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Mia Julia: Seit 2013 tritt sie als Schlagersängerin auf. Jetzt sorgt sich die 33-Jährige um die Zukunft. Bild: Getty Images/ Sean Gallup

Corona-Krise: Ballermann-Stars kämpfen um ihre Existenz

In Spanien müssen seit Sonntag 47 Millionen Menschen zu Hause bleiben. Zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie rief die Regierung eine Ausgangssperre aus. Die meisten Läden wurden geschlossen und der öffentliche Nah- und Fernverkehr um rund 50 Prozent reduziert. Nach Italien ist Spanien das von der Krise am stärksten betroffene Land Europas. Dort gibt es mehr als 6000 Infektionen und rund 200 Todesfälle.

Die Krise hatte bereits vor dem Alarmzustand das öffentliche Leben der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone stillgelegt. Kitas, Schulen und Universitäten bleiben zu. Auch viele Strände und Parks wurden geschlossen. Praktisch alle größeren Events der nächsten Wochen wurden abgesagt oder verschoben. Weltweit haben sich inzwischen über 170.000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Ausbreitung nimmt rasant zu. In Deutschland gibt es bereits über 6200 registrierte Fälle.

Besonders die Unterhaltungsbranche wird von den Entwicklungen dramatisch getroffen. Die Ballermann-Stars stehen eigentlich vor ihrer nächsten Saison. Wie das Ganze aussehen soll, ist derzeit noch ungewiss. Auch in Deutschland brechen die Aufträge weg. Im Interview mit RTL erklären Willi Herren, Mia Julia, Norman Lange, Alm Klausi oder auch Jürgen Mielski, wie sie mit den erheblichen Einschränkungen umgehen.

Willi Herren denkt über einen Antrag beim Amt nach

Willi Herren tritt seit über 15 Jahren als Schlagersänger auf, im Megapark war er immer eine feste Größe. Doch jetzt muss sich der 44-Jährige plötzlich ganz anderen Herausforderungen stellen und bangt um seine Existenz. Im Gespräch mit dem Sender gibt er nun an:

"DJs, Veranstalter, Künstler, Techniker: Wir haben Angst. Ich rede da, glaube ich, im Namen aller meiner Kollegen: Wir sind jetzt in den nächsten Monaten arbeitslos."

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Willi Herren: Der Musiker macht sich große Sorgen um seine Existenz. Bild: screenshot tvnow

Willi fragt sich: "Und wie geht es weiter? Was machen wir? Mich plagen echt Existenzängste. Und ich glaube, da bin ich nicht alleine." Der Musiker verfolge, was seine Kollegen jetzt machen: "Wir versuchen, da irgendeine Lösung zu finden, dass wir alle überleben."

Zur Debatte würden derzeit Wohnzimmerkonzerte stehen. Wenn das alles nicht hilft, bleibe nur noch ein Weg:

"Jetzt bin ich leider in der Lage, also in der Situation, wo ich echt überlege, mit meiner Frau zum Amt zu gehen und Zuschuss zu bekommen.“

Mia Julia gehen Gagen im fünfstelligen Bereich flöten

Auch Mia Julia trifft die Corona-Krise hart. RTL erklärt sie: "Es ist wirklich so, dass im Minutentakt die Anrufe und E-Mails kommen, dass sie ihre Veranstaltungen absagen. Und nachdem ich davon lebe, ist es natürlich bescheiden." Ihr Kopf würde nicht aufhören darüber nachzudenken. Die Schlagersängerin würde nachts da liegen und könne nicht schlafen, weil sie sich Sorgen mache, was passiere, wenn es sie hart treffen würde.

Die "Endlich wieder Malle"-Interpretin hat mit starken Geldeinbußen zu kämpfen:

"Aktuell ist es so, dass ich die nächsten Monate im hohen fünfstelligen Bereich das nicht bekomme. Das fehlt mir einfach und das mit Angestellten ist dann bitter."

Sie würde da gar nicht an erster Stelle an sich denken, sondern sie habe Sorgen um die Firma, die dahinter stehe. "Ab April wäre ich eigentlich da jede Woche wieder drei bis vier Mal am Start. Und es sieht so aus, dass es nicht funktioniert", resümiert der Ballermann-Star.

So gehen die anderen Ballermann-Stars damit um

Auch Norman Langen ist davon betroffen: "Tatsächlich habe ich vor unserem Dreh schon eine Absage für eine Veranstaltung bekommen, die jetzt bald ist und während unseres Drehs habe ich auch eine Absage bekommen. Es sind natürlich nicht so schöne Neuigkeiten. Ich meine letztendlich sind wir Künstler auf der Bühne weil es Spaß macht, aber auch, weil wir damit unser Geld verdienen.“

Almklausi zieht ebenfalls ein bitteres Fazit: "Ich gehe mal davon aus, dass ich jetzt beim Einkaufen sparen muss bis Minimum Ende Mai.“

Jürgen Milski sieht sich auch in der Bredouille:

"Da macht man sich natürlich schon seine Gedanken, wie lange das Ganze geht und wann du wieder arbeiten kannst."

Veranstalter und Wendler-Manager Markus Krampe musste gerade eine große Veranstaltung mit 5.000 Menschen in Wuppertal absagen: "Man hätte das auch gerne ein bisschen früher gewusst. Jetzt steht man natürlich teilweise vor einem Scherbenhaufen seiner Existenz. Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll und wohin das noch führt."

Melanie Müller steckt genauso wie ihre Kollegen in der Corona-Krise. Dem Portal "Tag24" sagt sie nun: "Bei mir sind bis Mai alle Termine ausgefallen. Das ist ein wirtschaftlicher Totalschaden, eine Katastrophe eigentlich." Sie könne mit tiefster Gewissheit sagen, dass sie in den nächsten zwei Monaten keinen Cent verdienen werde. Nun heißt es, vom Ersparten die laufenden Kosten zu decken. "Das sind bei mir nicht wenige", gibt die 31-Jährige an.

(iger)

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