Leben
Hartz und herzlich: Manja und Martin

"Hartz und herzlich": Wiedersehen mit Manja (l.) und Martin. Bild: RTL 2

Ein Jahr nach "Hartz und herzlich" auf RTL2: So ging es für die Bewohner weiter

Wie sieht das Leben in einigen von Deutschlands bekanntesten Problemvierteln aus? Dieser Frage will die Reportage "Hartz und herzlich" auf den Grund gehen und sorgte bereits mit der Ausstrahlung im Frühjahr 2018 für Gesprächsstoff. Nun zeigt RTL2 in drei Episoden, wie es für die Bewohner des berüchtigten Blockmacherrings im Rostocker Stadtteil Groß Klein ein Jahr nach dem ersten Besuch weiterging.

In den Wohnblöcken in Mecklenburg-Vorpommern leben rund 14.000 Menschen, die meisten von ihnen von Hartz IV oder Niedriglohn. Schon damals zeigte die Sendung, wie schwer es für die Arbeitslosen ist, einen Job zu finden. Oft liegt das an mangelnden Ausbildungen – aber nicht immer. Und die neuen Folgen zeigen: An der Arbeitssituation hat sich selten etwas geändert.

2018, direkt im Anschluss an die Erstausstrahlung, war die Sorge groß, die Menschen könnten aufgrund der teils sehr schlechten Darstellung durch den Sender zusätzlich leiden. Doch diese Sorge entpuppte sich laut den Protagonisten selbst als weitgehend unbegründet. Wie der erneute Besuch des RTL2-Kamerateams zeigt, hat es im Anschluss bei einigen Bewohnern des Problemviertels durchaus Veränderungen gegeben.

Manja und Martin wollen heiraten

Das Pärchen Manja und Martin, das 16 Jahre Altersunterschied trennt, wurde durch die Sendung noch mehr zusammengeschweißt – und das, obwohl der 30-Jährige sogar für sechs Monate in den Knast musste. Zwar hatten beide in dieser Zeit auch über einen Schlussstrich nachgedacht, doch nach der Entlassung kam alles anders.

Hartz und Herzlich

Manja und Martin leben und lieben ihren Block. Bild: RTL 2

Nun wollen sie sogar die schon lange angedachte Hochzeit in die Tat umsetzen. Und überhaupt hatte für die beiden die Teilnahme bei "Hartz und herzlich" etwas Positives, wie sie sagen. Martin wurde anschließend von den Bewohnern des Blockmacherrings „zum Ghetto-Präsidenten" gewählt, wie er berichtet. Was nach einer zweifelhaften Ehre klingt, bedeutet dem Arbeitslosen allerdings eine Menge. Denn er liebt seinen Block.

Die Sendung verschaffte ihm zwar eine gewisse Anerkennung in der Siedlung und er erfuhr sogar einige Unterstützung in puncto Einkauf, doch auf die Zahlung der Miete hatte "Hartz und herzlich" keine Auswirkungen. Das Paar ist mit den Zahlungen im Rückstand, ihnen drohte deswegen zeitweise sogar die Zwangsräumung.

"Hartz und herzlich"-Cindy ist mit 18 zum zweiten Mal schwanger

Aber nicht nur mit Manja und Martin gab es in der Reportage ein Wiedersehen. Auch die 35-jährige Sandra wurde erneut vom Kamerateam besucht. Die fünffache Mutter lebt mit ihrem Mann und drei ihrer Kinder in dem Block. Sie ist arbeitslos – wie auch zuvor. An ihrer Situation hat sich wenig geändert. Nur die Einsicht, dass sie endlich einen Job finden möchte, die ist da. "Ich will nicht ewig zuhause sitzen", berichtet sie in der Doku.

Hartz und herzlich: Sandra

Sandra ist fünffache Mutter. Bild: RTL 2

Allerdings sieht die 35-Jährige für sich nur wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine Ausbildung hat sie nicht. Mit 17 wurde sie das erste Mal Mutter, mit 34 bereits Großmutter. Und auch ihre Tochter Cindy (18) scheint einen ähnlichen Lebensweg einzuschlagen: Sie ist ebenfalls mit 17 Mutter geworden und nun erneut schwanger. Ob sie allerdings jemals mit beiden Kindern zusammen leben darf, liegt in der Hand des Jugendamts.

Hartz und herzlich: Blockmacherring

Der Block von Rostock Groß Klein ist für Drogen bekannt. Bild: RTL 2

"Hartz und herzlich" ohne effekthaschende Bilder

Überhaupt spielt das Jugendamt im Leben der meisten Familien aus dem Blockmacherring eine zentrale Rolle. Kaum einer der begleiteten Bewohner lebt mit all seinen Kindern unter einem Dach. Einige leben in betreuten Wohngruppen, bei Pflegefamilien oder in Mutter-Kind-Heimen. Viele Familien plagt die ständige Sorge, ihre Kinder zu verlieren. Neben den generellen Existenzängsten eine zusätzliche Belastung.

Während "Hartz und herzlich" 2018 noch mit Fäkalien in Nahaufnahme für beschämende Momente sorgte, wird dieses Mal weitestgehend auf solch effekthaschende Aufnahmen verzichtet. Es ist auch gar nicht nötig, denn die Sendung macht auch so betroffen.

Neben drei Folgen zur Primetime zeigt RTL2 außerdem ab dem 27. Januar (16 Uhr) weitere Einblicke in das tägliche Leben der Blockmacherring-Bewohner. Dafür war ein Kamerateam über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten täglich an dem sozialen Brennpunkt vor Ort.

(jei)

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