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Wissen wir wirklich was Rhinitis und Pollenallergie außer Schnupfen machen? Hyposensibilisierung und Medikamente auslösen? Allergien sind ohnehin für viele eine große Belastung. Wenn sie nun auch noch leichter Corona Ansteckungen bekämen, wäre das schlimm. informationen sport welt feedback hasbro datenschutz land suche startseite anmelden wissen

Bald ist wieder Heuschnupfenzeit. Haben Allergiker ein besonderes Risiko, an Covid-19 zu erkranken? (Symbolbild) Bild: E+ / RealPeopleGroup

Corona und Heuschnupfen: Erhöhen Allergien das Risiko einer Ansteckung?

Der Hals kratzt, du musst husten, fühlst dich matt: Das können nicht nur typische Anzeichen für eine Ansteckung mit dem Coronavirus, sondern auch eine Allergie sein. Mit dem Frühlingsbeginn geht für viele Menschen eine Zeit los, die sie nicht nur mit Sonnenschein und kurzen Ärmeln verbinden – sondern auch mit Heuschnupfen.

Gleichzeitig breitet sich das Coronavirus weiter in Deutschland aus. Wer sich aufgrund der Lage nun sowieso viel drinnen aufhält, wird von seiner Allergie möglicherweise etwas weniger merken als sonst. Andererseits gibt trotzdem genug Möglichkeiten, mit Pollen in Kontakt zum kommen.

Schließlich sind Spaziergänge weiterhin erlaubt und durchaus empfohlen, du könntest auf deinem Balkon Pollen einatmen oder sie könnten durchs offene Fenster in deine Wohnung gelangen.

Was bedeutet die Corona-Pandemie nun für Allergiker? Sollten sie besondere Vorkehrungen treffen? Darüber hat watson mit Experten gesprochen.

Die Corona-Lage für Allergiker ist noch nicht bekannt

Da es sich bei Sars-CoV-2 um ein neuartiges Virus handelt, können die Experten noch nicht abschätzen, wie genau es sich zusammen mit allergischen Reaktionen wie Heuschnupfen auswirken wird. So sagt Juliane Pfeiffer von der Gesellschaft für Virologie (GfV) gegenüber watson: "Dazu gibt es unserer Kenntnis nach keine Daten."

Bisher ist allerdings bekannt, dass Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen zur Risikogruppe für Covid-19 gehören.

Welche Menschen gehören zur Risikogruppe?

Laut Robert-Koch-Institut steigt "das Risiko einer schweren Erkrankung (...) ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an." Besonders betroffen seien ältere Menschen, da sie meist über ein schwächeres Immunsystem verfügen. Das durchschnittliche Alter der Verstorbenen an Covid-19 beträgt 81 Jahre (laut RKI Stand 25.3.2020).

Zur Risikogruppe gehören außerdem Menschen mit Grunderkrankungen wie zum Beispiel Krebs, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen.

Das bedeutet nicht, dass jüngere und gesunde Personen sich nicht mit Covid-19 anstecken und teils schwere Verläufe der Krankheit erleben können. Es passiert allerdings wesentlich seltener.

Wer Asthma hat, könnte möglicherweise ein höheres Risiko haben

Im Gespräch mit watson erklärt der Mediziner Axel Baumgarten vom Zentrum für Infektiologie Berlin Prenzlauer Berg (ZIBP): Auch seines Wissens nach gebe es keine Erkenntnisse darüber, dass Heuschnupfen-Betroffene mit juckenden Augen oder laufender Nase besonders vom Coronavirus besonders gefährdet seien. Er gibt jedoch zu bedenken:

"Sollten von der Allergie allerdings die Atemwege betroffen sein oder sollte man Asthma haben, steigt das Risiko einer Ansteckung womöglich."

Aber was ist mit Asthma... Allergien sind ja das eine aber respiratorische Symptome zeigen sich ja gerade beim Asthma. Wer in Behandlung ist weiß dass allergische beschwerden und allergene durch den kontakt entstehen und Schnupfen verursachen. Dagegen hilft manchmal die Hyposensibilisierung. Asthma dagegen brauch mehr Feedback Datenschutz Startseite Informationen Wissen Medikamente

Und wie verhält es sich mit Asthma? Geht die Voerkrankungen der Lunge beinhalten möglicherweise ein erhöhtes Risiko, einer Ansteckung mit Covid-19 (Symbolbild) Bild: E+ / RealPeopleGroup

Im Prinzip greift hier also wieder die Risikogruppen-Einordnung: Solltest du von einer Grunderkrankung betroffen sein, die möglicherweise durch Allergie ausgelöst wird, wie Asthma, schütze dich bitte besonders. Generell gilt nun: Soziale Kontakte meiden, draußen zwei Meter Abstand von anderen Menschen halten und regelmäßig und gründlich die Hände waschen. Vor allem vor dem Essen und bevor du dir ins Gesicht fasst.

Wärmeres Wetter wird das Coronavirus nicht unbedingt stoppen

Pollensaison bedeutet gleichzeitig, dass die Sonne wieder öfter scheint und die Temperaturen steigen. Zu Beginn der Pandemie haben Experten noch gemutmaßt, dass sie im Sommer bereits eingedämmt sein könnte. Virologe Christian Drosten von der Charité Berlin sagte jüngst in seinem NDR-Podcast "Coronavirus-Update", dass der saisonale Effekt auf die Coronaviren möglicherweise nicht so stark sein wird wie bei anderen Erkältungsviren.

Auch Pfeiffer von GfV ist sich da unsicher: "Klar ist auch nicht, ob wärmeres Wetter und steigende Temperaturen im Frühjahr die Verbreitung reduzieren werden." Manche Viren, etwa Influenza und Erkältungsviren, verbreiten sich stärker während der kalten Monate, und weniger in der wärmeren Jahreszeit, sagt sie weiter. "Jedoch ist nicht klar, ob dies auch auf Sars-CoV-2 zutreffen wird."

Demnach ist es durchaus möglich, dass die Heuschnupfenzeit und Corona-Pandemie parallel stattfinden.

Bisher keine Gefahr – aber auch keine Entwarnung für Allergiker

Um es noch einmal zusammenzufassen: Als Allergiker musst du dich möglicherweise nicht besonders vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen, die Datenlage dazu ist allerdings noch unklar. Solltest du unter Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen leiden, gilt: Konsultiere zur Not deinen Arzt, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die bisher getroffenen Maßnahmen, mit dem Ziel die Ansteckungswelle zu verringern, sind weiterhin von allen einzuhalten.

(ak)

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