Traces of New Year's fireworks on the street

Dass dieses Jahr nicht geböllert werden darf, hat auch seine Vorteile. Bild: iStockphoto / SKatzenberger

Gute Nachricht

Silvesternacht: So schont das Böllerverbot unsere Gesundheit und die Umwelt

Kein Feuerwerk zum Jahreswechsel: Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder bei einem Bund-Länder-Gipfel zur Eindämmung der Corona-Pandemie Mitte Dezember beschlossen. Für die Pyro-Branche ist das Böllerverbot ein herber Schlag – für unsere Gesundheit und für die Umwelt allerdings ein großer Gewinn.

Denn in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar entstehen normalerweise Jahr für Jahr Tonnen von Müll und gesundheitsschädlichem Feinstaub. Wenn wir auf das Böllern verzichten, sparen wir uns die 2000 Tonnen Feinstaub, die laut Bundesumweltamt für gewöhnlich allein in dieser einen Nacht entstehen. So wird etwa ein Prozent der Feinstaubmenge gespart, die im gesamten Jahr zusammenkommt.

Durch das Feuerwerk werden innerhalb einer Stunde Spitzenwerte von bis zu 900 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft erreicht, der Grenzwert liegt bei 50. Je nach Wetterlage könne besonders in Ballungsgebieten auch noch am 1. Januar die Luft voll damit sein, wie der SWR berichtet. Dieses Jahr werden wir das neue Jahr dagegen mit frischer, reiner Luft beginnen können.

Doppelte Vorsicht wegen Corona

Was in diesem Jahr besonders bedacht werden sollte: Die ultrafeinen Staubpartikel, die durch Böller entstehen, gelangen tief in die Lunge, teilweise sogar bis ins Blut und begünstigen Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen. Da das Coronavirus ebenfalls die Atemwege angreift, sollten solche Erkrankungen noch ehrgeiziger vermieden werden, als sonst. Wenn wir keine Raketen abfeuern, schützen wir uns also indirekt auch vor dem Virus – weil wir unsere Lunge entlasten.

Ein weiterer Grund, weshalb das Böllerverbot gut für die Gesundheit ist, besonders im Hinblick auf die Pandemie: Durch den Einsatz von Pyrotechnik zum Jahreswechsel landen tausende Verletzte in den Krankenhäusern, die bereits jetzt an der Belastungsgrenze arbeiten. Dadurch, dass dieses Jahr keine gefährlichen Silvesterkörper gezündet werden, wird die Lage in den Krankenhäusern nicht zusätzlich verschärft.

Wer ein Herz für Haus- und Wildtiere hat, sollte das Böllern übrigens generell sein lassen: Der Lärm und die blitzenden Lichter lösen oft Stress und Panik bei ihnen aus.

Neujahr 2021: Keine Chemikalien, kein Plastikmüll

In den Raketen und Fontänen sind noch etliche Chemikalien enthalten, darunter Schwermetalle wie Blei, Barium, Chrom und giftige Chlor- und Schwefelverbindungen. Mit dem Feuerwerksnebel atmen wir auch diese Stoffe ein. Sinken sie auf den Boden, gelangen sie in die Umwelt. Nicht aber dieses Jahr!

Auch die Unmengen Feuerwerksreste am Neujahrstag bleiben diesmal aus. Allein in den fünf größten Städten Deutschlands entsteht normalerweise laut SWR pro Jahr fast 200 Tonnen Silvestermüll. Wer am 1. Januar 2021 einen Neujahrsspaziergang macht, muss also über keine Müllberge steigen und kann guten Gewissens tief einatmen, denn die Luft wird herrlich frisch sein. Wenn das kein guter Start ins neue Jahr ist!

(sb)

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