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Lili Paul-Roncalli und Massimo Sinató haben gewonnen. Die Artistin ist "Dancing Star 2020" Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Das war doch klar: Italo-Duo Lili Paul-Roncalli und Massimo Sinató holen "Let's Dance"-Titel

Lili Paul-Roncalli wird "Dancing Star 2020". Auch Zoten-Llambi und Fashionista-González kratzen am Ende einer langen Staffel doch noch an ihrer Bestform.

marie von den benken

Willkommen zu den Los Final-Wochos im Privatfernsehen. Nachdem am Donnerstag Lijana-Schreck Jacky in Abwesenheit von Heidi Klum den Titel "Germany's next Topmodel" mit nach Hause in den Landkreis Rheingau-Taunus nehmen durfte, steigt schon einen Tag später das nächste Finale: bei "Let's Dance". Und das ist noch lange nicht alles. Am Sonntag folgt sogar noch das Finale von "Bauer sucht Frau – international". Festwochen für TV-Emotionsjunkies.

Als in der Halle in Köln-Ossendorf das Tanzfinale startet, denkt man für einen Augenblick, es laufe versehentlich das "GNTM"-Finale vom Vortag. Der Opening-Dance erinnert bedenklich an die etwa vier Stunden lange Eröffnungs-Tanzeinlage zur Topmodel-Krönung. Dann allerdings steht plötzlich irgendwo im Hintergrund eine blonde Frau regungslos in der Gegend rum und sieht aus wie eine als Justitia verkleidete Frauke Ludowig. Nachdem Moderator Daniel Hartwich wochenlang um die Gunst von Ludowig geworben hatte, ist klar: Nein, es ist doch Deutschlands beliebteste Tanzschule. Das ist gut, denn damit ist sicher: Jacky gewinnt heute nicht.

Wer noch "Let's Dance"-Star werden kann

Die Chance haben nur noch Lili Paul-Roncalli, Luca Hänni und Moritz Hans. Die drei Finalisten dürfen zum Auftakt traditionell einige Worte über ihre "Let's Dance"-Reise aufsagen. Bei Hans und Hänni gerät das weitestgehend generisch zu einer Ode an die familiäre Atmosphäre und die fantastische Lebenserfahrung. Interessant wird es kurz bei Lili. Sie gesteht, die Wochen wären durchaus "nervenaufreißend" gewesen. Halleluja. Endlich ein Satz, mit dem Läster-Chronistinnen wie ich arbeiten können. So nervenaufreißend der Weg bis ins Finale für Lili auch gewesen ist, immerhin durfte sie ihn mit dem italienischen Chef-Aufreiber Massimo Sinató teilen.

Schon wenige Minuten später folgt das nächste Highlight: Anders als Heidi Klum, für die gestern Fotograf Christian Anwander moderieren durfte, schaffen es Daniel Hartwich und Victoria Swarovski rechtzeitig zu ihrem Finaleinsatz. Zum Glück, denn andernfalls hätten womöglich die RTL-Allzweckwaffen Günter Jauch und Michael Wendler durch den Abend geführt. Beide sind ja für das Tanzen etwa das, was Til Schweiger für die Quantenphysik ist.

Das Outfit von Jorge Gonzáles bei "Let's Dance"

Auch etwas Wehmut legt sich über das Tanzparkett, sogar bei mir. Zum letzten Mal in diesem Jahr etwa darf ich meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Dem Style-Check bei Jorge González. Dafür entschädigt mich die kubanische Fashion-Ikone mit einem absoluten Meilenstein in seiner an Highlights nicht unbedingt armen Outfit-Historie. Als visuelle Bestätigung, vollkommen aus dem Rahmen gefallen zu sein, trägt González einen etwa zwei Quadratmeter großen, leeren Bilderrahmen auf dem Kopf.

Dieses Meisterwerk der Friseurkunst wird in die Geschichte eingehen. Vor allem in die des Röhrenfernsehers, denn mit ziemlicher Sicherheit ist in Jorges Teletubbie-Kopfschmuck mindestens eine terrestrische Antenne verarbeitet, mit der man während der Werbepausen Bilder aus Uganda, Ecuador und Weißrussland empfangen kann. Für die Erstellung einer Frisur wie dieser benötigt Deutschlands prominentester TV-Friseur, der Jury-erprobte Boris Entrup, übrigens 34 Assistenten, 40.000 Haarnadeln und ein handelsübliches Baugerüst.

