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ARCHIV - 25.03.2020, Großbritannien, London: Die britische Königin Elizabeth II. (l-r), Prinz Charles, seine Frau Camilla, Herzogin von Cornwall, Prinz William, Herzog von Cambridge, und seine Frau Catherine, genannt Kate, Herzogin von Cambridge, sitzen zusammen beim Commonwealth Gottesdienst in der Westminster Abbey. (zu dpa

Letzter großer Auftritt vor der Quarantäne: Prinz Charles (2.v.l.) mit seiner Mutter Queen Elizabeth (l.), Ehefrau Camilla (M.) und William (2.v.r.) und Kate beim Commonwealth Day. Bild: dpa / [b'Phil Harris', b'Daily Mirror']

Interview

Prinz Charles in Corona-Quarantäne – Royal-Experte: "Queen hat alles richtig gemacht"

Die Corona-Krise macht auch vor den Royals nicht halt. Am Mittwoch wurde bekannt, dass Prinz Charles positiv auf das neuartige Virus getestet wurde. Er habe nur milde Symptome und sei ansonsten bei guter Gesundheit, hieß es in der Mitteilung des Buckingham Palace. Mit seinen 71 Jahren gehört der Thronfolger jedoch bereits zu einer Risikogruppe für schwere Verläufe der Lungenkrankheit Covid-19.

Charles' Frau Herzogin Camilla wurde ebenfalls getestet – bei ihr wurde aber keine Infektion festgestellt. Das Paar befindet sich seit der Diagnose in häuslicher Isolation auf Schloss Balmoral in Schottland, der Vater von William und Harry geht seinen Geschäften nun von dort aus nach. Seine Mutter Königin Elizabeth und ihr Mann Prinz Philip hatten sich bereits in der vergangenen Woche nach Schloss Windsor, westlich von London, zurückgezogen – freiwillig. Sie gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet, beide sind über 90.

Doch wie gehen die Royals mit der Corona-Krise um, welches Bild vermittelt die freiwillige Quarantäne der Monarchin dem britischen Volk? Watson sprach mit dem renommierten TV-Adelsexperten Jürgen Worlitz über die momentane Extremsituation im Königshaus.

ARCHIV - 09.03.2020, Gro

Ernste Mienen: Beim Commonewealth Day hatten Harry (l.) und Meghan (grünes Kostüm) ihren letzten Auftritt als Senior Royals. Bild: dpa / Phil Harris

watson: Herr Worlitz, nachdem Prinz Charles positiv auf das Coronavirus getestet wurde, haben er und Herzogin Camilla sich in die häusliche Quarantäne zurückgezogen. Welche Botschaft sendet dies an das britische Volk?

Jürgen Worlitz: Nun, Mitglieder des Königshauses müssen genauso arbeiten wie Politiker auch: Sie müssen für viele Termine vor Ort sein, jetten durch die Gegend und treffen dabei natürlich auf sehr viele Menschen. Und wenn eine solche Krankheit gerade kursiert, begibt man sich bei diesen Treffen in Gefahr, sich anzustecken. Wo sich Charles das Virus genau eingefangen haben könnte, ist unklar. Er ist beim "Water Aid"-Event in London am 10. März aber mit Albert von Monaco zusammengetroffen, der ebenfalls positiv auf Corona getestet wurde. Wer da wen angesteckt haben könnte – man weiß es nicht. Aktuell geht es Charles wohl gut, deswegen arbeitet er nun wie viele Millionen Arbeitnehmer auch im Homeoffice. Dafür steht nun sein Hochzeitstag am 9. April, wie auch schon seine Hochzeit, unter keinem guten Stern.

Warum das?

Charles' und Camillas Hochzeit musste 2005 sehr kurzfristig um einen Tag verschoben werden, da der Papst verstorben war und er als britischer Thronfolger nach Rom reisen musste. In den Zeiten von Corona werden die beiden wohl kaum eine große Feier zu ihrem 15. Jubiläum abhalten können.

Worlitz zum Megxit
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Adelsexperte Jürgen Worlitz vor Schloss Balmoral. Hier befinden sich Charles und Camilla in häuslicher Quarantäne.

Charles' Sohn Prinz William und dessen Ehefrau Kate sah man auch nach Ausbruch der Corona-Pandemie lange weiter Hände schütteln. Die Queen schwenkte bei Empfängen auf Handschuhe um. War dies die richtige Entscheidung?

Die Queen trägt im Grunde immer Handschuhe und sie war auch die erste der Royals, die sich direkt nach Windsor Castle zurückgezogen hat. Sie gehört mit ihren 93 Jahren zur Risikogruppe und man darf nicht vergessen, dass sie mit Prinz Philip einen Mann hat, der stramm auf die 100 zugeht.

Bei William und Kate fand das Umdenken verzögert statt

Und die jüngere Generation?

Die hat sich wie so oft in der Öffentlichkeit als stark und unbesiegbar gezeigt und die Krise zunächst sehr locker gehandhabt. Dann fand aber auch bei William und Kate ein Umdenken statt, wenn auch verzögert.

Die Queen jedenfalls wird demnächst eine ihrer raren Ansprachen an die Nation geben, in der sie auch den Umgang mit dem Coronavirus thematisieren wird.

Ja, und die kann sie auch unproblematisch von Windsor aus ihrem Homeoffice aufzeichnen. Die Queen kann mit ihrer Ansprache dem Volk das Gefühl geben, dass sie eine von ihnen ist, weil sie mit ihrer freiwilligen Isolation mit gutem Beispiel vorangegangen ist. Ob das dann auch angenommen wird, kann ich nicht beurteilen. Trotzdem ist das eine schöne Geste, denn es gibt nicht viele Monarchen, die derartiges tun.

Wie bewerten Sie generell den Umgang der Royals mit der Corona-Krise?

Die Queen hat alles richtig gemacht. Stellen Sie sich mal vor, sie hätte sich der Gefahr des Coronavirus' ausgesetzt und sich nicht in Isolation begeben. Das könnte desaströse Folgen haben: Einen Thronwechsel kann das Volk in einer Krisenzeit nun wirklich nicht gebrauchen und auch eine große Beerdigung würde ja nun ausfallen, da keine Großveranstaltungen erlaubt sind. Im Grunde zeigt das Verhalten der Royals: Wir sind genauso arm dran wie alle anderen auch und müssen uns abschotten.

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