Fussball, Herren, Saison 2020/2021, 1. Bundesliga 16. Spieltag, 1. FC Union Berlin - Bayer Leverkusen 1:0, v. l. Robin Knoche 1. FC Union, Marcus Ingvartsen 1. FC Union, Marvin Friedrich 1. FC Union, Konflikt Nadiem Amiri Bayer 04 Leverkusen, Florian H

Union Berlin beim Spiel gegen Bayer Leverkusen. Bild: www.imago-images.de / Matthias Koch

Rassismus-Vorfall: DFB ermittelt gegen Union-Spieler

Rassismus-Vorwürfe vom Gegner, Ermittlungen durch den DFB: Bei Fußball-Bundesligist Union Berlin wurde die Freude über den erstaunlichen 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen deutlich getrübt. Zwar rückten die Berliner bis auf einen Punkt an Bayer heran und gehören nun zu den Anwärtern auf einen Champions-League-Platz, doch der Jubel ging im Ärger über mutmaßliche Beleidigungen komplett unter.

Nach dem Abpfiff war Leverkusens Mittelfeldspieler Nadiem Amiri völlig außer sich. Erst beschwerte er sich bei Schiedsrichter Florian Badstübner (Windsbach), dann stürmte er auf Unions Abwehrspieler Florian Hübner zu, fasste ihn ins Gesicht. Unions Trainer Urs Fischer ging dazwischen, versuchte, den Bayer-Profi zu beruhigen.

"Nadiem Amiris Herkunft wurde beleidigt. Das gehört hier nicht auf den Platz", sagte Amiris Teamkollege Jonathan Tah kurz darauf im Interview bei DAZN. Während der hitzigen Verbal-Attacken sei von Unioner Seite gegenüber Amiri "der Begriff Scheiß-Afghane" gefallen, äußerte Tah: "Ich hoffe, dass das Konsequenzen hat.

Ein weiterer Union-Spieler hatte zudem in Richtung von Bayer-Spieler Bailey gesagt: "Wir sind hier in Deutschland."

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes will die Vorwürfe untersuchen. "Es besteht der Verdacht, dass der Berliner Spieler Florian Hübner seinen Leverkusener Gegenspieler Nadiem Amiri, dessen Eltern aus Afghanistan stammen, rassistisch beleidigt haben könnte", teilte der DFB mit. Anfang der Woche sollen entsprechende Ermittlungen aufgenommen werden. Alle Beteiligten sollen sich zu dem Vorfall in der Schlussphase des Spiels äußern.

Die Deutsche Fußball Liga lobte den offensiven Umgang und die Reaktionen von Union Berlin und Bayer Leverkusen auf die Rassismus-Vorwürfe beim Freitagabendspiel der Bundesliga. "Rassismus hat in unserer Gesellschaft und damit auch im Fußball nichts zu suchen! Wir sind daher dem 1. FC Union Berlin und Bayer 04 Leverkusen dafür dankbar, dass sich beide Clubs direkt nach dem Spiel entsprechend schnell und klar positioniert haben", twitterte die DFL am Samstag.

Union indes wies am Samstag alle Vorwürfe von rassistischen Beleidigungen zurück. Manager Oliver Ruhnert erklärte, dass die Aussage von Hübner wohl etwas "überinterpretiert" worden sei. Auf beiden Seiten habe es hitzige Wortausbrüche gegeben. Hübner habe erklärt, dass er sich nicht so geäußert habe. "Für uns hat es diese rassistische Thematik, wie sie jetzt gerade dargestellt wird, so nicht gegeben", betonte Ruhnert.

Der Union-Spieler selbst hatte sich – auch ohne rassistische Beleidigung – bei Amiri gemeldet und sich entschuldigt. Amiri lenkte ein, es seien "aus den Emotionen heraus" unschöne Worte gefallen, sagte der fünfmalige deutsche Nationalspieler am Tag danach. "Er hat mir das glaubwürdig versichert und deswegen ist die Sache für mich nun erledigt", teilte der 24-Jährige mit.

(lfr/dpa)

Analyse

Warum Lars Windhorst bei Hertha BSC investiert hat – und was es gebracht hat

Lars Windhorst hat seinen Ruf weg. Der bekannte Berliner Investor wird von Kritikern – in unkreativer Anlehnung an seinen Nachnamen – schon gerne mal als "windiger" Geschäftsmann verspottet. Sicherlich hat Windhorst seit seinem Aufstieg als (vermeintliches) Wunderkind der deutschen Unternehmenswelt Fehler begangen. Allein die Insolvenzen, die sich in seiner Biografie finden, sind auf ihre Weise ein Beleg dafür. Aber: Der 44-Jährige ist gewiss keiner, der einfach grundlos Geld verbrennen möchte.

Doch …

Artikel lesen
Link zum Artikel