Beautiful Young Woman with Long Black Hair and Glasses Using a Laptop  while Drinking Coffee or Tea at  Cafe.The reflection from the glass Windows

Sie haben Post: Eine New Yorker Autorin erhielt eine ganz besondere E-Mail (Symbolfoto). Bild: Getty

Frau schreibt an die E-Mail-Adresse ihres toten Vaters – und erhält eine rührende Antwort

Die New Yorker Autorin Rax King hat einen kleinen Brauch für sich entdeckt, um über den Tod ihres Vaters hinweg zu kommen: Sie schreibt ihm eine E-Mail.

"Manchmal, wenn ich meinen Vater besonders vermisse oder ihn um Rat fragen möchte, schicke ich eine E-Mail an seine alte Arbeitsadresse", schreibt Rax King in einem Tweet, der mittlerweile viral gegangen ist. Scherzend fügt sie hinzu: "Der Boomer-Sack hat sich nie eine private E-Mail angeschafft, lol."

Nun passierte aber etwas, auf das Rax King nicht vorbereitet war: Sie erhielt eine Antwort per E-Mail. Natürlich nicht von ihrem toten Vater. Nein, ein Arbeitskollege schrieb ihr eine so rührende Antwort, dass nicht nur die trauernde Tochter zu Tränen gerührt war.

Rax teilte die Mail-Antwort auf Twitter. Das war zu lesen:

"Hi, ich bin mir sicher, dass du dich an mich erinnern kannst. Ich will, dass du weißt, dass ich nie eine dieser E-Mails gelesen habe, weil mir klar war, dass sie sehr persönlich sind. Aber ich sehe sie ab und zu und kann erkennen, dass du deinen Dad immer noch schrecklich vermissen musst. Ich will, dass du weißt, dass er dich über alles geliebt hat. Euch beide beim Scherzen, Necken und Beschimpfen zuzusehen – es war offensichtlich, dass ihr aus dem selben Holz geschnitzt wart. Es war, als würde man einen Film von Mel Brooks sehen.

Ich weiß, dass meine Erinnerungen nicht ersetzen können, was du mit deinem Vater hattest. So eine enge Beziehung zu haben ist etwas ganz besonderes. Nicht jeder hat das mit seinem Vater. Aber ich hoffe, es hilft dir, dass Menschen im Leben deines Vaters (Doofies wie ich) es geliebt haben, euch beide zusammen zu sehen, so sehr, wie ihr euch beide geliebt habt."

In einem weiteren Tweet verriet Rax, dass die E-Mail sie zum Weinen gebracht habe. Damit war sie lange nicht allein. Die Reaktionen auf Twitter waren überschwänglich und zahlreich.

Mittlerweile erhielt Rax' Tweet knapp 59.000 Likes. Viele Nutzerinnen und Nutzer auf Twitter berichteten zudem, dass sie ähnlich wie Rax die digitalen Adressen von verstorbenen Angehörigen ab und zu kontaktieren würden.

Ein Nutzer schrieb:

"Wie wunderbar. Mein Vater starb im Oktober und wie du schicke ich ihm ab und zu eine SMS an seine Telefonnummer. Ich halte ihn auf dem Laufenden darüber, wie es mir so geht, wie es seiner Lieblings-Footballmannschaft geht. Ich weiß, dass er nicht antworten wird, aber es einfach zu tun, bringt mir ein wenig Freude."

Dieser Nutzer berichtete:

"Das brachte mich zum Weinen. Immer wenn ich mich in meine Desktop-Gmail einlogge, sehe ich den Benutzernamen meines Vaters im Google-Chat. Ich schicke ihm immer Nachrichten. Ich weiß, es ist albern, aber es fühlt sich gut an zu glauben, dass er sie vielleicht irgendwie bekommt."

Für einige war der Tweet von Rax auch Inspiration:

"Das ist so rührend. Ich habe alle meine Nachrichten zwischen mir und meiner Mutter verloren, nachdem sie gestorben ist. Ich habe nie daran gedacht, eine Nachricht an sie im Facebook-Messenger zu senden, aber das brachte mich gerade darauf. Ich habe gerade alte Nachrichten meiner Mutter gefunden, in denen sie mir sagte, dass sie mich liebe. Du hast keine Ahnung, was für ein Geschenk du mir heute gemacht hast."

Wir holen uns jetzt mal ein Taschentuch...

(ll)

Themen

Meinung

Zweites Corona-Ostern: Wie die Hoffnung von 2020 zerschmettert wurde

"Nächstes Jahr dann wieder", sagte ich und ließ meine Kinder ins Handy winken, wo man Omas Ohr und Opas Stirn in Großaufnahme sah (damals waren Videocalls für sie noch neu). Die Großeltern winkten zurück, dann gingen wir alle in den Hinterhof, Schoko-Eier suchen. So war Ostern bei mir 2020.

Unfeierlich und unfamiliär, aber es ist ja eine Ausnahme, dachte ich damals. Im Sommer haben wir das Virus ausgetrocknet. Spätestens an Weihnachten. Doch Heiligabend hingen wir wieder am Smartphone, diesmal …

Artikel lesen
Link zum Artikel