Wissen
FRANCE - STRASBOURG - EU - PARLIAMENT - COVID SCREENING CENTER A father with his daughter also came to carry out a screening at the European Parliament. Four laboratories will take samples from the 21 specially equipped boxes. Biogroup, Barraud, Bio67 and Biolo. STRASBOURG FRANCE PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xAbdesslamxMIRDASSx HLAMIRDASS1111923

Ein seltenes Syndrom könnte für Kinder lebensgefährlich sein. Bild: imago images / Hans Lucas

WHO untersucht Zusammenhang von Covid-19 und Kinderkrankheit

Die Weltgesundheitsorganisation untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem neuartigen Coronavirus und einer seltenen entzündlichen Erkrankung bei Kindern. Es gebe erste Berichte darüber, dass jüngste Fälle der Kinderkrankheit mit dem Coronavirus in Verbindung stünden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. Er forderte Mediziner in aller Welt dazu auf, mit der WHO und den nationalen Gesundheitsbehörden zusammenzuarbeiten um das Syndrom "besser zu verstehen".

Erste Todesfälle durch neuartiges Syndrom

Erstmals hatten Ärzte in Großbritannien im April auf das multi-entzündliche Syndrom bei Kindern (MIS-C) hingewiesen, das Ähnlichkeiten mit dem seltenen Kawasaki-Syndrom aufweist. Inzwischen wurde es auch bei mehr als hundert Kindern in New York nachgewiesen, drei von ihnen starben.

Am Freitag meldete ein Krankenhaus in Marseille den ersten Todesfall durch das Syndrom in Frankreich. Ein Neunjähriger sei infolge "neurologischer Schäden im Zusammenhang mit einem Herzstillstand" gestorben, sagte der zuständige Arzt Fabrice Michel der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt wurden aus Frankreich seit Anfang März 135 Fälle des Syndroms gemeldet. Die Patienten waren zwischen einem und 14 Jahre alt.

Erforschung des Syndroms "von höchster Wichtigkeit"

WHO-Chef Ghebreyesus betonte, es sei von höchster Wichtigkeit, das Syndrom genau zu beschreiben, die Auslöser der Krankheit zu ergründen und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Center for Disease Control) forderte Krankenhäuser, in denen Minderjährige mit Symptomen von MIS-C behandelt werden, auf, die Fälle zu melden. Die CDC-Experten forderten Ärzte dazu auf, bei Todesfällen von Kindern, die nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren, eine MIS-C-Erkrankung zu erwägen. Es sei bislang aber nicht gesichert, dass das Syndrom nur bei Kindern auftreten könne.

Coronavirus-Infektion gilt als Symptom

Zu den bekannten Symptomen von MIS-C zählen Fieber, Entzündungen an mehreren Organen sowie eine bestätigte Coronavirus-Infektion. Einige Ärzte verglichen das Krankheitsbild mit dem Kawasaki-Syndrom, das Entzündungen der Blutgefäße hervorruft und zu extrem schmerzhaften Schwellungen am ganzen Körper führt.

Der Kinderarzt Sunil Sood an der Cohen-Kinderklinik in New York sagte der Nachrichtenagentur AFP, rund die Hälfte der jungen Patienten mit MIS-C in seiner Klinik hätten wegen Herzmuskelentzündungen auf die Intensivstation verlegt werden müssen. Bei anderen Kindern habe die Krankheit dagegen einen milden Verlauf genommen.

In den meisten Fällen sei das Syndrom vier bis sechs Wochen nach einer Coronavirus-Infektion aufgetreten. In der Regel hatten die Kinder demnach bereits Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Sood sprach von einer "verspäteten und übersteigerten Immunabwehrreaktion" des Körpers.

Bislang wurden Fälle des mysteriösen Syndroms nur aus Europa und Nordamerika gemeldet. In Asien wurden dagegen bislang keine MIS-C-Fälle registriert. Einige Mediziner verträten die These, dass manche Bevölkerungsgruppen genetisch anfälliger für das Syndrom seien als andere, sagte Sood. Wissenschaftlich belegt sei diese Theorie jedoch nicht.

(vdv/afp)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Forscher finden 3 Mutationen von Coronavirus – Wuhan-Theorie bröckelt

Das Coronavirus könnte bereits Mitte September begonnen haben, sich auszubreiten – und Wuhan war möglicherweise nicht der Ausgangspunkt der Pandemie. Das glauben britische Wissenschaftler laut einem Bericht der "Newsweek".

Genetiker Peter Forster und sein Team von der Universität Cambridge versuchen demnach die Quelle des Virus aufzuspüren. Sie wollen die erste Person identifizieren, die mit dem Coronavirus infiziert wurde. Bisher ist das nicht gelungen.

Laut ihren Daten muss der Ausbruch des …

Artikel lesen
Link zum Artikel