Unterhaltung
Bildnummer: 58527917  Datum: 27.09.2012  Copyright: imago/Future Image
Bertelsmann Party 2012. Berlin 27.09.2012 Günther Jauch und Frau Dorothea. Bertelsmann Party 2012 in der Bertelsmann Präsentanz Unter den Linden. Berlin 27.09.2012 Foto:xT.xJaegerx/xFuturexImage People Entertainment Kultur Pressetermin Party xdp x1x 2012 hoch premiumd Unterhaltung Entertainment Kultur culture Politik Politiker Schauspieler Schauspielerin actress actor Party Günther Thea o0 Frau, Ehefrau, Familie, privat Himself

 58527917 Date 27 09 2012 Copyright Imago Future Image Bertelsmann Party 2012 Berlin 27 09 2012 Günther Jauch and Woman Dorothea Bertelsmann Party 2012 in the Bertelsmann  under the Linden Berlin 27 09 2012 Photo XT   Celebrities Entertainment Culture Press call Party XDP x1x 2012 vertical premiumd Entertainment Entertainment Culture Culture politics Politicians Actor Actress actress Actor Party Günther Thea o0 Woman Wife Family private himself

Dorothea Sihler und Günther Jauch: Die beiden gaben sich 2006 das Jawort. Bild: imago images/ Future Image

Günther Jauch verrät: "Meine Frau ist mir im Nachhinein dankbar dafür"

Wolfgang Bosbach und Christian Rach starteten Anfang Oktober einen gemeinsamen Podcast. Unter dem Titel "Bosbach & Rach – Die Wochentester" laden sie dabei jede Woche noch eine bekannte Person ein, mit denen sie besprechen, was in den vergangenen Tagen passiert ist und was die Zukunft bringt. Zur Auftaktfolge stand den beiden Showmaster Günther Jauch Rede und Antwort.

Im Gespräch überraschte der Fernsehmoderator mit persönlichen Anekdoten und fand auch ernste Worte, als es um die AfD und die Flüchtlingskrise 2015 ging. Dabei kam er auch auf seine Wahlheimat Potsdam zu sprechen und wie er den Fall der Mauer mit seiner Frau Dorothea erlebt hat.

Wolfgang Bosbach, Christian Rach: Die beiden haben jetzt ihren eigenen Podcast mit einem wöchentlich wechselnden Gast. Bild: obs/MAASS-GENAU - Das Medienbüro/Valentina Kurscheid/MAASS·GENAU

Günther Jauch über den Tag, als die Mauer fiel

Zunächst erklärte Günther Jauch auf die Frage, ob Potsdam seine Heimat geworden ist: "Ja, das kann man tatsächlich so sagen. Ich habe nie in meinem Leben an einem Stück länger gewohnt als dort, obwohl ich in Münster geboren bin. Da habe ich aber nur die ersten drei Jahre gewohnt. Aufgewachsen bin ich in West-Berlin, war lange Jahre in München und dann auch mal Hauptstadtkorrespondent in Bonn für den Bayerischen Rundfunk. Das war zu der Zeit, als gerade Helmut Kohl Kanzler wurde."

Schnell kamen die drei auf den Tag des Mauerfalls zu sprechen und Bosbach fragte Jauch: "Wo waren Sie am 9. November 1989 und am 3. Oktober? Hatten auch Sie, wie viele andere in den neuen Bundesländern, das Gefühl, das geht ein bisschen schnell mit der Wiedervereinigung?" Die Antwort des Moderators folgte prompt:

"Ich gebe zu, dass ich seit der Einheit als personifizierter Glückskeks durch die Welt laufe, weil das für mich tatsächlich etwas absolut Sensationelles war. Das liegt aber auch daran, dass ich im alten eingekesselten West-Berlin aufgewachsen bin, nur wenige hundert Meter von der Grenze, wo ich die bellenden Hunde und die Leuchtkugeln, die da regelmäßig hochgegangen sind, im Grunde hautnah miterlebt habe und mir eigentlich nie vorstellen konnte, dass diese Mauer, diese Grenze mal fallen würde. Dazu kam, dass ich sehr oft in der früheren DDR war, weil mein Vater als Journalist die DDR mit als Berichtsgebiet hatte und deswegen hat mich dieses Land schon immer sehr interessiert."

Bild

Günther Jauch: Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989. Bild: imago images/ teutopress

Den großen Tag habe er damals in München verbracht. "Ich hing natürlich vor dem Fernseher, Hanns Joachim Friedrichs moderierte die Tagesthemen. Ich hatte schon ab 19 Uhr mitbekommen, das Schabowskis legendäre Pressekonferenz dazu geführt hatte, dass die Mauer offen war und habe zu meiner Frau gesagt: Wir packen jetzt unsere sechs Monate alte Tochter ins Auto und müssen sofort nach Berlin." Doch so schnell ging das dann doch nicht. Der Grund: "Sie sagte: 'Ich muss noch ein paar Sachen erledigen, das Kind jetzt aufwecken und die ganze Nacht da durchfahren und guck mal, was überall an den Grenzübergängen los ist.'" Und weiter:

"Da habe ich gesagt: 'Ok, wir bleiben noch eine Nacht in München, aber morgen früh um fünf Uhr sind wir die ersten am Flughafen, am PAN American Schalter, und kaufen uns ein Ticket nach Berlin.' Und genauso haben wir das dann auch gemacht."

