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Dein Ernst, Jogi? Thomas Müller (r.) scheint mit dem Bundestrainer und der Nationalelf abgeschlossen zu haben. bild: imago images/schüler

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"EM interessiert mich nicht" – Danke, Thomas Müller! Jogi Löws Eiertanz hat genervt

Seit Wochen lässt sich Bundestrainer Joachim Löw ein Hintertürchen auf, was ein Comeback des wiedererstarkten Thomas Müller in die Nationalmannschaft angeht. Dieses Hintertürchen hat Müller am Sonntag zugeschlagen – mit einem Satz verriegelt und zugemauert. Dafür sollten wir dem Profi des FC Bayern dankbar sein. Denn wie Löw ihn in den vergangenen Wochen hingehalten hat, wie er in dieser Personalie herumlavierte, das war kaum zu ertragen.

Thomas Müller hatte ein Fünkchen Hoffnung. Ende Januar in einem Interview mit dem ZDF-"Sportstudio" schien er ein Comeback im DFB-Team zu wittern. Auf die Frage, ob für ihn eine Olympia-Teilnahme im August in Betracht komme, sagte er gut gelaunt, dass ja auch noch ein anderes Turnier im Sommer anstehe. Damit meinte er die Europameisterschaft 2020.

Eine EM-Teilnahme schien er nicht aufgegeben zu haben. Obwohl Müller nicht damit einverstanden war, dass Löw im März 2019 seine Nationalmannschaftskarriere nach 100 Länderspielen vorerst beendet hatte.

Löw: Müller ist ein Spieler mit "außergewöhnlicher Qualität", dessen Rückkehr "unwahrscheinlich" ist

Anfang Februar brachte Löw Müller sogar wieder als "mögliche Option" ins Gespräch, attestierte ihm "außergewöhnliche Qualität" und "große Verdienste" – am Sonntag hieß es aber doch wieder nur, dass es "eher unwahrscheinlich" sei, dass Müller ins DFB-Team zurückkehre. Das erklärte Löw am Rande des Bundesliga-Topspiels zwischen Bayern München und RB Leipzig im Interview mit Sky.

Der Bundestrainer sagte, er freue sich über die jüngste Treffsicherheit von Müller. Nur, um dann erneut seinen Beschluss zu betonen, jüngeren Spielern die Chance geben zu wollen.

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Da waren sie noch #zsmmn: Ein Bild aus glücklicheren Tagen. bild: imago images/sven simon

Jogi Löw will auf andere Spieler setzen – auch auf Verletzte und Profis mit wenig Spielpraxis

Löw nannte dabei unter anderem Timo Werner. Zurecht: Der 23-jährige Leipziger steht aktuell bei 20 Toren in der Liga. Aber Löw sprach ebenso vom zwar jungen, aber verletzten Leroy Sané. Auch von Julian Draxler, 26, der in dieser Saison erst neun Partien für Paris St.-Germain spielte. Und, zur Verwunderung vieler, sprach Löw auch vom 30 Jahre alten Marco Reus, der sogar ein paar Monate älter ist als Müller.

Thomas Müller: "Diese EM interessiert mich überhaupt nicht"

Nach dem Abpfiff zeigte der Bayern-Star sichtlich genervt, was er von Löws Eiertanz hielt – und worauf es ihm in dieser Saison ankommt. Angesprochen auf die jüngste Aussage von Löw, hielt Müller demonstrativ das Wappen auf seinem Trikot in die Kamera. Er wolle sich auf den FC Bayern konzentrieren und mit den Münchnern in dieser Saison drei Titel gewinnen. Davor versicherte er: "Der Bundestrainer hat eine Entscheidung getroffen. Diese Europameisterschaft interessiert mich aktuell überhaupt nicht." Basta.

Bevor Müllers Fünkchen EM-Hoffnung aufflammen konnte, hat Löw es am Sonntag wieder ausgetrampelt. Betonung auf trampeln.

Zurückgetreten ist Thomas Müller nie aus dem DFB-Team. Aber dieses Statement kommt dem fast gleich. Danke, Thomas Müller. Das ewige Hin und Her des Bundestrainers in dieser Personalie hat damit jetzt hoffentlich ein Ende.

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