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21 Filme, die an den Kinokassen so richtig übel gefloppt sind

Also wirklich so richtig übel.

Pascal Scherrer

Anfang Juni startete "X-Men: Dark Phoenix" in den Kinos und schon jetzt ist klar, dass der Film tief in den roten Zahlen stecken bleiben wird.

Alleine ist der Superheldenfilm damit nicht, denn in den letzten sechs Jahrzehnten hat Hollywood so manchen Flop produziert. Eine Auswahl von 21 Filmen, aus einer Liste, die weit über 100 Einträge hat.

Warum kann ein Film Verlust machen, obwohl er mehr als die Produktionskosten eingespielt hat?

Damit ein Film schwarze Zahlen schreibt, muss er einiges mehr einspielen, als er gekostet hat. Hauptgrund dafür ist, dass ein Teil der Einnahmen bei den Kinos verbleiben, die natürlich auch etwas verdienen wollen.

Aber es gibt noch unzählige weitere Kostenfaktoren, die gedeckt werden müssen. Beispielsweise ist in den Produktionskosten oft das Marketingbudget nicht enthalten. Häufig erhalten Produzenten oder Schauspieler auch einen Anteil des Einspielergebnisses.

Die Faustregel besagt, dass das produzierende Studio etwa 50 Prozent der Einnahmen erhält (aus China gar nur 25 Prozent). Damit muss ein Film also nur schon das Doppelte einspielen, um die reinen Produktionskosten zu decken.

PS: Dass ein Film floppt kann, muss aber nicht etwas mit der inhaltlichen Qualität zu tun haben. Oft entscheidet auch einfach der Zeitgeist über Erfolg oder Misserfolg eines Films.

"Justice League" (2017)

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Die Produktion und das Marketing für "Justice League" sollen 450 Millionen verschlungen haben Bild: warner bros.

"Justice League" war DCs Antwort auf Marvels "Avengers" und sollte zu einem Geldsegen für Warner Bros. werden. Mit beinahe 660 Millionen US-Dollar hat der Film tatsächlich einiges eingespielt, doch unter dem Strich stand am Schluss trotzdem eine rote Zahl. Schuld waren unter anderem Produktionsprobleme und ein riesiges Marketingbudget. Mit einem geschätzten Verlust von 50 bis 100 Millionen Dollar hat "Justice League" den zweifelhaften Titel errungen, der Flop mit dem höchsten Einspielergebnis zu sein.

"Conan" (2011)

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Bild: lionsgate

Obwohl ein 80er-Jahre-Remake nach dem anderen floppt, hört Hollywood einfach nicht damit auf. So war dann 2011 auch "Conan, der Barbar" von 1982 dran. Trotz Jason Momoa oben ohne hatte im 21. Jahrhundert niemand mehr Lust auf einen muskelbepackten Schlächter mit Riesenschwert. Was blieb, waren miese Kritiken und ein Verlust von mindestens 67 Millionen Dollar.

"Poseidon" (2006)

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Bild: warner bros.

Mit "Das Boot" und "Die unendliche Geschichte" wurde der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen bekannt und fasste auch schnell in Hollywood Fuß. Dort lieferte er drei kommerziell erfolgreiche Filme ab, bevor er mit "Poseidon" nicht nur ein CGI-Schiff, sondern auch die Finanzen seines Produktionsstudios versenkte. Ein Minus von 86 Millionen Dollar beendete Petersens Hollywood-Karriere.

"Arlo & Spot" (2015)

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Bild: warner bros.

Ja, selbst Pixar hat es mit einem Film in diese Liste geschafft. Als "Arlo & Spot" 2015 in die Kinos kam, hatte der Film eine schwierige Produktionsgeschichte hinter sich, die die Kosten in die Höhe getrieben haben dürfte. Weiterhin konkurrierte Pixar in diesem Jahr erstmals mit sich selbst, denn nur fünf Monate zuvor war bereits "Alles steht Kopf" erschienen. Für "Arlo & Spot" bedeutete das ein Minus von etwa 90 Millionen Dollar.

"Jupiter Ascending" (2015)

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Bild: warner bros.

