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Doktor G-Punkt

Wie sieht eine "normale" Vulva aus?

Wie sieht eine "normale" Vulva aus?

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Video: watson/Gunda Windmüller, Lia Haubner

Als Kinder nehmen wir unseren Körper einfach erstmal so hin. Aber irgendwann fangen wir an, ihn zu vergleichen. Wir merken: Wir sind anders. Wir sind alle anders. Aber wir zweifeln auch: Ist anders okay? Und gibt es nicht ein "anders" das normaler ist, als "unser" anders?

Diese Fragen werden gerade dann besonders drängend, wenn es um Intimitäten geht. Unsere Geschlechtsteile. Wir fangen an, noch mehr zu vergleichen. Und wir fragen uns, ob unser eigenes Geschlechtsteil den Normalitäts-Check besteht. Zu viele Haare? Zu lange Vulvalippen? Zu dunkle Haut?

Zumindest die Schönheitsindustrie hat auf diese Fragen schnell Antworten gefunden. Intimchirurgie boomt. Sogenannte "Vagina-Verjüngung" oder die Verkleinerung der inneren Vulvalippen stehen dabei hoch im Kurs, ob Ärztevereinigungen vor den Risiken solcher Eingriffe warnen, oder nicht.

Mit Unsicherheit lässt sich nun mal Geld verdienen. Das könnte man so hinnehmen. Man könnte aber auch einfach etwas gegen die Unsicherheit tun.

Eine "normale" Vulva gibt es nämlich nicht.

Vulvas gibt es in verschiedenen Farben, mit unterschiedlicher Behaarung, unterschiedlich langen oder/und dicken Vulvalippen, unterschiedlicher Symmetrie. Jede Vulva ist anders. Genau wie jeder Körper anders ist. Eine Norm gibt es nicht.

So unterschiedlich können Vulvas aussehen:

Die Sexualpädagogin Agi Malach rät daher allen, die sich wegen der eigenen Vulva sorgen, sich mit der ganzen Vielfalt der weiblichen Geschlechtsteile einmal etwas intensiver zu beschäftigen. Es gibt zum Beispiel viele Bücher, wie Liz Strömquists "Der Ursprung der Welt", oder Instagram-Accounts wie the.vulva.gallery und thisisavulva, die zeigen, wie normal "anders" ist.

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Was mich heute beschäftigt: In sexualpädagogischen Workshops für Kinder und Jugendlichen (zwischen 10-18 Jahren) machen wir (@bikoberlin) oft eine kleine Vorstellungsrunde: Name, Alter, Was kannst du gut? Und schon kriegen alle große Augen, tuscheln oder schreien durch die Gegend. Denn die Frage wühlt auf! Dabei betone ich immer wieder, dass bei dieser Frage, niemand anderes als man selbst darüber entscheiden kann, worin man gut ist und die Antwort für den Moment gilt. Denn Dinge verändern sich - man lernt Neues dazu, Interessen verändern sich, man verlernt etwas wieder, hat weniger Spaß daran etc. Es ist egal was deine Sitznachbar*innen oder Lehrkräfte sagen - worin bist du gut? Oftmals sind die Antworten verhalten. „Ich weiß nicht“ „Ich kann nichts“ oder „Mein Hobby ist…“ Es scheint, als wäre selbst der Satz „Ich kann gut …“ unaussprechlich und schambehaftet. Nun sind Gruppensituationen generell nicht einfach - vor anderen sprechen? Kann für viele Personen unangenehm sein. Aber es ist vor allem der Fakt, dass man benennt, was man kann - bedeutet auch: worüber man sich freut, was man gerne macht, vielleicht sogar worauf man stolz ist. Ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft viele Botschaften gibt, die uns Selbstdarstellung oder „Angeberei“ unterstellen und die negativ gewertet wird: „Spiel dich nicht so in den Vordergrund“ „Wer denkst du denn, wer du bist“ „Sei keine Angeberin“ usw. Gibt es wirklich immer noch die „Tugend des Bescheidenheit“? Meiner Meinung nach bewegen wir uns in dem Spannungsfeld von „bescheiden sein“ oder „angeben“ - der Grad ist schmal und so entscheiden sich viele Personen einfach nichts zu sagen. Es hat auch sicherlich mit der Leistungsgesellschaft zu tun - in der es für alles Bewertungslisten, Punkte und Noten gibt. Und immer sind es die Anderen, die uns bewerten. Die sagen, ob etwas gut ist oder ob wir es nicht drauf haben. Die Abhängigkeit vom Blick von Außen. Vielleicht verlieren wir sogar das Gefühl dafür, worin wir eigentlich gut sind! Was wir können! Was wir richtig gut drauf haben! • 🎈Deshalb stelle ich heute die Frage an euch: Was kannst du gut? 🤗 Und ich antworte heute: Ich kann emphatisch sein. • • #vulvinchen

Ein Beitrag geteilt von VULViNCHEN | Agi Malach (@vulvinchen) am

Die Sexualpädagogin Agi Malach ist Referentin zu verschiedenen Themen rund um Sexualität und betreibt das Label "Vulvinchen".

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