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Daydrinking auf dem Balkon macht vielleicht gute Laune – doch schützt es vor dem Virus? Bild: E+ / martin-dm

Schützt Alkohol trinken vor Corona? Ein Virologe klärt auf

Ja, ja. In Zeiten von Lagerkoller und Corona-Müdigkeit kommen einem schon mal seltsame (aber reizvolle) Ideen...

So ging es wohl auch einem Zuhörer des MDR-Podcasts "Kekulés Corona-Kompass", in dem Pandemie-Experte Alexander Kekulé täglich Fragen zum Thema Covid-19 beantwortet. Der Zuhörer wollte wissen, ob ein kleiner Schluck Schnaps die gefährlichen Viren im Rachenraum töten kann – schließlich wurde in einer früheren Folge 70-prozentiger Alkohol zum Desinfizieren der Hände empfohlen.

Ein Kurzer hilft nur wenige Minuten

"Also, der Schluck Klarer macht vielleicht bessere Laune", so Kekulé im Podcast von Dienstag. Und theoretisch stimmt das mit dem Abtöten auch. Leider gibt es einen Haken: Die Viren werden so schnell nachgebildet, dass man mit dem Desinfizieren im Rachen nicht hinterherkommt. "Sinnlos", sein Fazit. "Da hat man höchstens ein paar Minuten eine reduzierte Viruszahl und danach gibt es wieder neue."

"Ich würde jetzt nicht empfehlen, den ganzen Tag über alle Viertelstunde einen Schluck Schnaps zu trinken, nur um die Viren abzutöten."

Alexander Kekulé

Anstatt einer Viruserkrankung würde man mit einem derartigen Dauerrausch nur ein Leberversagen riskieren, so der Virologe. Kurze gegen Corona? Das bleibt also eine Schnapsidee.

Was tun bei Coronavirus-Verdacht

Sars-CoV-2 ist eine neue Form des Coronavirus – einem Virus-Typ, der grippeähnliche Infekte auslöst. In den allermeisten Fällen in Deutschland verläuft eine Ansteckung mit dem Coronavirus symptomfrei bis milde: Du könntest leichtes Fieber, Halsweh und Abgeschlagenheit erleben.

Danach klingt die Krankheit meist wieder ab. Wirklich gefährlich kann das Virus vor allem dann werden, wenn du zu einer Risikogruppe gehörst: Ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen (wie Krebs oder Lungenkrankheiten) sollten im Falle eines Infektionsverdachts ihren Arzt kontaktieren.

Wenn du Bedenken hast, ruf deinen Arzt bitte an, bevor du in die Praxis gehst. In Menschenmengen können sich Erreger eher verbreiten und so Patienten treffen, für die sie wirklich eine Bedrohung darstellen (die Risikogruppen). Laut Robert Koch-Institut sind Atemschutzmasken nicht erforderlich.

Auch Desinfektionsmittel benötigen nur Menschen mit geschwächtem Immunsystem und solche, die mit vielen anderen in Kontakt kommen (Verkäufer, Pfleger etc.). Achte stattdessen auf gründliches Händewaschen und Niesetikette.

Von sogenannten Hamsterkäufen jeglicher Art, ob Medizin oder Lebensmittel, ist abzuraten. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten in Deutschland ist sichergestellt.

(jd)

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Angesichts der steigenden Ansteckungszahlen mit Covid-19 ist es nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, um gewisse Vorkehrungen zu treffen – vor allem, um Risikogruppen zu schützen.

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