Nach der "Matrix"-Trilogie scheinen die Wachowski-Schwestern kein glückliches Händchen mehr für gute Geschichten zu haben. Ein Flop reiht sich an den nächsten, so auch "Jupiter Ascending", der eigentlich der Beginn einer umfangreichen Space Opera à la "Star Wars" hätte sein sollen. Was das Produktionsstudio stattdessen bekam, war eine Minusrechnung von 92 bis 127 Millionen Dollar.

"K-19 – Showdown in der Tiefe" (2002)

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Bild: paramount

Ende der 90er-Jahre waren U-Boot-Filme ein aussterbendes Genre. Dennoch versuchte "K-19 – Showdown in der Tiefe" noch einmal an die alten Erfolge anzuknüpfen. Eine wahre Geschichte als Grundlage und Harrison Ford in der Hauptrolle sollten den Erfolg bringen. Minus 93 Millionen Dollar später war klar, dass U-Boot-Filme definitiv keine Zukunft haben.

"Alexander" (2004)

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Bild: warner bros.

Dank "Der Herr der Ringe" waren epische Filme wieder angesagt. Doch dass es mehr braucht, als ein paar große Namen und eine epische Laufzeit bewies "Alexander". 94 Millionen Dollar setzte das Studio mit diesem Film in den Sand.

"A Sound of Thunder" (2005)

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Bild: united international pictures

Dieser Film war schon zum Scheitern verurteilt, bevor er überhaupt erschien. Das Studio ging während der Post-Production pleite und so musste der bereits abgedrehte Film mit einem Bruchteil des Budgets fertig gestellt werden. Heraus kam ein Science-Fiction-Streifen mit Visual Effects, die aussahen wie aus einem billigen Computergame. Das Desaster endete mit einem Verlust von 95 Millionen Dollar.

"Gigli" (2003)

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Bild: revolution studios

Immer wieder haben Studiobosse das Gefühl, es reiche, einfach zwei beliebte Stars in einen Film zu stecken, damit dieser erfolgreich ist. Manchmal funktioniert das tatsächlich, aber genauso oft geht das furchtbar schief. In diesem Fall waren es Jennifer Lopez und Ben Affleck, die ein Loch von 98 Millionen Dollar in die Kassen der Produzenten von "Gigli" rissen.

"47 Ronin" (2013)

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Keanu Reeves war zu Zeiten der "Matrix"-Trilogie richtig cool. Und jetzt ist er wegen der "John Wick"-Trilogie wieder richtig cool. Aber dazwischen war er eine Zeit lang ziemlich uncool. Der Tiefpunkt dieser Zeit war wohl "47 Ronin", den schlicht niemand sehen wollte. Experten schätzen, dass der Film einen Verlust von bis zu 164 Millionen Dollar eingefahren hat. Im Minimum aber 104 Millionen.

"Der 13. Krieger" (1998)

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Bild: touchstone pictures

Antonio Banderas war Ende der 90er-Jahre ein richtig gefragter Star. So schien es dann auch eine sichere Sache, über 100 Millionen für einen Action-Film mit ihm in der Hauptrolle auszugeben. Das Resultat: Mindestens 104 Millionen Dollar gingen in Rauch auf.

"Windtalkers" (2002)

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Bild: mgm

Was wäre solch eine Liste ohne Nicolas Cage. Wobei man sagen muss, dass der Kultschauspieler 2002 noch sehr hohes Ansehen genoss. Darum bekam er auch die Hauptrolle im monumentalen Kriegsfilm "Windtalkers". Doch der Erfolg, den Tom Hanks einige Jahre zuvor mit "Der Soldat James Ryan" einfahren konnte, blieb Cage verwehrt. "Windtalkers" steckte nach Kinoschluss mit 106 Millionen Dollar in den Miesen.

"Evan Allmächtig" (2007)

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Bild: universal

Mit einem Budget von 175 Millionen Dollar war "Evan Allmächtig" bis dahin die teuerste Komödie der Filmgeschichte. Doch ohne Jim Carrey, der im ersten Teil die Hauptrolle spielte, wollte wohl niemand die Fortsetzung sehen. Das resultierte in einem Verlust von 106 Millionen Dollar.