Bild

Günther Jauch: Dies ist eine weitere Aufnahme aus dem Jahr 1989, kurz danach ist die Mauer gefallen. Bild: imago images/ teutopress

Die riesige Schlange vor dem Flugschalter blieb übrigens anders als erwartet aus. Schon in der Nacht fiel dem Paar auf, dass genauso wie sonst auch um 22 Uhr alle Lichter ausgegangen seien. "Dann merkte man, dass den Westen diese Vereinigung nicht ein Zehntel so viel interessiert hat wie den Osten." Wolfgang Bosbach fügte hinzu: "Bei uns war das auch ein Baby, aber es war noch nicht geboren. Ich wollte auch unbedingt nach Berlin, aber das war 14 Tage vor der Geburt unserer ältesten Tochter und meine Frau hat sich durchgesetzt." Jauch entgegnete daraufhin:

"Diesmal hatte ich mich durchgesetzt. Was ganz selten ist bei Frauen: Sie ist mir im Nachhinein dankbar dafür."

Bild

Günther Jauch zusammen mit seiner Frau Dorothea: Hier besuchten die beiden 2003 eine Veranstaltung in Potsdam. Bild: imago images/ Sven Lamber

So denkt der Showmaster über die Flüchtlingskrise

Christian Rach wollte schließlich von dem "Wer wird Millionär"-Moderator wissen, ob die Diskussion über Jammer-Ossis und Besser-Wessis ein Klischee sei und, ob er sich selbst schon bei so einem Urteil ertappt habe. Daraufhin antwortete Jauch mit einem "ja, natürlich". Dies würde dann immer kommen, wenn man speziell hier im Osten vielleicht noch mit alten Kadern zu kämpfen habe, die das alte Feindbild der Besser-Wessis gepflegt hätten und umgekehrt sei das laut dem 64-Jährigen genauso. Jauch meinte zudem:

"Was den Leuten abverlangt wurde. Dann sind sie arbeitslos geworden, es hieß, ihr müsst euch auf Wettbewerb einstellen und dann begann die Landflucht. Die Leute sind sogar in den Westen gegangen und nicht nur in die großen Städte. Das war alles sehr schwierig. Dann kam die Finanzkrise. Es hieß, ihr müsst euch auf die Digitalisierung und Globalisierung einstellen. Dann kamen praktisch noch mal eine Million Menschen ab 2015 zusätzlich ins Land. Das dann irgendwann mal gesagt wird, jetzt ist aber gut oder jetzt sind wir verdrossen, das können und wollen wir nicht mehr aushalten, das kann man glaube ich auch nachvollziehen. Im Westen sicherlich nicht so gut wie im Osten."

Bild

Günther Jauch: Der Moderator zählt zu den beliebtesten Showmastern Deutschlands. Bild: imago images/ Camera4

Das RTL-Gesicht offenbarte, dass es sich Sorgen darüber machen würde, ob die Stimmung kippen könnte und zwar, "wenn speziell in den neuen Ländern insbesondere die AfD immer stärker wird oder überhaupt die Ränder sowohl Linksaußen als auch Rechtsaußen immer stärker werden." Er könne auch bis zu einer gewissen Grenze verstehen, dass man insgesamt und allgemein frustriert sei und dann einfach denen da oben mal einen Denkzettel verpassen wolle. Heute würden man eben sein Kreuz bei der AfD machen, weil dann der Aufschrei am Größten sei.

Jauch finde, dass zu einem guten Teil der Osten von der so oft belächelten blühenden Landschaft, die Helmut Kohl versprochen habe, gar nicht so weit weg sei. Dies begründete er folgendermaßen:

"Die Renten sind auf 97 Prozent, die Löhne und Gehälter im Vergleich zum Westen auf 85 Prozent gestiegen. Natürlich könnte es immer mehr sein, aber eigentlich sieht das ziemlich gut aus. Woran es gemangelt hat, ist sicherlich die Wertschätzung."

Übrigens, im Podcast beantwortet Jauch Bosbach und Rach sieben persönliche Fragen. Das sind seine Antworten:

(iger)

Wendler-Manager offenbart in Pocher-Show: "Laura meinte, sie hätten zwei Stunden geweint"

Vor einer Woche schockte Michael Wendler mit der Ankündigung, dass er kein Teil mehr der "DSDS"-Jury sein wird. Direkt im Anschluss folgte die wirre Begründung für seine folgenschwere Entscheidung: "Ich werfe der Bundesregierung bezüglich der angeblichen Corona-Pandemie und deren resultierenden Maßnahmen grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung vor." Zudem gab er an, dass nahezu alle Fernsehsender, inklusive RTL, sich mitschuldig machen würden, gleichgeschaltet und politisch …

Artikel lesen
Link zum Artikel