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Dieter Nuhr - Nuhr hier, nur heute in der Händel Halle am 06.03.2020 in Halle Saale Foto: Holger John, Halle/Saale Sachsen-Anhalt Deutschland *** Dieter Nuhr Nuhr here, only today in the Händel Halle on 06 03 2020 in Halle Saale Photo Holger John, Halle Saale Sachsen Anhalt Germany

Kabarettist Dieter Nuhr ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft enttäuscht. Bild: www.imago-images.de / Holger John

Nach gelöschtem Beitrag: Forscher machen Nuhr Angebot, das ihn erneut wüten lässt

Es ist die Kehrwende nach der Kehrtwende. Erst verteidigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Kommentar zur Relevanz der Wissenschaft des Kabarettisten Dieter Nuhr auf ihrer Webseite. Nach anhaltender Kritik löscht sie den Audio-Beitrag, von ihrer Seite woraufhin sich Nuhr erzürnt zeigt. Nun entschuldigen sich die Forscher und bieten an, den Beitrag doch wieder online zu stellen. Allerdings mit einer Bedingung, die Nuhr erneut auf die Palme bringt. Sie wollen den Audio-Clip als kommentierte Fassung wiederveröffentlichen.

Die DFG biete dem Komiker sehr gerne eine "im Lichte der aktuellen Debatte kommentierte Wieder-Online-Stellung seines Statements" an, heißt es am Dienstag in einer schriftlichen Stellungnahme.

Nuhr empört über Vorschlag: "Was soll das denn?"

Gegenüber der "Welt" zeigt sich Nuhr darüber entrüstet: "Ich habe der DFG untersagt, mein Statement 'kommentiert' online zu stellen", zitiert ihn die Zeitung online. "Was soll das denn? Alle anderen sagen frei ihre Meinung und meine wird mit einer Warnung versehen wie eine Zigarettenpackung", so Nuhr laut "Welt".

Der Kabarettist sei von der DFG "mehr als enttäuscht, nicht nur aufgrund der Löschung, sondern noch mehr wegen des armseligen Umgangs mit der Sache", zitiert das Blatt ihn weiter. Es stelle sich nun für viele Menschen die Frage, wie die DFG für freie Forschung stehen solle, "wenn sie schon bei so einer Lappalie einknickt. Mir macht das, gerade weil ich freie Wissenschaft für lebenswichtig halte, große Sorgen", so Nuhr laut "Welt".

Vor kurzem hatte der Kabarettist einen Audioclip aufgenommen, der im Anschluss auf der Kampagnenhomepage und in den sozialen Netzwerken der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) veröffentlicht wurde. In dem Beitrag erzürnte vor allem eine Aussage Nuhrs die Gemüter: Wissenschaft sei keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkünde.

Nuhr sagte:

"Und wer ständig ruft 'Folgt der Wissenschaft!', hat das offensichtlich nicht begriffen."

.

Forscher entschuldigen sich bei Nuhr

Daraufhin hatte es massiv Kritik an dem Post gegeben. Erst verteidigte die Forschungsgemeinschaft den Kabarettisten, dann folgte sie der Kritik, nun gibt sie sich neutral und kommt mit einer eher unprofessionell wirkenden Erklärung daher: "Zu ihrem Bedauern sah sich die DFG nicht in der Lage, kurzfristig und während einer zum Teil aggressiven Twitter-Diskussion eine klare Einschätzung zu den Kommentaren vorzunehmen", so die DFG in der aktuellen Stellungnahme.

Die DFG habe sich daher am 31. Juli entschieden, den Beitrag von der Seite "DFG2020 – Für das Wissen" und aus ihrem Youtube-Kanal zu nehmen und "die Situation näher zu beleuchten".

"Die Entfernung des Beitrags erfolgte ohne weitere Erläuterung und ohne vorherige Information an Herrn Nuhr, was die DFG ausdrücklich bedauert und wofür sie sich bei Herrn Nuhr entschuldigt", heißt es weiter in der Stellungnahme.

Die DFG wolle auch betonen, dass sie mit der Entfernung des Beitrags keineswegs Herrn Nuhrs persönliche Einstellung zur Wissenschaft bewerten wollte, heißt es im Statement.

Auf dem Twitterkanal @dfg_public sei der Kommentar nicht gelöscht worden. "Damit wurde die vorangegangene Diskussion dokumentiert, und die Fortsetzung der Diskussion wurde ausdrücklich ermöglicht", verteidigt die Forschungsgemeinschaft ihr Vorgehen. Die Debatte um das Vorgehen der DFG wird damit wohl kaum beendet sein.

(clk)

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