"Battlefield Earth" (2000)

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bild: warner bros.

Was passiert, wenn ein Promi und Scientology-Anhänger das Buch des Sektengründers L. Ron Hubbard verfilmt? John Travolta lieferte genau darauf die Antwort. "Battlefield Earth" machte nicht nur einen Verlust von 107 Millionen Dollar, sondern ruinierte auch die Karriere von Travolta.

"The Postman" (1997)

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Bild: warner bros.

Kevin Costner hatte in den 90ern einen ziemlich guten Lauf. Mit "Der mit dem Wolf tanzt" und "Waterworld" begeisterte er ein Millionenpublikum. Mit "The Postman" übernahm er sich dann aber ordentlich. Der Film, bei dem er nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Regisseur und Produzent war, dürfte ihm einige schlaflose Nächte bereitet haben. Zumindest ist das bei einem Verlust von 109 Millionen Dollar anzunehmen.

"Der Untergang des Römischen Reiches" (1964)

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Bild: samuel bronston productions

Obwohl Monumentalfilme in den 60er-Jahren äußerst beliebt waren, wurde dieser Film zum finanziellen Ruin für das Produktionsstudio. Obwohl "Der Untergang des Römischen Reiches" in gewissen Kinos über ein Jahr lang lief, reichte das nicht aus, um die immensen Produktionskosten wieder einzuspielen. Insgesamt fuhr der Film einen Verlust von 116 Millionen Dollar ein.

"Final Fantasy: Die Mächte in dir" (2001)

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Bild: chris lee productions

"Final Fantasy" war 2001 der erste computergenerierte Film, der komplett fotorealistisch gerendert wurde. Dass solch eine Produktion richtig teuer gewesen sein muss, dürfte auch einem Laien klar sein. 137 Millionen Dollar kostete der Film dazumal, was inflationsbereinigt fast 200 Millionen entspricht. Unter dem Strich blieb dann auch ein Verlust von 137 Millionen Dollar.

"Pluto Nash – Im Kampf gegen die Mondmafai" (2003)

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Bild: warner bros.

Nachdem Eddie Murphy in den 80er- und 90er-Jahren zum Comedy-Filmstar aufgestiegen war, schien jeder Film mit ihm eine sichere Sache zu sein. So war man dann auch bereit, 100 Millionen für eine Komödie über einen Club-Besitzer auf den Mond auszugeben, der sich gegen die Mafia wehrt. Ein Fehler. Der Film bescherte den Produzenten einen Verlust von 134 Millionen Dollar.

"Titan A.E." (2000)

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Bild: 20th century fox

Auch dieser Film hat mit seinem Absturz gleich ein Studio – oder zumindest eine Subdivison eines Studios – ausradiert. "Titan A.E." kam aus der Trickfilmschmiede der Fox Animation Studios, die nach dem Verlust von 145 Millionen Dollar geschlossen wurden.

"Die Piratenbraut" (1995)

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bild: constantin film

Die Piratenbraut galt lange als der übelste Flop der Filmgeschichte. Er ruinierte nicht nur das Piratenfilm-Genre sondern auch die Karriere von Hauptdarstellerin und Oscarpreisträgerin Geena Davis. Schätzungsweise 146 Millionen Dollar minus machte der Film und ruinierte damit auch gleich noch das Produktionsstudio.

"Sinbad – Der Herr der sieben Meere" (2003)

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Bild: united international pictures

"Sindbad" ist ein gutes Beispiel dafür, wie viele Studios 3D-animierte Filme unterschätzt haben und den Anschluss verpassten. Etwa einen Mona,t bevor "Sinbad" 2003 in die Kinos kam, hatte Pixar "Findet Nemo" veröffentlicht und die Zuschauer damit verzaubert. Niemand hatte mehr Lust auf einen altbackenen Trickfilm. Für DreamWorks wurde "Sinbad" mit einem Verlust von 170 Millionen Dollar zu einem wahren Albtraum.

Der ultimative Bösewicht über Crushed Ice und Wintersport

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