Nachhaltigkeit
The loving couple dives among corals and fishes in the ocean

Den Korallen im Roten Meer geht es besser als in anderen Meeren. Bild: iStockphoto / Pirotehnik

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Korallen im Roten Meer trotzen dem Klimawandel

Das australische Great Barrier Reef ist so stark beschädigt wie nie: Allein zwischen 2016 und 2017 starb dort die Hälfte aller Korallen ab. Und auch weltweit sind rund die Hälfte der Riffe, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten, Studien zufolge inzwischen abgestorben. Der Grund: Das Kohlendioxid, das wir in die Atmosphäre blasen, lässt die Temperaturen steigen, was wiederum zur Versauerung der Meere führt. Die Korallen bleichen aus und sterben schließlich. Zwischen 2014 und 2017 fanden die verheerendsten Korallenbleichen der Geschichte statt.

Das Rote Meer: Eine "Arche" für Korallen

Grund zur Hoffnung geben aber die Korallen im nördlichen Roten Meer. "Den Korallen im Golf von Akaba geht es prächtig, und das, obwohl die Wassertemperatur hier viermal so schnell steigt wie in anderen Ozeanregionen", sagt Maoz Fine vom Interuniversity Institute for Marine Sciences im israelischen Eilat gegenüber der "Zeit". Die Wissenschaftler dort sprechen von einer Art "Zufluchtsort für Korallen vor dem Klimawandel", einer "Arche, die ihren Fortbestand sichern könnte".

Das Erstaunliche: Bei den Korallen im Golf von Akaba handelt es sich um die gleiche Art, die auch in anderen Meeresregionen zu finden ist. Warum aber überstehen die Korallen im Roten Meer die Erwärmung des Wassers im Gegensatz zu ihren Artgenossen an anderen Orten?

Temperaturresistenz stammt aus Eiszeit

Den Forschern zufolge liegt die Antwort auf diese Frage in der geologischen Vergangenheit des Roten Meeres. Vor etwa 18.000 Jahren stiegen dort zum Ende einer Eiszeit die Temperaturen extrem an – nur die Korallen, die damit zurechtkamen, konnten sich fortpflanzen und im Roten Meer Richtung Norden ausbreiten.

Dort leben noch heute die Nachkommen dieser besonders widerstandsfähigen Korallen, und das noch deutlich unter ihrem thermischen Grenzwert. "Wir haben die Temperatur in den Aquarien anfangs um ein bis zwei Grad erhöht, aber nichts geschah", so Fine zur "Zeit". Die Forscher setzten die Korallen daraufhin weiter künstlich unter Stress und erhöhten die Temperatur weiter. Erst bei sieben Grad mehr begannen sie zu bleichen.

Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, welche Gene für die Wärmeresistenz verantwortlich sind. Dass dann großflächig genmanipulierte, hitzeresistente Korallen gezüchtet werden könnten, glauben sie aber nicht. Vielmehr müssten die CO2-Emissionen heruntergeschraubt und Schutz vor Überfischung und Umweltverschmutzung geboten werden. Dass die Korallen im Roten Meer schon andere extreme Temperaturschwankungen überlebt haben, stimmt die Forscher aber optimistisch, dass zumindest ein Teil von ihnen überleben kann.

Die Korallenriffe im Meer gehören übrigens zu den artenreichsten Lebensräumen der Welt: Neben rund 350 verschiedenen Korallenarten haben Forscher dort über 100 Fischarten identifiziert. Dabei sind die Korallen nicht nur für die Meeresbewohner wichtig, sondern auch für die Menschen an Land: Die Riffe bieten Schutz vor Erosion und schweren Stürmen.

(ftk)

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