Das ist Dilettantismus, der auf das Level der Soziopathie gehoben wird."

Allein in der Stadt New York starben bislang fast 2000 Menschen an der Krankheit Covid-19. Landesweit wurden bereits 277.000 Menschen positiv auf das Virus getestet, die Kurve zeigt weiterhin steil nach oben. Laut Gouverneur Andrew Cuomo sind in New York schon in wenigen Tagen keine Beatmungsgeräte mehr verfügbar.

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