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Julius Kühn

Bester Werfer: Julius Kühn feiert den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Lettland. imago images / Bildbyran

Handball-EM: Deutsches Team bezwingt Lettland und zieht in Hauptrunde ein

Das Zwischenziel ist erreicht, die Hauptrunde kann nach einem wahren Zittersieg gegen Lettland beginnen: Dank ihres treffsicheren Rückraum-Shooters Julius Kühn können sich die deutschen Handballer nach dem hart erkämpften 28:27 (16:11)-Zittersieg gegen den EM-Debütanten auf den Weg zur zweiten Turnierphase nach Wien machen. Kühn, der aus dem Rückraum achtmal traf, war der Hauptgarant für einen Sieg, der nach einer zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Führung in den letzten Sekunden noch einmal in Gefahr geriet.

"Wir sind am Ende mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Kühn beim ZDF: "Aber auch so ein Spiel muss man erstmal gewinnen, letztlich konnten wir das Ding dann doch noch nach Hause schaukeln."

Am Dienstag um 11.00 Uhr fliegt die Delegation des Deutschen Handballbundes (DHB) von Trondheim nach Wien, wo aller Voraussicht nach am Donnerstag das erste Spiel der Hauptrunde gegen Weißrussland ansteht. Die Frage nach dem Gruppensieg wurde allerdings erst im anschließenden Spiel zwischen Titelverteidiger Spanien und den Niederlanden entschieden. Sollte Oranje nicht mit wenigstens zehn Toren gegen Spanien gewinnen, würde Deutschland als Gruppenzweiter hinter den Iberern mit null Punkten in die Hauptrunde in Wien starten.

Die Partie gegen Lettland war das Spiel des Julius Kühn, der reichlich Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben sammelte. Mit einem Doppelschlag in der 20. und 22. Minute zum 11:7 begann die Show des zwei Meter großen Rückraum-Shooters von der MT Melsungen. Immer wieder stieg Kühn hoch, klug in Szene gesetzt von seinen Nebenleuten um Regisseur Paul Drux, und hatte mit seinem achten Treffer zum 23:16 in der 41. Minute eine Quote von 100 Prozent. Gegen Spanien hatte der 26-Jährige, der gegen Lettland auch als Anspieler glänzte, lediglich 8:46 Minuten gespielt und bei zwei Versuchen zwei Tore erzielt. Als Kühn gegen Lettland nicht mehr traf, kam ein Bruch ins deutsche Spiel.

Deutschland kam nach etwas zähem Beginn schnell und gut ins Spiel. Im Gegensatz zum völlig verkorksten Gruppenspiel gegen Spanien (26:33) war die Körpersprache nicht nur bei Kapitän Uwe Gensheimer eine ganz andere: Die 3.450 Zuschauer in Trondheim sahen eine zupackende deutsche Abwehr, die Lettlands 2,15-m-Mann Dainis Kristopans gut im Griff hatte, und eine entschlossene Offensive, der allerdings noch zu oft die Ideen im Positionsangriff fehlten.

Im Tor begann Johannes Bitter anstelle des gegen Spanien völlig indisponierten Andreas Wolff, und Bitter war es auch, der nach weitgehend ausgeglichenem Beginn in der 15. Minute eine Art Wende einleitete. Der Hüne vom TBV Stuttgart parierte beim Stand von 6:6 einen Siebenmeter von Lettlands Regisseur Maris Versakovs, unmittelbar danach brachten Kreisläufer Jannik Kohlbacher (16.) Rechtsaußen Tobias Reichmann (16.) und Abwehrchef Hendrik Pekeler (18.) ihre Mannschaft mit 9:6 in Führung.

Im Tor glänzte Johannes Bitter mit einigen wichtigen Paraden, jedes Mal wurde er von Wolff stürmisch gefeiert und ließ sich von seinem Torwart-Kollegen an der Bank abklatschen. "Spielt weiter in die Breite mit guter Passgeschwindigkeit", forderte Prokop seine Mannschaft auf, und die setzte die Vorgaben des Chefs im Gegensatz zum Spiel gegen Spanien dieses Mal auch um.

In den letzten 15 Minuten schlichen sich dann wieder alte Fehler ins deutsche Spiel ein. "Wir führen nur noch mit drei Toren", stellte Prokop in der Auszeit nüchtern fest: "Wir müssen jetzt in die Tiefe gehen und vor allem Zeit von der Uhr nehmen. Bleibt handlungsorientiert." Die Antwort war ein Siebenmetertor von Tobias Reichmann zum 26:22, dennoch kam Lettland noch einmal bis auf ein Tor heran.

(bn/sid)

Ich habe mich von einem Handballtorhüter abwerfen lassen

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