Sport
Bild

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Trainer Hansi Flick will nicht, dass seine Mannschaft im grauen Bundesliga-Alltag schon an die Champions League denkt. Bild: ap

FC Bayern: Davor warnt Flick vor dem Spiel gegen Paderborn

Eine Pflichtübung vor dem Ernstfall: Bevor Bayern München in der Champions League beim FC Chelsea gefordert ist, wartet in der Bundesliga der kleine SC Paderborn auf den großen Rekordmeister.

Hansi Flick warnte eindringlich vor einem bösen Erwachen. "Wenn wir jetzt schon einen Schritt weitergehen, wäre es ein riesengroßer Fehler", sagte Bayern Münchens Trainer vor dem Heimspiel am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) gegen den vergleichsweise kleinen SC Paderborn. Erst kommt das Bundesliga-Schlusslicht, dann dürfen die Gedanken der Spieler um das Champions-League-Duell beim FC Chelsea kreisen: "Wenn es anders wäre, wären sie im falschen Beruf und Verein."

Flick hat es seit November fast immer geschafft, seine Mannschaft auf den Moment zu trimmen, alles Störende aus den Köpfen zu bekommen. Und das sieht der 54-Jährige auch vor dem 250. Bundesligaspiel in der Allianz Arena als zwingend an. "Die Mannschaft hat das so oft schon mitbekommen - wenn man in drei Wettbewerben ist, dann steht jedes Spiel für sich", sagte der Coach. Dem pflichtete David Alaba bei: "Wir haben noch ein Spiel, da liegt zuerst der Fokus."

Neue Chance für neue Spieler

Und auch eine Chance, jedenfalls für Winterzugang Alvaro Odriozola. Die Leihgabe von Real Madrid wird erstmals in einem Pflichtspiel für den FC Bayern von Beginn an auflaufen. "Ich war zufrieden mit ihm im Training", sagte Flick über den Rechtsverteidiger. Die Gelegenheit für den Spanier ergibt sich, weil der Franzose Benjamin Pavard gesperrt ebenso zusehen muss wie Jérôme Boateng. Für den Rio-Weltmeister wird aller Voraussicht nach der Russland-Weltmeister Lucas Hernandez in die Startelf rücken.

Was Flick von seiner Mannschaft sehen will, sind endlich zwei konstant gute Halbzeiten. Denn dies ist einer der wenigen Makel im Münchner Spiel, nicht nur beim jüngsten 4:1 in Köln, sondern auch davor gegen Leipzig (0:0), Hoffenheim (4:3) und Mainz (3:1). "Manchmal hätte ich gerne etwas mehr Cleverness. Irgendwann muss ich mal Ball und Gegner laufen lassen, dass irgendwann eine Tür aufgeht", monierte Flick, sagte aber auch: "Wir haben überwiegend tollen Fußball gezeigt."

Wann wird Flicks Vertrag verlängert?

Aus diesem Grund ist die Situation des früheren Löw-Assistenten ein stetes Begleitthema und dabei die Frage: Wann klärt der FC Bayern die Zukunft? Vor Saisonende, erst danach, im Mai, im April? Flick sieht die Diskussion gelassen. "Ich lebe in der Gegenwart. Es macht mir Spaß, das habe ich oft genug gesagt. Wir versuchen gute Arbeit abzuliefern", sagte er.

Wenn sich der deutsche Fußball-Rekordmeister in der kommenden Saison für einen anderen Trainer entscheiden sollte, "geht meine Welt auch nicht unter", ergänzte Flick, dessen Vertrag beim Tabellenführer im Sommer endet. Wichtig sei ohnehin, "dass wir eine erfolgreiche Saison spielen." Auf angebliche Angebote von anderen Klubs wollte Flick nicht eingehen.

Wie die Spieler denken, bekräftigte Alaba in dieser Woche nochmals. "Er hat an den richtigen Schrauben gedreht, das hatte eine sehr große Wirkung", sagte der Österreicher. Damit diese anhält, ist eine gelungene Pflicht vor dem Ernstfall Königsklasse nötig. Paderborns Coach Steffen Baumgart weiß, was seinem Team blüht: "Wenn es normal läuft, kriegen wir ein blaues Auge."

(afp/om)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Meinung

Coronavirus: RB Leipzig wirft Japaner aus Stadion – die Reaktion ist eine Farce

Liebe und Frieden. Regenbogenfarben und Rasenball. Vor dem Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen hatte es im Leipziger Fanblock eine große und bunte Choreographie gegeben. Das Motto: "Love, Peace and Rasenball". Der Klub wollte sich öffentlich gegen jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung stellen, sich als weltoffen präsentieren. Auch Oliver Mintzlaff, Vorstandschef des Klubs, hatte das vor dem Spiel nochmal betont.

Der Leipziger Stadionsprecher Tim Thoelke verurteilte während der …

Artikel lesen
Link zum Artikel