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Dark Season 1

Louis Hofmann spielt die Hauptrolle in der deutschen Netflix-Serie "Dark". Bild: Stefan Erhard/Netflix

Interview

"Wirklich verwirrend" – "Dark"-Star verrät, wie er am Set den Überblick behielt

Die weltweit erfolgreiche deutsche Netflix-Serie "Dark" geht in die zweite Staffel. Im Gespräch mit watson verrät Hauptdarsteller Louis Hofmann, warum seine sensible Seite gut für die Rolle ist, er aber eigentlich was ganz anderes will.

watson.de: "Dark" war für Netflix die erste eigene Produktion aus Deutschland. Und sie wurde zu einem Riesen-Hit, sogar international. Warum glaubst du, ist Dark international so erfolgreich?
Louis Hofmann: Es ist etwas Neues, was der Zuschauer so noch nicht gesehen hat. Wir kennen Zeitreisen aus Filmen, aber nicht aus Serien. Dazu kommt sicher, dass internationale Serien gerade gut angenommen werden. Davon hat "Dark" profitiert und diese Entwicklung dann sogar noch beeinflusst.

Auch thematisch?
Ja, die Serie hat eine internationale Erzählweise, befasst sich aber gleichzeitig mit sehr lokalen Themen. Atomkraft tangiert ja beispielsweise das ein oder andere Land. Abgesehen davon ist dieses Kleinstadt-Phänomen faszinierend.

Charakteristisch bei "Dark" sind vor allem die unterschiedlichen Zeitebenen. Und damit auch die Personen, die diese Zeitsprünge durchleben. Wie siehst du beim Dreh da selbst noch durch?
Mit vielen Hilfsmitteln, denn es ist wirklich verwirrend. Vor allem in den ersten beiden Folgen. Ich habe alle Stränge, die mich nicht betreffen, zur Seite getan und mich auf meine Handlung konzentriert. Sonst wäre ich komplett durcheinander gekommen. Abgesehen davon habe ich mir Zeitstrahle aufgemalt und am Set gibt es Gitter, in denen steht, was in jeder Episode mit der Figur passiert und was für sie essentiell ist.

Jonas gibt es in zwei Ausführungen: jung und alt. Wie ist es, wenn zwei Schauspieler die gleiche Rolle spielen?Strange, aber auch irgendwie cool. Andreas Pietschmann, der die ältere Version von Jonas spielt, und ich verstehen uns super. Wir haben uns zusammengesetzt, um zu sehen, wo man Ähnlichkeiten zwischen den unterschiedlichen Versionen von Jonas schaffen kann.

Dann ist uns schnell aufgefallen, dass wir uns vom Wesen her ohnehin schon sehr ähnlich sind. Da musste ich immer an die Casterinnen Simone Bär und Alexandra Montag denken: Dass es nicht nur um das Aussehen geht, sondern dass sie Schauspieler sogar so casten, dass sie sich im Wesen ähneln. Das finde ich sehr krass.

"Ich will auch mal eine Figur spielen, die nichts Sensibles an sich hat"

Louis Hofmann

Welche Eigenschaften sind euch besonders aufgefallen?
Wir sind beide sehr harmoniebedürftig und eher die sensiblen Typen. Irgendwie hört sich das grad bescheuert an...

Warum?
Ich will auch mal eine Figur spielen, die nichts Sensibles an sich hat. Aber es öffnet eben eine Tür: Wenn du Verletzlichkeit in Figuren zeigst, macht es sie für den Zuschauer nahbarer.

Und es steht konträr zu früheren Helden.
Ja, das stimmt. Und dazu kommt, dass harte Figuren oft nur nach außen so wirken und in ruhigen Momenten dann doch einsam und verletzlich sind.

Glaube ist ein großes Thema in "Dark". An was glaubst du privat?
Manchmal ist es für mich entlastend, wenn ich glaube, dass es etwas Größeres gibt – so etwas wie Schicksal. Ich will es nicht als Gott bezeichnen, aber als eben etwas Größeres.

Gleichzeitig, wenn ich an Schicksal denke, finde ich auch das blöd, da der Glaube an das Schicksal mich ja meiner eigenen Handlungsfreiheit berauben würde. Das ist eine Frage, die sich zum Beispiel Noah in "Dark" stellt: Wie sehr ist etwas vorherbestimmt und wie frei kann man überhaupt selbst entscheiden, wenn man an diese Vorherbestimmung glaubt?

Und?
Am Ende von Staffel 1 wird ja relativ klar gesagt, dass es diesen vorherbestimmten Determinismus, die Apokalypse, gibt. Jonas glaubt aber daran, dass er den Anfang ändern und so den Determinismus verhindern kann. Das treibt ihn an. Und das gefällt mir.

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