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Die Jury um Jorge Gonzáles (l.): Motsi Mabuse (m.) und Joachim Llambi (r.) Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Bei "Let's Dance" tanzt auch die Jury

Als sich endlich alle Beteiligten wieder auf den Kern der Show konzentrieren, werden als Erstes die Jurytänze absolviert. Jorge und seine Kollegen Motsi Mabuse und Joachim Llambi haben sich dafür eine besondere Regel ausgedacht: Hebefiguren sind verboten und es muss stets mindestens einer der beiden Füße den Boden berühren. Eindeutig der Versuch, einen Sieg von Lili und Massimo zu verhindern. Das Italo-Duo garnierte seine Tänze in den vergangenen Wochen ja in erster Linie damit, dass Massimo Lili in die Luft geworfen und sie einige Kunstturn-Figuren geflickflackt hat. Das fällt heute also erstmal flach.

Um das auszugleichen, kommen beide, ähnlich wie Philipp Plein am Tag zuvor beim "GNTM"-Finale, im Straßenkreuzer auf die Bühne. Massimo, unter Kollegen auch bekannt als der Philipp Plein der Tanzlehrer, sieht dabei genauso wie jener Plein (Mehmet Scholl) ebenfalls aus wie ein ehemaliger Fußball-Nationalspieler: Paul Breitner. Zum Glück reicht das aus, um die Jury trotz Luftwirbel-Verbots mit ihrem Cha-Cha-Cha zu verzaubern. Cha-Cha-Cha, oder wie Jorge sagt: "Schah Schah Schah".

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Jurymitglied Motsi Mabuse tanzte als Showeinlage mit ihrem Ehemann Evgenij Voznyuk eine Rumba und Pietro Lombardi (am Flügel) sang dazu seinen neuen Song "Kämpferherz". Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Insgesamt übernimmt Jorge González an diesem Abend die Führung im Juryteam. Ausgerechnet im Finale wirkt Joachim Llambi ungewohnt reserviert. Jorge urteilt also nach Lili/Massimo auch noch schnell Luca Hänni/Christina Luft ab: "Gudd gedanss!" Trotzig sucht Llambi fieberhaft das Haar in der Tanzsuppe und findet tatsächlich einen Fehler. Als legendärer Tanzphilosoph lässt er es sich da natürlich nicht nehmen, ein Lothar-Matthäus-Gedenk-Bonmot zu platzieren: "Ein Fehler hilft nicht". Aha. Das ist also der große Unterschied zu den meisten anderen Disziplinen. Beim Sport, beim Schach oder auch beim Müll rausbringen gilt ja: Fehler helfen. Wenn man beim Fußball zum Beispiel einen Elfmeter verschießt, ist das ja meistens der erste Schritt zum Sieg. Andererseits, Llambi ist Fan des MSV Duisburg beim Thema Fußball ohnehin raus.

Einmal in Fahrt, schickt Llambi sich dann bei Moritz Hans und Renata Lusin endlich an, das Heft des Jury-Handelns zurückzuerobern. Er zaubert eine glatte 12 auf der von 1 bis 10 reichenden Anatomie-Skala aus dem Ärmel: "Moritz, heute bekommst du 10 Punkte, weil die Arme aus dem Körper kamen". Von diesen zielsicheren Analysen wünscht man sich auch in anderen TV-Formaten mehr. Wer würde Dieter Bohlen nicht mal gerne sagen hören: "Von mir bekommst du ein ja, weil du Zehen an den Füßen hast"? Oder Heidi Klum: "Ich habe heute kein Foto für dich, weil deine Ohren nicht aus deinem Kopf kommen"? Das wäre legendär.

In Llambi-Sprache ist das aber natürlich ein größtes denkbares Kompliment. Und die Ode an Moritz Hans ist noch nicht beendet. Jorge González ergänzt: "Diese Gefühle hätte jeder Tänzer gerne, die kamen von innen". Faszinierend, dass die innen überhaupt noch Platz hatten, denn von da kamen ja auch schon die Arme. Als dann auch noch Motsi Mabuse ihr Urteil verkündet, wird es endgültig zu eng im Körper von Moritz Hans: "Du leuchtest von innen". In Moritz Hans passt heute Abend offensichtlich mehr als in eine durchschnittliche Mehrzweckhalle.

Wenn Hartwich Laura Müller veralbert

Um die Sendung bei nur noch drei im Wettbewerb verbliebenen Paaren über die knapp vier Stunden Sendezeit zu ziehen, schindet Daniel Hartwich im gewohnten "mir ist alles egal"-Plaudermodus fleißig Zeit durch Small-Talk-Geplänkel mit den bereits ausgeschiedenen Promis. Der denkwürdigste Dialog entspannt sich dabei mit Laura Müller. Auf Hartwichs Klischee-Bingo-Gewinnerfrage:

"Na? Bist Du noch verlobt? Mit dem Wendler?"

Antwort: "Ja, und daran wird sich auch nichts ändern". Aber Moment! Würde das nicht bedeuten, dass sie den Wendler niemals heiraten wird?

