Fußball: DFB-Pokal, Holstein Kiel - Bayern München, 2. Runde, im Holstein-Stadion. Münchens Spieler um Robert Lewandowski (3.v.r) gehen nach der Verlängerung über den Platz. Der FC Bayern München ist sensationell aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. (Wichtiger Hinweis: Der DFB untersagt die Verwendung von Sequenzbildern im Internet und in Online-Medien während des Spiels (einschließlich Halbzeit). Sperrfrist! Der DFB erlaubt die Publikation und Weiterverwertung der Bilder auf mobilfunkfähigen Endgeräten (insbesondere MMS) und über DVB-H und DMB erst nach Spielende.)

Für den FC Bayern gab es im hohen Norden nichts zu holen. Bild: dpa / Christian Charisius

Meinung

Darum ist das Aus im DFB-Pokal für den FC Bayern gut

Lange 20 Jahre mussten Fußball-Fans in Deutschland auf diesen besonderen Moment warten. Der FC Bayern scheidet nach dem 1. November 2000 mal wieder in der 2. Runde des DFB-Pokals aus. Doch die 5:6-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Holstein Kiel kann für die restliche Saison des FC Bayern nur hilfreich sein.

"Das Ausscheiden ist brutal, das muss man erst einmal sacken lassen. Es ist sicherlich nicht gerade die beste Phase des FC Bayern", sagte Thomas Müller nach dem Spiel sichtlich enttäuscht. Doch die Bayern haben nun etwas, das sie seit Mai 2020 eigentlich nur aus Erzählungen kennen: Zeit.

Re-Start Bundesliga im Mai, Champions-League-Titelgewinn Ende August, Beginn der aktuellen Bundesliga-Saison Mitte September und dann alle drei Tage ein Spiel. Zwischendurch kamen noch zwei Länderspielpausen hinzu, bei denen die Münchner in der Regel zahlreiche Spieler abstellen müssen.

"Bei unseren Gegentoren war es zuletzt immer das gleiche Muster", beklagte Trainer Hansi Flick nach der Niederlage in KIel. Unter der Woche bemängelte zudem Ex-Trainer Robin Dutt das Verhalten von Leroy Sané in Pressingsituationen. Doch auch hier ist ganz klar, was den Bayern fehlt: Trainingszeit.

Mit einem erneuten Triple-Gewinn wird es nichts

Eine Sommerpause? Eine Vorbereitung, um die Neuzugänge zu integrieren? Eine komplette Trainingswoche, um bestimmte Abläufe zu trainieren? All das kannten die Akteure des FC Bayern nur vom Hörensagen. Dabei muss man dem Rekordmeister zugutehalten, dass er sich öffentlich nie über den engen Spielplan beschwerte. Getreu dem Motto: Ein Fußballer spielt lieber, als dass er trainiert. Doch nach den zahlreichen Zu-und Abgängen in der Sommerpause braucht auch der Triple-Sieger etwas Training, damit sich die neue Mannschaft finden kann.

Doch mit dem überraschenden Pokal-Aus bekommen die Bayern nun genau diese Zeit. Zwar geht es aktuell im Drei-Tage-Rhythmus weiter, denn ab dem 1. Februar steht in Katar die Klub-WM an, doch in der Folgezeit entspannt sich die Lage zumindest ein wenig.

Nun ist es einmal andersherum – während die Konkurrenten aus Leipzig, Dortmund und Gladbach im Achtelfinale des DFB-Pokals an einem Dienstag oder Mittwoch auf dem Platz stehen, haben die Münchner Zeit zur Regeneration. Der Traum vom erneuten Triple-Gewinn ist nun zwar geplatzt, doch die neuen Kräfte könnten bei der Verteidigung des Champions-League-Titels helfen.

Zumal der FC Bayern als Rekordpokalsieger (20 Erfolge) auch mal einen anderen Cupsieger verschmerzen kann. Und wer weiß, vielleicht hat Holstein Kiel jetzt Blut geleckt und kann im DFB-Pokalfinale am 13. Mai im Berliner Olympiastadion den Erfolg über dem FC Bayern sogar noch toppen.

Meinung

Vier Gründe, warum sich der FC Bayern aktuell arrogant verhält

Beim FC Bayern scheint der Lockdown trotz der Sonderrolle des Fußballs wohl langsam seine Spuren zu hinterlassen. Oder die vergangenen Titelfeiern haben die Verantwortlichen eine ganz andere Realität erleben lassen. Anders ist es nicht zu erklären, dass Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Samstagabend im "Aktuellen Sportstudio" ganz selbstverständlich erklärt: "Wir sind nicht arrogant."

Nun gut. Wenn er das sagt, muss es wohl so sein. Aber ein Rückblick auf die vergangenen Äußerungen …

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