Bild

Die Saug-Anlagen ziehen CO2 aus der Luft und verwandeln es unter anderem in Kraftstoff. bild: climeworks

Gute Nachricht

CO2-Staubsauger entzieht der Luft Treibhausgase

Zwei deutsche Ingenieure haben ein Start-up gegründet, das ein ambitioniertes Ziel verfolgt: Es will riesige Maschinen bauen, die auf der ganzen Welt nonstop CO2 aus der Umgebungsluft filtern und so der Erderwärmung entgegenwirken. Mit ihren Filteranlagen wollen Christoph Gebald und Jan Wurzbacher von Climeworks bis zum Jahr 2025 rund ein Prozent der globalen CO2-Emissionen aus der Luft filtern – das sind etwa 300 Millionen Tonnen pro Jahr. Erste Anlagen sind bereits in Betrieb – und zeigen Wirkung.

Die Technologie, die hinter den CO2-Staubsaugern des 2009 in Zürich gegründeten Startups steht, nennt sich Direct-Air-Capture, kurz DAC. Die Anlagen funktionieren laut Bayerischem Rundfunk wie gigantische Staubsauger: Ventilatoren saugen die Umgebungsluft ein und filtern das CO2. Während der Filterung sammelt sich das CO2 an der Oberfläche eines Filters. Ist eine bestimmte Sättigung erreicht, wird das CO2 bei einer Temperatur von etwa 100 Grad Celsius gelöst und als hochreines Gas freigesetzt und abgefüllt. Anschließend kann das gewonnene CO2 weiterverarbeitet werden, zum Beispiel zu synthetischem Treibstoff oder Düngemittel.

CO2 nutzbar machen

Das CO2, das in den 14 bisher in Betrieb genommenen Anlagen gefiltert wurde, konnte als Dünger an Gewächshausbetriebe, als Kohlensäure an Coca-Cola und als Grundlage für erneuerbaren Kraftstoff weiterverkauft werden. Das klimaschädliche Kohlendioxid kann so nutzbar gemacht werden. Das neue Verfahren interessierte auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg, sie hat das Schweizerische Start-up im März 2020 in Hinwil besucht und ließ sich Bauweise und Funktion der Anlagen erklären.

Ein Nachteil an dem Recycling des gefilterten CO2 ist, dass es mittelfristig wieder in die Atmosphäre kommt. Bei einem Projekt auf Island will Climeworks einen anderen Weg gehen: Dort wird CO2 unterirdisch als Gestein gespeichert. Dadurch sollen pro Jahr 4.000 Tonnen Kohlendioxid aus der isländischen Umgebungsluft gefiltert werden. Ob das Kohlenstoffdioxid allerdings dauerhaft im Untergrund bleibt oder ob es austreten kann, wenn das Gestein porös wird, das ist eine der Fragen, die Kritiker wie das Umweltbundesamt bei dieser Methode stellen, wie die "Zeit" berichtet. Ein Climeworks-Mitarbeiteter beteuert jedoch: Das CO2 sei für immer in das Gestein eingesperrt, davon sei er, genau wie andere Wissenschaftler, überzeugt.

So effizient sie auch sein mögen, die Saug-Anlagen sind laut Br24, auch sehr teuer und benötigen selbst viel Energie für die chemische Reaktion der Filterung. Investitionen für die Weiterentwicklung der Anlagen bekam das Startup jedoch zuhauf: Der Autohersteller Audi wirkt bei der Unternehmensentwicklung mit und bis September 2020 erhielt Climeworks bereits rund 93 Millionen Euro von privaten Investoren, wie das Unternehmen auf der Website bekannt gab.

(sb)

Gute Nachricht

Statt aus Erdöl: Forscher entwickeln Bio-Plastik aus Bakterien

Die Erde ist geradezu verseucht von Plastikmüll – trotzdem wird immer weiter Kunststoff produziert, pro Jahr sind es derzeit ungefähr 370 Millionen Tonnen. Dass das nicht so weitergehen kann, ist klar. Forscher arbeiten deshalb auf Hochtouren an verschiedenen Möglichkeiten, Plastik zu ersetzen oder nachhaltige Alternativen zu dem umweltschädlichen Erdöl zu finden, das seine Grundlage darstellt.

Mikrobiologen der Universität Tübingen ist das jetzt gelungen, denn sie haben Bakterien derart …

Artikel lesen
Link zum Artikel