Davon unbeeindruckt tanzen Luca Hänni und Christina Luft zu "I´ll Be There For You", dem Titelsong der Kultserie "Friends". Das passt natürlich, denn Hänni sieht ein bisschen aus, wie Chandler Bing mit der Frisur von Ross Geller. Und Luft wirkt wie eine euphorisierte Rachel Green. Fun-Fact am Rande: Was am Ende von "Friends" mit Rachel und Ross passierte, ist ja bekannt.

Hänni kann rechnerisch nicht gewinnen

Joachim Llambi ist mit der Leistung dennoch unzufrieden. Er identifiziert bei Hänni die dringende Notwendigkeit auf Nachhilfe beim Stuhlgang: "Du machst Kackfehler". Und das in Zeiten von Corona, wo Toilettenpapier ohnehin knapp ist. Hänni fehlen ausgerechnet im Finale die letzten fünf Prozent, um am Ende ganz vorne zu stehen. Er wird als erster ausscheiden.

Das ist vielleicht der Unterschied zwischen Profi-Tänzerinnen wie Christina Luft und Ekaterina Leonova. Hänni ruft im Finale nur 95 Prozent ab, während Leonova (hatte die letzten drei Staffeln gewonnen und dieses Jahr aus weiterhin unkommentierten Gründen nicht antreten dürfen) es stets schafft, aus ihren Promis genau dann überraschende 110 Prozent herauszuholen, wenn es wirklich darauf ankommt.

Anschließend demonstriert Moritz Hans noch schnell: Charleston, wir haben kein Problem. Aus Moritz Hans wird endgültig Moritz Tanz. Rechtzeitig ist auch das Zoten-Barometer von Joachim Llambi zurück, der schwärmt: "Jorges Banane hat sich wieder geradegestellt". Jorge, der diese Staffel zu einer Dauerwerbesendung für Bananen gemacht hat, lächelt müde. Vielleicht ist er aber auch nur konzentriert, denn den finalen Jury-Kracher der Staffel möchte er unbedingt für sich verbuchen. Und das gelingt ihm.

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Moritz Hans und Renata Lusin tanzen Charleston. Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Sinató und Paul-Roncalli tanzen zum Schluss

Den letzten Tanz des Abends absolviert Massimo Sinató dann mit seiner neunen, chinesischen Tanzpartnerin. Jorge jedenfalls spricht plötzlich konsequent von "Lee-Lee". Asiatischer Tanzstil begeistert ihn anscheinend, denn er eskaliert vor Begeisterung über Lili Paul-Roncalli: "Eleganz mit Intelligenz, das ist Glamour und das hast du". Wie man durch eine Tanzdarbietung Intelligenz diagnostiziert, bleibt dabei unklar. Womöglich hat Lili in den Werbepausen schwierige Matheaufgaben gelöst oder die Relativitätstheorie widerlegt. Im kommenden Jahr sitzt Jorge González dann hoffentlich auch in der Jury bei "DSDS" und bewertet fachmännisch die Intelligenz der Kandidaten anhand ihrer Gesangsqualitäten.

Am Abend der Abschiede wird dann kurz vor Mitternacht zum letzten Mal der Umschlag mit den Ergebnissen geholt. Allerdings fehlt Frauke Ludowig, die diesen Job in den vergangenen Wochen zumeist ausfüllte, unentschuldigt. Vielleicht hatte sie genug von den romantischen Avancen Daniel Hartwichs, der ihr fortlaufend mit seinem Hobby-DJ-Equipment und Songs wie "I Will Always Love You" den Hof gemacht hatte.

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DAs Gewinnerpaar mit der Trophäe. Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

An Ludowigs Stelle dribbelt sich der bereits auf Platz 12 ausgeschiedene Ailton in den Backstage-Bereich und überreicht Swarovski und Hartwich nach seinem spektakulären Solo um die Würstchen-Buffets das Gewinner-Kuvert. Ailton hat Werder Bremen oft Glück gebracht, dem Stuttgarter Moritz Hans dagegen nicht. Hans wird Vize-Dancing-Star. In Abwesenheit von Ekaterina Leonova, die die letzten drei Staffeln mit ihren männlichen Promis Gil Ofarim. Ingolf Lück und Pascal Hens für sich entscheiden konnte, kann endlich mal wieder ein weiblicher Promi gewinnen.

Mit Lili Paul-Roncalli holt die jüngste Teilnehmerin der Staffel den Titel "Dancing Star 2020". Damit ist also auch die zweite wichtige Krone der TV-Wettbewerbe innerhalb von 24 Stunden vergeben und "Let's Dance" verabschiedet sich bis zum Frühjahr 2021. Das ist noch eine Weile, aber ich sage an dieser Stelle trotzdem:

Bis dahin: See you on the Dancefloor!

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