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 Aldi Eigenschreibweise ALDI, steht f

Digitale Preistafeln bei Aldi Nord: Sind die Preise bald beim Reingehen anders als beim Rausgehen? Bild: imago images / penofoto

Aldi testet Neuerung in Discounter-Filialen

Kaufland oder auch Lidl machten es bereits vor, Aldi Nord zieht nun nach. Der Discounter kündigte an, in drei Filialen Tests für elektronische Regal-Etiketten durchzuführen. Die "Electronic Shelf Label"-Technologie (ESL) hat durch die vielen Preiskämpfe in den vergangenen Monaten eine neue Relevanz bekommen.

In Essen gibt es schon eine erste Aldi Nord-Filiale mit digitalen Preistafeln, im Oktober soll eine zweite in Gelsenkirchen folgen. Bis Ende des Jahres eine weitere in Frankreich. Die Tests untersuchen vor allem die Verlässlichkeit der Technologie und die Reaktion der Verbraucher auf die Reform.

Preiskämpfe sorgen für Probleme mit Etiketten

Die immer häufiger wechselnden Preise – hervorgerufen durch erbitterte Preiskämpfe unter Discountern – haben eine Technologisierung in den Supermarktfilialen erforderlich gemacht.

"Der immer intensivere Preiskampf zwischen Aldi und Lidl führt dazu, dass das Auswechseln von Preisschildern aus Papier zu einem erheblichen Kostenfaktor wird", erklärt Björn Weber, Analyst der Frankfurter Retail-Technologie-Beratung Fourspot.net der "Lebensmittelzeitung". Papier spart die neue Technologie auch noch.

Ein anderer Grund ist, dass Papierpreisschilder nach wie vor eine potenzielle Fehlerquelle darstellen. Wenn eine Preisverlässlichkeit nicht garantiert werden kann, leidet das Image des Händlers bei den Kunden.

Dynamic Pricing: Chance oder Gefahr für Verbraucher?

Die Technologie bietet die Chance – oder das Risiko – eines revolutionären Preissystems. Denn Preisänderungen sind, mit Einführung der digitalen Etiketten, in Echtzeit möglich. Ulrich Spaan ist Technologie-Experte und Mitglied der Geschäftsführung des Forschungsinstituts EHI. Er hält Strategien, die aus diesen neuen Möglichkeiten heraus entstehen, für "extrem spannend", wie er ebenfalls der "Lebensmittelzeitung" erklärt. Es bestünde zum Beispiel die Möglichkeit, die Preise den jeweiligen Stoßzeiten einer Filiale anzupassen. Ist viel los, sind die Preise höher.

Vor allem für die Unternehmen bieten sich dadurch neue Strategien an, wie der Gewinn noch gesteigert werden könnte. Doch die Entwicklung ist nicht ganz unbedenklich. Was passiert, wenn sich die Preise in der Zeit ändern, in der ein Kunde vom Regal zur Kasse läuft? EHI-Experte Spaan merkt auch an, dass viele Händler einen großen Imageverlust provozieren könnten. Im Gegensatz zu Online-Shops sind Supermärkte nicht dafür bekannt, ihre Preise jederzeit zu ändern.

(vdv)

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Die Bundesregierung hat beschlossen, ab dem 1. Juli die Mehrwertsteuer von aktuell 19 Prozent auf 16 Prozent zu senken. Die meisten Supermärkte und Discounter kündigten auch bereits an, die Steuersenkung an ihre Kunden weitergeben zu wollen.

Aber was bedeutet das für die Preise? Aufgrund der prozentualen Senkung könnten uns bald kuriose Preise in den Filialen erwarten. Sind die Zeiten von 9,99 Euro vorbei? Werden alle Preisschilder in den Filialen ausgetauscht?

Als gebrochener Preis bezeichnet …

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