Leben

Touristin besucht die "schönste Insel Balis": Dort entdeckt sie Dreck des Massentourismus

Siobhán Mac Court hatte sich sehr gefreut: Am Wochenende war die irische Touristin mit dem Boot zur Urlaubsinsel Nusa Penida gefahren – der kleine Fleck südöstlich von Bali lockt mit malerischen weißen Sandstränden, einsamen Klippen und tiefblauem Meer. In Reiseführer schwärmt man von der "schönsten Insel Balis."

Nach ihrer 45 minütigen Fahrt zur Insel erreichte Mac Court die Insel – und entdeckte mit Schrecken, was der Massentourismus aus dem kleinen balinesischen Paradies gemacht hatte.

Touristen überrennen Insel

Scharen von Touristen kämpften sich über die von den Menschenmassen überlaufene Insel, am Wegesrand stapelte sich der Müll – Mac Court war schockiert. Gegenüber dem Portal "Yahoo Australia" sagte sie: "Ich habe mich noch nie von Online-Fotos und Rezensionen so irregeführt oder enttäuscht gefühlt."

Mac Court weiß heute: "Was man in den meisten Rezensionen und den Online-Fotos nicht sieht, ist die Menge an Müll auf dieser Insel, oder die massiven Schlangen überall, in die sich Leute stellen, um überhaupt einen Blick auf die Aussicht zu bekommen."

Die Mengen an Müll würden Flora und Fauna der Insel beeinträchtigen, berichtete die Irin. "Yahoo" erzählte die Touristin: "Ich hab eine Kuh gesehen, die bis zu ihren Knien in Plastikflaschen und Verpackungen stand. Ich sah ein hochschwangeres Schwein, das sich im Schlamm rollte, um sich abzukühlen. Erst als ich genauer hinsah, stellte ich fest, dass sich das Tier auch in Plastikflaschen und Bechern rollte."

Auch am touristischen Hotspot der Insel, dem Kelingking Beach, habe sich ein erschreckendes Bild geboten.

Mit solchen malerischen Fotos schwärmt manche Influencerin von dem Strand der Insel:

Dort hätten mehrere hundert Menschen in einer Schlange gestanden, um den Strand zu besichtigen. Überall habe Müll gelegen, meint Mac Court. Ein Chaos.

Die Touristin: "Gott bewahre, dass du dich hinsetzen und die Aussicht genießen wolltest." Frustriert vom Massenansturm und der Vermüllung habe sie die Insel wieder verlassen.

Heute sagt sie: "Die Fotos dieser Insel, die die Leute posten, kommen einem Betrug gleich. Sie zeigen dir nicht die Hunderten von Menschen, die darauf warten, dass du dich bewegst, damit sie ihre 'friedliche Ruhe' bekommen. Und sie zeigen dir auch nicht den Schmutz oder die Tatsache, dass du bezahlen musst, um jeden dieser Bereiche zu sehen."

Nusa Penida sei einfach nicht für den Tourismus heutzutage geschaffen worden, meint sie. Eine Erkenntnis, mit der die Irin wohl alleine steht. Das nächste Touristenschiff zur "schönsten Insel Balis" steht bereit.

(pb)

Lena über Ehrlichkeit auf Instagram

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0

Interview

Mallorca-Hotelier sauer nach Reisewarnung: "Das wahre Problem sind nicht wir Hoteliers"

Nach der Reisewarnung Deutschlands für fast ganz Spanien einschließlich Mallorca wächst die Angst vor einem wirtschaftlichen Absturz auf den Balearen. Eine Tageszeitung schreibt von einem "tödlichen Schlag" für die Urlaubsinsel. Wie gehen die Menschen vor Ort mit der neuen Hiobsbotschaft um? Watson hat mit einem deutschen Hotelier aus Palma de Mallorca gesprochen.

Die Corona-Pandemie hat den Tourismussektor schwer getroffen. An wenigen Orten wird das so deutlich wie aktuell auf der spanischen Ferieninsel Mallorca. Dort schlug die Nachricht, dass die Bundesregierung wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen eine Reisewarnung für weite Teile Spaniens ausgesprochen hat, am Freitagabend ein wie eine Bombe.

Die Hotels, Restaurant und Kneipen auf der Insel kamen gerade erst aus dem ersten Lockdown heraus und versuchten, das Bisschen von der Saison zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel