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Wein Doch

Bitte lasst in der Bahn eure verdammten Schuhe an!

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Video: watson/Leonhard Landes, Lia Haubner

Dieser Text gilt Robert Habeck. Nicht nur, aber auch. Denn der grüne Sonnyboy und Parteichef hat eine Angewohnheit, die ich wirklich, wirklich verachtenswert finde.

Wovon ist die Rede? Es war eine Reportage der "Zeit", die mich erstmals auf diese Habeck'sche Angewohnheit aufmerksam gemacht hat:

"Wenn Robert Habeck im ICE-Bordbistro seine Schuhe auszieht, was er nicht immer, aber eigentlich gern macht, weil er wahrscheinlich momentan in Zügen mehr zu Hause ist als irgendwo sonst, dann kann es schon passieren und man sieht die Löcher in seinen Socken."

quelle. "Zeit online"

Nun habe ich kein Problem mit löchrigen Socken. Wenn man von irgendeinem deutschen Spitzenpolitiker erwartet, löchrige Socken zu tragen, dann von Robert Habeck.

Aber die ausgezogenen Schuhe. Herr Habeck, muss das sein? Müssen Sie Ihre Mitfahrerinnen und Mitfahrer mit Ihren schuhlosen Füßen belästigen?

Wer seine Schuhe auszieht, kann auch gleich die Hose ausziehen

Mir geht es dabei gar nicht darum, dass diese schuhlosen Füße irgendwie schwitzig oder stinkig wäre. Mit geht es dabei ums Prinzip.

Wer seine Schuhe auszieht, der fühlt sich wohlig, ja fast heimelig.

Nur: Die Bahn ist vieles, aber kein Heim, kein Zuhause. Die Bahn ist ein öffentlicher Ort und genauso sollte man sich auch aufführen.

Es zieht ja in der Bahn auch keiner seine Hose aus. Auch wenn das bequemer wäre.

Aber Schuhe sind dann okay? Ich finde nicht.

Die Mutter aller Probleme: die Jogginghose

Ich glaube, das Übel hat damit angefangen, dass es okay wurde, in der Jogginghose überall hinzugehen. Ich bin wirklich kein Fan von Karl Lagerfeld (R.I.P.). Aber mit seinem berühmt-berüchtigten Satz "Wer Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren" hat er ein Stück weit recht.

Die Jogginghose im Supermarkt oder die ausgezogenen Schuhe sind ein Symptom dafür, dass wir keinen Respekt voreinander haben. Dass wir uns einander in unserer ganzen schuhlosen Privatheit zumuten. Ob der Andere will oder nicht.

Zumindest denke ich das, wenn die Wut in mir hochsteigt, wenn vor mir in der Bahn wieder einer seine Schuhe ausgezogen hat. (Oder wenn ich von Luisa Neubauer von "Fridays for Future" lese, die im ICE ebenfalls ihre Stoffturnschuhe auszieht, wie die "Welt" berichtet.)

Vielleicht denkt ihr euch jetzt: Es ist halt einfach bequemer, die Schuhe ausziehen. Ist es nicht wahnsinnig pedantisch, die Grenze für Respektlosigkeit bei blanken Füßen zu ziehen?

Mag sein. Aber ich bitte euch, einmal auf die Gefühle eurer Mitmenschen zu achten, die keinen Bock auf eure Füße haben.

Stellt euch einmal vor, es wäre okay in der Bahn eure Hose auszuziehen? Wollten Sie in dieser Welt leben, Herr Habeck? Ich glaube nicht. Also lasst die verdammten Schuhe an.

Mehr "Wein Doch": Sag mir nicht, dass ich nicht nachhaltig genug lebe, mach lieber selber was!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gehtsnoch? 01.07.2019 15:47
    Highlight Highlight Hahaha
    Wundervoll !
    Da spricht ein Bub der vermutlich in seiner Heimatstadt studiert hat und dessen längste Zugfahrt nicht die Stundenmarke geknackt hat.
    Fahren sie mal mehrere Stunden Zug, und das regelmäßig, dann sprechen wir weiter.
    Auch den Bogen zur Jogginghose, und on dort zu mangelndem Respekt vor Mitmenschen zu schlagen ist schon gewagt sag ich mal.
    Aber ich nehme an der Autor vertritt die Ansicht :"Lieber Anzug tragen anstatt freundlich zu sein."
    Ist ja auch viel einfacher und erfordert weniger Mühe.

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