Leben
CARSON, CA - MAY 20:  Musician Hayley Williams of Paramore performs onstage at KROQ Weenie Roast y Fiesta 2017 at StubHub Center on May 20, 2017 in Carson, California.  (Photo by Alberto E. Rodriguez/Getty Images for CBS Radio Inc.)

Bild: Alberto E. Rodriguez/Getty Images

Para(no)more? Hayley Williams' Band streicht kontroversen Song "Misery Business"

Für alle Fans der amerikanischen Band Paramore ist es das Ende einer Ära: Beim Abschlusskonzert ihrer Welttour zum Album "After Laughter" in ihrer Heimatstadt Nashville erklärte Frontsängerin Hayley Williams am Wochenende, dass die Band ihren wohl größten Hit, "Misery Business", nicht mehr spielen werde – zumindest vorerst. 

Um diesen Song geht es:

Bevor die Band den Song spielte, wandte sich Williams mit ein paar kurzen Worten an ihr Publikum:

"Tonight we're playing the song for the last time for a really long time. This is a choice that we made because we feel that we should, we feel like it's time to move away from it for a while."

Frontsängerin Hayley Williams beim Konzert in Nashville

"Wir spielen den Song heute für sehr lange Zeit zum letzten Mal. Das ist eine Entscheidung, die wir getroffen haben, weil wir finden, dass wir es sollten, und weil wir denken, dass es an der Zeit ist, uns davon vorerst zu entfernen."

Bye-bye, "Misery Business" 😭

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Bild: Giphy.com

Ein Fan nahm diese Ankündigung auf:

Ganz unerwartet kam diese Entscheidung, den berühmtesten Song der Band aus dem Live-Repertoire zu streichen, nicht: Schon seit Jahren wurden Paramore immer wieder für "Misery Business" kritisiert, weil ein Teil der Lyrics als frauenfeindlich gelte. Konkret geht es dabei um diese Zeilen:

"Once a whore,
you're nothing more,
I'm sorry, that will never
change"

Lyrics aus der 2. Strophe "misery business", paramore

"Bist du einmal eine Hure, bist du sonst nichts – tut mir leid, das wird sich auch nie ändern": In einem Song, in dem Hayley davon singt, wie sie einem anderen Mädchen den Freund ausspannt, sorgten vor allem diese Zeilen für viel Kritik. "Hure" ist ein sehr abwertender Begriff und erinnert an "slut shaming", also das Beschämen von Frauen, die sich in sexueller Hinsicht nicht den Rollen-Erwartungen gemäß verhalten. Sich sexy anziehen, Casual Sex haben, zum Beispiel. Solches "slut shaming" wird auch in dem Video zu dem Song gezeigt: Dort sieht man wie Hayley auf ihre Rivalin zugeht und ihr zuerst Push-Up-Einlagen aus dem BH zieht und dann ihr Make-Up verschmiert.

Hayley Williams äußerte sich schon 2015 in einem Tumblr-Post dazu:

"'Misery Business' ist kein Songtext, mit dem ich mich als 26-jährige Frau identifizieren kann. [...] Diese Worte wurden geschrieben, als ich 17 war... [...] Es war wortwörtlich eine Seite aus meinem Tagebuch, über einen einzelnen Moment, den ich als Schülerin erlebte. [...]
Aber ich schäme mich nicht. Eines, wofür ich dankbarer bin als alles andere, ist, dass mich meine Erfahrungen – inklusive meiner Fehler – geprägt und zu jemandem gemacht haben, der ich lieber bin. In Songs und im Leben. [...]
Ich bin ein 26-jähriger Mensch. Und ja, eine stolze Feministin. Vielleicht bloß keine perfekte?"

Hayley Williams tumblr

Das war's dann also mit "Misery Business".

Um dem Ganzen noch das konsequente i-Tüpfelchen aufzusetzen, verzichtete Hayley Williams bei der "für sehr lange Zeit" letzten Performance des Songs darauf, die betreffenden Zeilen überhaupt zu singen. Und so endet nicht nur Paramores Tour, sondern auch die Ära, in der Fans auf Konzerten der Band laut mitgrölend und pogend zu "Misery Business" abgehen konnten.

Aber: Paramore hat mehr als nur einen geilen Song.

Yeeeeeaaaaahhh!

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Bild: Giphy.com

Beweisstück A:

Beweisstück B:

Und für alle, die doch ein bisschen traurig sind, hier der Soundtrack zum Weinen:

Lohnt es sich dann überhaupt noch, zum Paramore-Konzert zu gehen?
(*räusper* JA!)​

Sofern sich die Leute da nicht wie Idioten benehmen – Helena hasst Menschen auf Konzerten:

abspielen

Video: watson/Helena Duell, Marius Notter, Lia Haubner

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